IN FLAMES: Was zur Hölle ist Pagan?

Seit dem Release von "A Sense Of Purpose" touren IN FLAMES beinahe ununterbrochen um die Welt. Im Rahmen der diesjährigen TASTE OF CHAOS-Tour schlagen die Schweden nun gegen Ende des Jahres auch hierzulande auf. An einem kalt-verregneten Tag stellt sich ein sympathischer wie aufgeschlossener Björn Gelotte in einem fensterlosen Raum im Obergeschoss des Münchner Zeniths meinen Fragen und gibt dabei ausführlich Auskunft über die aktuelle Tour, Jespers Alkoholproblem und warum man irgendwie doch immer ein neues Album aufnimmt anstatt endlich eine verdiente Pause einzulegen.

Seit dem Release von “A Sense Of Purpose” touren IN FLAMES beinahe ununterbrochen um die Welt. Im Rahmen der diesjährigen TASTE OF CHAOS-Tour schlagen die Schweden nun gegen Ende des Jahres auch hierzulande auf. An einem kalt-verregneten Tag stellt sich ein sympathischer wie aufgeschlossener Björn Gelotte in einem fensterlosen Raum im Obergeschoss des Münchner Zeniths meinen Fragen und gibt dabei ausführlich Auskunft über die aktuelle Tour, Jespers Alkoholproblem und warum man irgendwie doch immer ein neues Album aufnimmt anstatt endlich eine verdiente Pause einzulegen.

Hi Björn, wie läuft die Tour bislang?

Großartig, wir haben sehr viel Spaß! Die meisten Bands sind wirklich gute Freunde von uns, die wir schon seit Jahren kennen. Mit KILLSWITCH ENGAGE waren wir beispielsweise schon auf deren erster Tour unterwegs, weshalb wir sie sehr gut kennen. EVERY TIME I DIE trafen wir dieses Jahr in Australien zum ersten Mal und machten dort eine komplette Tour zusammen. Es ist bislang eine wirklich gute Tour, auch wenn sie nicht besonders lang ist.

Also gefällt es dir, Teil einer so großen Tour zu sein?

Ja, das ist eine gute Sache. Jeder profitiert davon. Da das Publikum in der Regel ein wenig größer ist als normalerweise, ist es nicht nur gut für uns, sondern auch für die anderen Bands. Und das ist im Grunde der zentrale Punkt. Man will seine Musik einer so großen Masse wie möglich zeigen.

Es war folglich auch kein Problem für euch, dass KILLSWITCH ENGAGE bei den Shows im Vereinigten Königreich als Headliner gesetzt waren, oder?

Nein, sie sind dort einfach größer als wir. Das ist völlig normal. Sie haben dort das größere Label, verkaufen mehr Platten und ziehen ein wenig mehr Leute als wir. Somit ist das nur fair.

IN FLAMES touren eine ganze Menge. Ihr wart seit dem Release von “A Sense Of Purpose” praktisch ununterbrochen unterwegs. Beginnt man nach so langer Zeit nicht, ein wenig Privatsphäre und die eigene Familie zu Hause zu vermissen? Peter (Iwers, Bass – Anm. d. Verf.) wurde letzten Frühling Vater…

Ja, aber das sind wir alle. Ich habe zwei Kinder, Peter hat zwei Kinder, Anders (Fridén, Vocals – Anm. d. Verf.) und Daniel (Svensson, Schlagzeug – Anm. d. Verf.) auch. Aber das hier ist einfach, was wir tun. Das hier ist, was wir können und was wir gerne machen. Man richtet es sich einfach so ein, dass es funktioniert. Wir haben offensichtlich sehr starke Frauen und Freundinnen zu Hause, die uns unterstützen, denn das ist auch notwendig. Aber sie wußten auch was wir tun, als wir sie kennen lernten. Es ist somit wichtig, das auseinanderzuhalten. Es ist einerseits hart, aber es ist auch notwendig, so viel auf Tour zu gehen. Man kann ein Album machen und anschließend zu Hause bleiben, aber dann wird es niemand jemals hören. Es sei denn, man verlässt sich komplett auf das Plattenlabel, aber das funktioniert auch nicht. Man muss wirklich dafür arbeiten.

“Mann will auch den Support-Bands ein wenig Zeit zugestehen.”

Eure letzten regulären Headliner-Shows in den USA waren ein wenig kürzer als das Set der “A Sense Of Purpose“-Tour. Ist das eine Folge, wenn man zwölf Monate lang auf Tour ist?

Das hängt in der Regel von der vorgeschriebenen Zeit ab, zu der wir fertig sein müssen, denn meist gibt es eine Sperrstunde. Beispielsweise darf man oft keine Musik mehr nach Mitternacht spielen. Das kommt einfach vor und man will natürlich auch den Support-Bands ein wenig Zeit zugestehen. Aber es hängt auch immer von der Veranstaltung ab und wieviel Zeit man bekommt. Heute werden wir beispielsweise anderthalb Stunden spielen, was eigentlich eine ganze Menge ist.

Vermutlich könntet ihr auch gar nicht länger spielen, wenn fünf Bands für einen Abend angesetzt sind.

Ich bin mir gar nicht sicher, ob ich länger spielen wollen würde. Denn ich weiß nicht, ob die Zuschauer das überhaupt aushalten würden. Stell dir vor, die ersten Bands spielen für ich weiß nicht wie viele Stunden und dann kommen wir und hängen noch einmal zweieinhalb dran. Ich fände das jedenfalls komisch und hätte als Zuschauer gar nicht die Energie dafür.

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Wir spielen niemals Zugaben. Ich glaube, wir haben das seit zehn Jahren schon nicht mehr gemacht.

Das ist richtig. Was ich letztes Jahr in München wirklich gut fand, war, dass ihr keine Zugaben gespielt, sondern euer komplettes Set ohne Unterbrechung durchgezogen hattet. Ich mag die Angewohnheit nicht, die Bühne mit dem Vorsatz zu verlassen, ohnehin wieder zurückzukommen.

Wir hassen es, wir spielen niemals Zugaben. Ich glaube wir haben das seit zehn Jahren schon nicht mehr gemacht.

Ich finde, es sollte etwas besonders sein.

Ja, ich finde nicht, dass man Zugaben spielen sollte. Entweder präsentiert man dem Publikum, was man sich von vornherein vorgestellt hat, oder man lässt es bleiben.

Neben eurem aktuellen Material spielt ihr auch immer eine Reihe von ausgewählten Klassikern. Gibt es allerdings einen Song, der deiner Ansicht nach eine Pause vom Live-Set verdient hat, da er beispielsweise in der Vergangenheit zu Tode gespielt wurde?

Ach, das ist immer anders. Jede Tour hat man das Gefühl, dass man den einen oder anderen Song für eine Ewigkeit im Set hatte und man etwas neues mitreinnehmen möchte. Aber wenn man dann die Setlist zusammenstellen will und man nicht gerade 45 Minuten wie kürzlich in England hat, dann haben wir darüber jedes Mal einen drei Stunden dauernden Streit. Das kann sogar jeden Tag vorkommen. Irgendjemand sagt, “Scheiß drauf, ich will diesen Song spielen”, ein zweiter, “Ich will aber den anderen im Set haben”, und das ist dann das Schwierige, denn man hat so viele Songs, die man spielen will und nicht welche, die man nicht spielen will.

“Jede Tour hat man das Gefühl, dass man den einen oder anderen Song für eine Ewigkeit im Set hatte und man etwas neues mitreinnehmen möchte.”

Und wie kommt ihr letztlich zu einer Entscheidung? Geht ihr dabei ganz demokratisch vor?

(lacht) Nein, nein, überhaupt nicht! Das kann es aber auch gar nicht sein, da jeder das Recht auf eine eigene Meinung hat. Irgendwann heißt es dann, “Scheiß drauf, du entscheidest heute und du dann beim nächsten Mal.” Vor allem wenn man Opener oder Support-Act ist, ist das Timing sehr wichtig. Denn man will ja die Sets der anderen nicht über den Haufen werfen. Das heißt also, wenn man 45 Minuten hat, dann spielt man 44 und nicht 46 oder 47 Minuten. Das ist sehr wichtig, denn wir verlassen uns auf die anderen genauso, wenn wir headlinen, da wir auch pünktlich anfangen wollen. Im Endeffekt läuft es also darauf hinaus, dass man einsieht, dass man für einen bestimmten Song einfach nicht genügend Zeit hat und deshalb einen anderen ins Set nimmt. Dann ist es zwar nicht demokratisch, aber praktisch.

Von den Schweden-Terminen und den Open Air-Festivals einmal abgesehen, habt ihr in letzter Zeit keine Pyrotechnik und sonstige Effekte mehr verwendet. War dieses Zeug auf lange Sicht einfach zu teuer?

Nein, das nicht. Alles, mit dem man auf der Bühne protzen will, ist teuer. Nichts ist umsonst. Aber manchmal macht es einfach keinen Sinn und ganz besonders, wenn es in der Praxis und finanziell keinen Sinn macht. Dafür haben wir eine Menge anderer Showelemente. Wenn man dann etwas zu was Besonderem machen will, muss man eben mehr darüber nachdenken. Bislang haben wir keine geeigneten Orte gefunden, an denen man gute Pyros einsetzen könnte. Auf einer Festivalshow braucht man sie, denn das sind die größten Shows, die man machen kann. Da ist es großartig und dort sollte man diese Energie wirklich nutzen. In kleineren Clubshows gibt es jedoch wirklich keinen Grund das zu tun.

“Man muss ernst bleiben, denn es ist auch ein ernsthaftes Problem.”

Nun zu einem etwas ernsteren Thema. In der ersten Hälfte des Jahres hatten IN FLAMES auf ihrer Homepage bekannt gegeben, dass Jesper (Strömblad, Gitarre – Anm. d. Verf.) aufgrund seiner Alkoholkrankheit die folgende Tour nicht mitmachen könne. Ich denke, es ist sehr bemerkenswert, dass eine Band so ehrlich zu ihren Fans ist. Ich kann mir gut vorstellen, dass Jesper aus seiner Krankheit lieber ein Geheimnis gemacht hätte…

Ja, aber es war seit Jahren ein Geheimnis und schlussendlich entschieden wir zusammen, dass er daheim bleiben und sich darum kümmern sollte. Denn wir wollen keine Geheimnisse mit uns herumtragen und wir wollten nicht sehen, wie sich sein Zustand verschlechtert, ohne dass wir irgendetwas dagegen unternommen hätten. Das war also ein guter Weg, Druck auf jemanden auszuüben, ohne ihn unter Druck zu setzen. Außerdem finde ich das nur fair, denn sonst würden sich die Leute wundern, warum Jesper nicht auf der Tour dabei ist. Und man kann ja nicht sagen, dass er auf Urlaub ist. Man muss ernst bleiben, denn es ist auch ein ernsthaftes Problem. Es liegt an ihm, dieses Problem in den Griff zu kriegen und ich denke er arbeitet daran, während wir hier sprechen.

Geht es ihm denn mittlerweile besser?

Ich weiß es nicht. Ich spreche zwar jeden Tag mit ihm, aber nicht von Angesicht zu Angesicht. Wir sind ja momentan in Deutschland und er in Göteborg, weißt du? Es ist schwer und da wir immer nur für sehr kurze Zeit daheim sind, sehen wir uns nur selten richtig. Aber bald werden wir anfangen, das neue Album zu schreiben und dann wird sich das ändern.

Habt ihr darüber nachgedacht, beispielsweise Alkohol komplett aus dem Backstage-Bereich zu verbannen, wenn er zurück kommt?

Nein, denn das ist nicht der richtige Weg, damit umzugehen. Damit würde man das Problem nur verstecken.

“Niclas passt sehr gut in die Band.”

Ja, da stimme ich dir zu. Sein Ersatz war Niclas Engelin, der bereits in der Vergangenheit mit IN FLAMES auf der Bühne stand. Wer nimmt momentan seinen Platz ein? Ist es immer noch Niclas? Ich dachte er ist momentan mit seiner eigenen Band ENGEL beschäftigt.

Das war übrigens vor zehn Jahren und ja, es ist immer noch Niclas. Wir waren sehr glücklich darüber, dass er es irgendwie geschafft hat, die Zeit aufzubringen, um das hier zu tun. Er half uns das ganze Jahr über aus. Die ersten Shows, die er mit uns spielte, waren soweit ich weiß im Februar. Anschließend fuhren wir einmal um die Welt und spielten in Südamerika, Japan und Australien. Danach starteten wir die US- und Europa-Tourneen und dazwischen natürlich die Festivals. Niclas war das ganze Jahr bei uns und das ist gut, denn eigentlich ist es für mich sehr viel Arbeit. Denn ich muss jedem die Songs beibringen, der für Jesper einspringt. Bei Niclas muss ich das nicht machen. Er passt sehr gut in die Band und er ist ein alter Freund von mir, den ich sogar vor meiner Zeit bei IN FLAMES schon kannte. Wir sind sehr dankbar, dass er die Aufgabe übernimmt, von der wir wünschten, dass sie Jesper hätte erfüllen können. Aber es funktioniert bislang wirklich gut.

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Niclas passt sehr gut in die Band und er ist ein alter Freund von mir, den ich sogar vor meiner Zeit bei IN FLAMES schon kannte.

Das ist schön. “The Mirror’s Truth” und “Abnegation” beschreiben beide die Art und Weise wie die Menschheit die Natur zerstört und mit unserem Planeten umgeht…

Oh, darüber musst du mit Anders sprechen.

Haha, nein, was ich wissen möchte ist, was die Bandmitglieder von IN FLAMES tun, um unsere Umwelt zu schützen.

Ich kann dir da jetzt leider nichts konkretes nennen. Ich weiß nur, was ich zu Hause mache. Dort recyclen wir natürlich. Wir haben so eine Art Umwelt-Station, die wir benutzen. Da ich in einem Haus wohne, kann ich nicht einfach den kompletten Müll in eine Tonne werfen. Also bin ich mehr oder weniger gezwungen, umweltbewusst zu sein. Außerdem nutzen wir zu Hause Umweltstrom und nicht Kohlenenergie. Aber das ist einfach mein Gewissen. Wir sind keine politische, keine religiöse und keine umweltpolitische Band. Das ist nicht der Grund, warum wir das alles machen. Wir bringen die Leute normalerweise dazu, über andere Dinge nachzudenken als Probleme.

“Es ist leichter Guitar Hero zu spielen, wenn man ein gutes Rhythmusgefühl hat.”

“Take This Life” und “Disconnected” sind beide im beliebten Videospiel “Guitar Hero” vertreten. Was denkst du über derartige Musik-Spiele mit Blick auf Promotion und – natürlich – wer in der Band hält den Highscore in euren Songs?

(lacht) Ich denke es ist ganz witzig, denn es ist ein neuer Weg, um seine Musik bekannt zu machen. Und es ist eine sehr gute Möglichkeit, um Kinder und junge Leute an diese Art von Musik heranzuführen. Sie mögen beispielsweise Hip Hop oder etwas komplett anderes hören, aber sobald sie ein solches Spiel in ihre Hände bekommen und sich die Musik darin anhören, verstehen sie, dass es wirklich gute Musik ist. Ganz egal, ob es jetzt wir sind oder eine andere Metal-Band. Metal ist stark; die komplette Anhängerschaft ist sehr stark und das war schon immer so. Nur hat er nie die Aufmerksamkeit bekommen, die er braucht. Und wenn man derartige Musik in ein Videospiel packt, dann bringt man sie in Kontakt mit einer ganz neuen Zielgruppe. Außerdem werden die Medien auf die Musik aufmerksam, was auch hilft. Ich finde, es ist ein großartiger Weg, um Songs und vor allem gute Songs zu promoten.

Wenn es um das Spielen selbst geht, muss ich sagen, dass ich kein großer Fan von diesen Spielen bin. Ich spiele lieber andere Spiele, davon aber eine ganze Menge. Ich glaube allerdings, dass Daniel (Svensson, Schlagzeug – Anm. d. Verf.) die Highscores hält, denn er hasst es, zu verlieren. Außerdem ist es leichter Guitar Hero zu spielen, wenn man ein gutes Rhythmusgefühl hat, denn es hat wirklich gar nichts mit dem Spielen einer echten Gitarre zu tun. Guitar Hero ist mehr rhythmisch als irgendwas anderes.

Vor fünf Jahren stellte einer meiner Kollegen Peter dieselbe Frage, die ich nun an dich richte: Würdest du IN FLAMES immer noch als Death Metal-Band bezeichnen?

Nein, eigentlich habe ich das noch nie wirklich gemacht. Alle anderen tun das allerdings. Weißt du, das ist das Gute und das Schlechte daran, wenn man ein Label hat. Es ist insofern gut, als dass man den Leuten schnell verständlich machen kann, was für eine Musikrichtung man selbst spielt. Aber andererseits kann man dadurch niemals alles darin zusammenfassen, was einen ausmacht. Es wird nie richtig sein. Ich habe uns nie als eine Death Metal-Band kategorisiert. Melodisch auf jeden Fall, denn das sind wir. Das ist die Grundlage von dem, was wir machen. Aber ansonsten ist es Metal.

Was witzig ist, Peter und ich waren gestern vermutlich die komplette Nacht wach und tranken Bier und Whiskey und blätterten durch ein Rock-Magazin. Ich weiß nicht mehr genau ob es der Metal Hammer war oder ein anderes. Jedenfalls kamen wir zu den Review-Seiten und dort waren ungefähr 50 Reviews. Und jede Band hatte ihre eigene Stilbezeichnung. Das hier ist Pagan Metal, das aber Gothic und das da drüben Klassik. Hier ist Crossover, und dort blablabla. Ich würde verrückt werden, wenn ich in einen Laden gehen und sagen würde, dass ich gerne irgendwas mit Pagan haben möchte. Was zur Hölle ist Pagan? Okay, jeder weiß, was es ist. Aber dennoch wäre es zumindest für mich einfacher zu sagen, ich möchte etwas, das wie diese oder jene Band klingt. Denn dann habe ich einen deutlichen Bezug dazu. Aber jeder vergibt irgendwelche Stilbezeichnungen und nun ist man in einem verdammten Dschungel. Das ist verrückt.

“Wir haben zumindest geplant, eine Pause einzulegen.”

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Wir sind wirklich faul auf Tour. Wenn ich heimkomme und mein Gehirn auf Schreibmodus stelle, dann ist das vollkommen anders. Da sind ich und die anderen dann sehr produktiv.

Ich verstehe zu gut, was du meinst. Im Behind The Scenes-Video zum “Delight And Angers”-Videoclip sagt euer Regisseur Patric Ullaeus, dass dieser Clip hoffentlich nur ein Teaser für eine kommende DVD ist. Wird es also nächstes Jahr eine neue Live-DVD geben?

Eher nein, es ist soweit nichts geplant. Wir sind wirklich stolz auf die bisherige DVD “Used & Abused – In Live We Trust”, denn sie wurde richtig gut und ist etwas Besonderes. Sie vermittelt einem das Gefühl, wirklich auf dem Konzert dabei gewesen zu sein. Und das ist die Atmosphäre, die man erreichen möchte. Wir haben das also bereits gemacht. Vielleicht machen wir in Zukunft etwas in dieser Richtung, um unser bisheriges Schaffen zusammenzufassen, aber dann muss es denselben Grad an Professionalität haben. Es muss einfach gut sein und momentan haben wir einfach nichts gutes.

Wie sehen dann eure Pläne für nächstes Jahr aus? Werdet ihr euch eine Pause gönnen oder kann man sogar mit einem neuen Album rechnen?

Wir haben zumindest geplant, eine Pause einzulegen. Das machen wir immer, aber dann ist man für zwei Wochen zu Hause und denkt sich, Fuck, wir sollten Tour gehen. Aber der Plan sieht derzeit so aus, sich wirklich ein paar Monate frei zu nehmen, falls wir können. Danach geht es ans Songwriting für ein neues Album und dann werden wir gegen Ende des Jahres ins Studio gehen. Wann das fertige Album dann erscheinen wird, kann ich noch überhaupt nicht einschätzen. Das liegt dann an den Labels, aber geplant ist momentan, 2011 wieder auf Tour zu gehen.

Habt ihr schon ein paar Songs fertig geschrieben?

Nein, nicht wirklich. Wir haben ein paar Ideen, aber wir sind wirklich faul auf Tour. Wenn ich heimkomme und mein Gehirn auf Schreibmodus stelle, dann ist das vollkommen anders. Da sind ich und die anderen dann sehr produktiv. Es wird also anders werden, sobald wir nach Hause kommen.

Okay, dann habe ich noch zwei Fragen übrig. Was ist dein persönliches Album des Jahres?

Mein persönliches Album des Jahres? Das ist eigentlich sehr leicht, das neue MUSE-Album ist das beste, das ich gehört habe. Ich liebe diese Band wirklich seit Anfang an und dieses Album ist einfach fantastisch. Ich dachte, das Album sei wirklich gut, aber dann sah ich die Live-Show in Kopenhagen, als sie die komplette Produktion auffuhren und das hat mich wirklich umgehauen. Es war so gut, dass es mich dazu brachte, das Album noch mehr zu lieben. Ich freue mich außerdem auf die neue Scheibe von 30 SECONDS TO MARS. Ich habe sie bereits seit kurzem, konnte aber noch nicht reinhören.

Cool, ich denke das ist eine gute Wahl.

Hehe, natürlich ist es das. (beide lachen)

Letzte Frage. Stell dir vor, ein Zombie lebt in deinem Schrank und er fängt langsam an lästig zu werden, da er ständig versucht, dein Gehirn zu essen. Also willst du ihn töten, aber alles was du hast ist eine Karotte, ein Stück Schnur, einen schizophrenen Hamster und einen schottischen Dudelsack. Was machst du?

Ich denke, ich würde die Karotte nehmen, das wäre witzig. Opfer dich für die Veganer!