DOOM SHALL RISE IV: Das Festival-Special – Teil 3

DOOM SHALL RISE IV: Das Festival-Special – Teil 3

Am 31. März und 01. April 2006 findet zum vierten Mal das DOOM SHALL RISE-Festival statt, bereits zum dritten Mal in der ehemaligen Kapelle der amerikanischen Streitkräfte auf dem Stauferparkgelände in Göppingen. Und erneut dürfen wir von vampster das Festival präsentieren und euch einmal mehr alle Bands des Festivals in einem Special-Feature näher bringen. Nachdem wir im letzten Jahr die Präsentation in Form einer Vorstellung der Subgenres durchgeführt haben, wollten wir dieses Jahr die Veranstalter des Festivals selbst zu Wort kommen lassen. So haben wir die offiziellen Biografien um Statements von Frank Hellweg und Jochen Fopp ergänzt, in denen uns die Beiden näher bringen, wie es zur Buchung der Bands kam und welche persönlichen Eindrücke die beiden mit den Bands verbinden.

Teil 1 des Specials findet ihr hier.

Teil 2 des Specials findet ihr hier.

BUNKUR

Offizielle Bandbiografie

„…deine Ohren werden scharf und sensibel gegenüber bislang ungehörten Klängen. Stimmen wie Walgesänge beginnen mit dir in schönen Zungen aus Untiefen zu sprechen; ihr Flüstern hallt lauter und lauter in deinem irr werdenden Gehirn wider, bis es ein Strudel aus abscheulichem Dröhnen wird, der dich in Ekstase krümmen lässt.. Dann schneidet eine Stimme, kräftiger und verängstigender als alle anderen zusammen, wie eine Knochensäge durch die Schale deines Schädels. Du lauscht andächtig. Die Zeit ist reif. Der Brunnen öffnet seinen Schlund.“

Und jetzt ist das Mammut erneut aus seiner eisigen Tundra auferstanden, um all den schwachen Doom zu zerschmettern, zu töten und zu zerstören; und um die Grenzen des Erbes zu erkunden und zu überqueren, das einst von den mächtigen BLACK SABBATH, HELLHAMMER, WINTER, AUTOPSY, ABRUPTUM und BURZUM hinterlassen wurde, um den bestrafendsten Doom darzubieten, den es je gab: kalt, gewaltig und ultraheftig…“bon appetit“

BUNKUR liefern definitiv einen Sound, der vor allem live nachhaltig für Eindruck sorgt. Das weiß auch Veranstalter Jochen Fopp zu erzählen: „Ich habe die Band beim Dutch Doom Day 2004 live gesehen und fand das ziemlich beeindruckend. Ein einziger brachialer Song in 45 Minuten. Sicherlich kein Easy Listening Stoff, aber äußerst intensiv, wenn man sich darauf einlässt. BUNKUR sind stark von HELLHAMMER beeinflusst und stehen für Doom der apokalyptischsten, schwärzesten Art. In Benelux ist die Band schwer angesagt.“ Frank Hellweg bestätigt: „Wir haben mit BUNKUR in Belgien auf einem Festival gespielt, und ich war schwer beeindruckt und fühlte mich total überrollt. So eine extreme Erfahrung macht man als Soft-Doomer nicht oft! ;o) Sie werden beim DOOM SHALL RISE sicher polarisieren, aber vergessen wird sie hinterher keiner! Ich hab mich sehr gefreut, dass sie noch kurzfristig beim DOOM SHALL RISE aufgesprungen sind.“

BUNKUR
Discografie:

2002 – Dopemoon Demo

2003 – Bludgeon Demo

2004 – Bludgeon

Line-Up:

Triii – Battery

Frri – Fr

Mvii – Drones and Deathshrief

Kiii – Lamentations and Drones

Homepage:

http://www.somaworx.com/bunkur

JACK FROST

Offizielle Bandbiografie:

Seit 1993 haben sich die österreichischen Gloom Rock Bastards mit fünf Full-Length-Alben, drei Tourneen, hunderten Clubshows und Festivalauftritten (u.a. Summer Breeze, Party.San, Wave Gotik Treffen) zu einer Marke mit Kultfaktor im Metal-Underground entwickelt. Musikalisch wollten JACK FROST nie so recht in das der Band oft übergestreifte Doom Metal-Korsett passen, dafür war die Affinität zu den britischen Gothic- und Wave-Anfängen der 70er und 80er zu sehr spürbar. Aber auch die in einen monolithischen Sound verpackte Loser-Mentalität, eine rotzige Scheißdrauf-Attitude und ihre eigene, unverwechselbare Interpretation von Rock’n’Roll haben JACK FROST während ihrer Label-Odyssee stets zu Rebellen zwischen den Genres gemacht. Vielleicht hat gerade deshalb der Vierer mit „Wannadie Songs“ alles andere als die logische Konsequenz auf seine letzten beiden Tonträger abgeliefert, sondern sich unerwartet schwer verdaulicher Kost zugewandt. Zwar findet man auf dem Album wieder einige Midtempokracher mit den bekannt eingängigen JACK FROST-Hooklines, doch hat die Band mit ihrem sechsten Studio-Output ihr Tempo wieder merklich gedrosselt. Mit einer hörbar weiterentwickelten Liebe zum Arrangement, gefühlvoll-minimalistischen Akustikparts, wuchtig-narkotisierenden Gitarrengewittern im mattschwarzen Zeitlupenformat, ebenso wie mit dosierten Cello- und Pianoeinsätzen, haben JACK FROST ihr seit langem düsterstes und depressivstes, aber zugleich heaviestes Werk, oder wenn man so will, schlicht ihren Soundtrack zum Freitod, produziert.

Jack Frost - Das Doom Shall Rise Special

Nachdem sich die Österreicher JACK FROST heutzutage selbst schon gar nicht mehr gerne in die Schublade „Doom-Metal“ stecken lassen wollen, überrascht der Auftritt auf dem Doom Shall Rise doch ein bisschen. So gab Mourning Morals etwa im letzten Interview zu Protokoll: „Wir sehen uns in erster Linie als Rock’n’Roll Band. Doom ist so ein Begriff, den ich immer weniger zuordnen kann – die Doomszene scheint ja auch tatsächlich immer engere Grenzen zu ziehen, was sie als das ihre gelten lässt und was nicht. Das bringt meinem Eindruck nach auch eine neue Intoleranz hervor, die ich nicht so toll finde.“ Dennoch ist bekannt, dass Jochen Fopp schon seit vielen Jahren guten Kontakt zu JACK FROST pflegt und eigentlich hätten viele Leute schon viel früher mit einem Gastspiel gerechnet. „Die Band hat laut einem anderen Interview wohl selbst nicht dran geglaubt, dass wir sie mal einladen werden, aber für mich war es ein klare Sache und nur eine Frage der Zeit.“, bestätigt Jochen diese Vermutung.JACK FROST ist auch eine dieser Bands, die seit Jahren ihr Ding machen, sich nicht vereinnahmen und nichts vorschreiben lassen will und deshalb von manchen Doomern auch nicht verstanden wird. Ich lese da immer wieder Vergleiche mit TYPE O NEGATIVE, die ich aber abgesehen von einer tiefen Stimme beim besten Willen nicht nachvollziehen kann. Wie auch immer, die Essenz von JACK FROST ist für mich Doom, denn der (anfänglich stärker ausgeprägte) SAINT VITUS-Touch schwingt immer noch mit und Attribute wie Heaviness und Melancholie waren bei ihnen stets präsent. Das hervorragende letzte Album ´Wannadie Songs´ sagt da mehr als tausend Worte. Und Rock`n Roll sind wir letztlich eh alle. Ohne ´Queen´ und ´Leaving the Fields´ zu spielen lass ich sie nicht von der Bühne.“ Frank ergänzt: „Ich muss zugeben, dass ich das Thema JACK FROST immer etwas ausgebremst habe, Jochen wollte sie schon länger dabei haben! Die letzten Platten fand ich rein für meinen Geschmack nicht doomig genug, hab den Sound auch mehr Richtung END OF GREEN und so gepackt. Das ist coole Mucke, aber passt für mich nicht so aufs DOOM SHALL RISE. Zum anderen war für mich ein Punkt, dass JACK FROST oder auch END OF GREEN oft live unterwegs sind, somit fand ich es wichtiger, den Platz anderen Bands offen zu halten, die man hier live kaum oder nie sehen kann. Jetzt mit der aktuellen Scheibe haben JACK FROST wieder mehr meinen Geschmack getroffen und die letzte Show, die ich auf dem AUTUMN OF DOOM-Festival gesehen habe, hat mich voll überzeugt. Ich hoffe aber, dass sie für mich auch einen Oldie wie ´Nightfall´ spielen werden!“

JACK FROST
Discografie:

1995 – Eden

1996 – Elsewhere

1999 – Glow Dying Sun

2000 – Gloom Rock Asylum

2002 – Self Abusing Uglysex Ungod

2005 – Wannadie Songs

Soundsamples:

One Hundred Percent Pain

You are the Cancer

California Dreamin´

Line-Up:

Phred Phinster – Bass, Vocals

Mournful Morales – Guitars

Gary Gloom – Guitars

Collossos Rossos – Drums

Homepage:

HEAVY LORD

Offizielle Bandbiografie:

Einem feuchten Keller in HELLevoetsluis entsprungen, brachten zwei verdammte Metal-Fans unter dem Einfluss des mächtigen 90er-Doomsounds und natürlich BLACK SABBATHs HEAVY LORD ins Leben – Yev und Wes Lee. Kurz darauf erhielten sie Begleitung in Form von Wout und Steve, die die donnernde Rhyhmus-Sektion bildeten. Nachdem das Schreiben und Proben der Songs sehr gut lief, wurden Live-Auftritte schnell eine Pritorität, denn um die Bühne geht es – das ist es, wo der rifforientierte, schwere Doom (Metal/Rock) richtig zur Geltung kommt und wo man sich ihm nicht mehr entziehen kann.

Dezember 2004 bezeugte den ersten Release „The Holy Grail“ und es folgten großartige Reviews aus der Szene. Davon inspiriert schrieb die Band weiter neues Material, den traditionellen Doom Metal aus neuen Blickwinkeln betrachtend. Natürlich spielte man auch weiterhin Gigs. Im Herbst 2005 folgte die Veröffentlichung von „From Cosmos to Chaos“, 5 überwältigend heftigen Stücken, die den HEAVY LORD-Sound in eine eigenständigere Richtung drängen, wobei man dennoch am schweren Doomsound festhielt – etwas, was sich nie ändern wird – „niemals in unseren gottverdammten Leben!!!“

Heavy Lord - Das Doom Shall Rise Special

Wie auch schon BUNKUR, konnten HEAVY LORD bei den Veranstaltern des Doom Shall Rise auf der Bühne Eindruck schinden, was letztendlich zur Buchung führte. „HEAVY LORD habe ich gesehen, als wir mit WELL OF SOULS beim Dutch Doom Day in Rotterdoom gespielt haben. Die Jungs haben ein gewaltiges Brett gefahren und ich war schwer beeindruckt, hab sie dann aber etwas aus den Augen verloren. Irgendwann kam dann eine Mail von HEAVY LORD, dass sie gern auf dem DOOM SHALL RISE spielen würden, und dann war die Sache schnell geklärt.“, berichtet Frank. Und schließlich hat es die Truppe geschafft, schon jetzt so etwas wie einen Kultstatus um sich aufzubauen, was einem selbst ohne die Musik je gehört zu haben auffällt. „Das mit dem Kultfaktor kann man gut nachvollziehen, wenn man HEAVY LORD mal auf der Bühne gesehen hat, und zumindest in Holland sind sie live recht aktiv. Ihre Mucke ist wie ein Schlag in die Magengrube, da werden einige Leute dicke Backen machen! Eigentlich bin ich ja eher ein Weichei und mag die aggressiveren Spielarten des Dooms nicht so, aber bei HEAVY LORD passt das einfach. Ich hoffe, sie spielen ´Elephaunt´, das ist eine echte Killerwalze!“

HEAVY LORD
Discografie:

2004 – From Cosmos to Chaos

2005 – The Holy Grail

Line-Up:

Yev

Wes Lee.

Wout

Steve

Homepage:

http://www.heavylord.tk

LOW MAN´S TUNE

Offizielle Bandbiografie:

Es gibt Musik, die sich auf Anhieb in die Gehörgänge einschmeichelt und es einem einfach macht, sie zu mögen. Musik mit netten Melodien, einer sauberen Produktion und geschliffenen Arrangements. Musik, die den Hörer sofort gefangen nimmt. Und es gibt Musik, die ist sperrig, rau, wenig zimperlich in der Wahl ihrer Mittel. Kurzum: Musik, die beißt.

Solche Musik wie die der 1998 in Forst gegründeten Band LOW MAN´S TUNE. Ihr laut Selbsteinschätzung „heavy rockin´ Doom Core“ knallt dem Hörer rifflastige Songs in knochentrockener, monotoner und schnörkelloser Manier um die Ohren. Und die sind gleich mehrfach gefordert. LOW MAN´S TUNEs Musik bedient sich brachialer Lautstärke und schleppender Grooves. Die Vier haben bereits bei anderen Bands Erfahrungen gesammelt, wobei der kleinste gemeinsame Nenner die Hardcore-Bands FIRST AID und ROODMASS sind. Doch auch bei folkrockigen Projekten wie SWAN´S LEE stieß man sich die Hörner ab und kam so langsam zu dem ureigenen Stil, der LOW MAN´S TUNE heute ausmacht. Renés Gitarre scheint jeden einzelnen Akkord bis ins Letzte auszukosten und kippt öfter ins Dissonante um, Alex´ Schlagzeug schleppt sich im Zeitlupentempo unter brachialstem Einsatz der Hi Hat über die Songs, Holger schreit seine Wut durchgehend im untersten Frequenzbereich hinaus, und gleichzeitig über und unter allem schlängelt sich der Bass von Patrick entlang, der unter kräftigem Verzerrer-Einsatz für eine unruhige, fast unheimlich dräuende Atmosphäre sorgt. Letztlich ist der Hörer gefordert, sich die Melodieskizzen „fertig zu denken“. Diese Musik konsumiert sich nicht mal so nebenbei.

LOW MAN´S TUNE kommen aus dem äußersten Osten Deutschlands, aus einer Gegend hoher Arbeitslosigkeit und sozialer Frustration. Auch wenn die Texte politische Themen niemals direkt ansprechen, so ist ihre Musik doch der perfekte Soundtrack für die Hoffnungslosigkeit und Wut, die sich aus solchen Zuständen speisen. Andererseits werden nicht nur die negativen Aspekte des Lebens thematisiert. Das Licht am Horizont findet sich in den schwerfälligen Riffs voll düsterer Schönheit und dem Bandmotto: „Only the experience of deep suffering and pain enables to go through catharsis and spiritual cleansing.“ Der Verweis auf spirituelle Reinigung zeigt für mich, dass der an anderer Stelle geäußerte Slogan „Fuck this world- there´s nothing in for me“ nicht ganz ernst zu nehmen ist, sondern dass LOW MAN´S TUNE mit beiden Beinen auf dem Boden der Tatsache stehende Musiker sind. Die Reise ins „Herz der Dunkelheit“ hat sich am Ende doch gelohnt, denn nach all den düsteren Bildern dieses Albums kommt die Erkenntnis „But we crawl our way/ To the light of a coming day/We tear down the load/ Off our chest and breathe again“.

Noch während ich diesen Begleittext für LOW MAN´S TUNEs Albumerstling „Solitunes“ schreibe, werkeln die Jungs bereits am Material für dessen Nachfolger, und die Zeichen stehen deutlich dafür, dass dieser ein nicht weniger düsterer Bastard aus sperrigen Riffs und aus dem Bauch kommender Wut wird.

Ihr könnt sie lieben, ihr könnt sie hassen, aber LOW MAN´S TUNE werden euch nicht kalt lassen.

Low Mans´ Tune - Das Doom Shall Rise Special

Kalt gelassen hat die Veranstalter des Doom Shall Rise die Band auch definitiv nicht. Dennoch hat es mit einem Auftritt nicht auf Anhieb geklappt, berichtet Jochen: LOW MAN´S TUNE mussten wir schon zweimal vertrösten und daher war es Zeit, dass sie auch mal zum Zug kommen. Ihre Musik ist von der etwas rauheren, sludgigen Sorte und sie halten seit Jahren in Brandenburg die Doom Flagge hoch. Auch eine feine Liveband, wie ich mich schon selbst überzeugen konnte. Fopps persönlicher Anpieltip: „All Cometh Down“ – „Mein persönlicher LOW MAN´S TUNE-Favorit.“

LOW MAN´S TUNE
Discografie:

Solitunes MCD

Soundsamples:

All Cometh Down

Line-Up:

Rene – Guitar

Patrick – Bass

Alex – Drums

Homepage:

http://www.low-mans-tune.de

VENI DOMINE

Offizielle Bandbiografie:

Torbjörn Weinesjö, Thomas Weinesjö und Anders Olofsson entschlossen sich 1987 eine Band zu gründen, welche 1989 VENI DOMINE wurde.

GLORIFY

Die Band GLORIFY wurde ohne Sänger und ohne eine Vision des Sounds gegründet. Fredrik Ohlsson kam 1987 über Kontakte hinzu, als er in die Stadt zog. Nach einem kurzen Treffen wurde er aufgenommen, da die Band dringend einen Sänger benötigte und er ein netter Kerl zu sein schien – er wurde ohne jede Probe genommen. Als Fredrik zum ersten Mal den Mund aufmachte, wurde die Band weggeblasen – so eine Qualität hätte sie nie erwartet. Fredrik sang zu diesem Zeitpunkt sehr hoch und kräftig im Stile von Rob Halford und Terry H. Die Band probte für den ersten Gig und ein Demo. Wie sich die Dinge entwickelten, war es der Band nach einer grundsätzlichen Veränderung, weshalb man den langjährigen Freund Anders gehen ließ und die Suche nach einem Ersatz begann. Nachdem man bereits sehr heftige Musik spielte, war die Aufgabe einen neuen Bassisten zu finden, nicht einfach. Wie auch immer, stieg 1987 Magnus Thormann in die Band ein, genau zu der Zeit, als das erste Demo in einem Studio in Südschweden entstand. Bei den drei aufgenommenen Songs handelte es sich um „Stranger“, „Always in Time“ und „Don´t be wasted Forever“, für den Mix zeichnete sich Mick Nordström verantwortlich und dieser nahm auch das zweite Demo in Sollentuna mit den Songs „Face of the Prosecutor“, „The King is Crowned“ und „The Saviour“ auf.

SEVENTH SEA

Allmählich nahm der Stil von VENI DOMINE Gestalt an und die Band änderte ihren Namen 1988 in SEVENTH SEAL. Nachdem man einige lokale Gigs gespielt hatte und drei Mal wöchentlich hart probte, wurde auch die Vision klarer. SEVENTH SEAL kamen 1990 in Kontakt mit den Thunderload Studios und machten ihr drittes Demo, welches die Songs „Fall Babylon Fall“, „Wisdom Calls“ und „Armageddon“ enthielt. Dieses Demo wurde versandt, die Veranstalter des britischen Greenbelt Festivals standen darauf und fragten, ob SEVENTH SEAL nach England kommen wollten. Das war ein riesiger Schritt für die Band und die Reise begann.

VENI DOMINE

Beim Greenbelt Festival wurde das englische Label Kingsway Music auf die Band aufmerksam und der kurz darauf engagierte Manager überzeugte das Label, die Band unter Vertrag zu nehmen – und so sollte es sein. Die Band ging nach Eastbourne in England, um im Sommer 1991 in den ICC-Studios die Aufnahmen zu beginnen. Zur gleichen Zeit musste die Band ihren Namen aufgrund einer rechtlichen Geschichte ändern, welche durch die amerikanische Band SEVENTH SEAL getrieben wurde. Die Band entschloss sich als VENI DOMINE weiterzumachen, so wie es Fredrik und Magnus vorschlugen.

„Fall Babylon Fall“

Etwa nach drei Wochen Aufnahmen in England wurde Fredrik krank und die Band musste die CD in Stockholm/Schweden fertig stellen. Auf Grund des langen Songs „The Chronicle of the Seven Seals“ gab es nur wenige Studios, die mit der Länge des Tapes klar kamen, das es die Länge eines üblichen Tapes überschritt. Eines der Studios war Thunderload. Die Band nahm also dort die Vocals auf, ergänzte einige Gitarren-Spuren und machte den Endmix. Die Band erinnert sich, dass auch die Frage im Raum stand, ob das Album auf Vinyl oder auf CD veröffentlicht werden sollte, aber das Label entscheid sich für CDs und Kassetten. „Fall Babylon Fall“ wurde in den USA, Japan, Europa und verschiedenen anderen Ländern veröffentlicht und erhielt großartige Reviews, so dass das Interesse an der Band rapide wuchs.

„Material Sanctuary“

1994 wurde „Material Sanctuary“ veröffentlicht, die Band wechselte zu Thunderload Records und die Aufnahmen fanden in Stockholm/Schweden statt. Die Band wollte das Album so heavy wie möglich machen und die CD wird von den meisten Leuten als die beste der Band bezeichnet.

„Spiritual Wasteland“

1998 erblickte „Spiritual Wasteland“ das Licht der Welt. Die Band erinnert sich, das Demo für die CD auf der Tour mit SAVIOUR MACHINE und SOUL CAGES 1998 dabei gehabt zu haben, bis zum Release sollte es aber noch zwei Jahre dauern. Auch diese CD wurde bei Thunderload Records aufgenommen und produziert. Für die Band waren es Aufnahmen, die nächtelang dauerten, endlose Pausen benötigten und ebensoviele Takes.

Nach der Veröffentlichung von „Spiritual Wasteland“ entschlossen sich VENI DOMINE, das nächste Album zügiger fertig zu stellen – der Release von „Spiritual Wasteland“ dauerte nach dem Geschmack der Band viel zu lange, zumal man sich bewusst war, dass das schnelllebige Musik-Business eine Band schnell vergisst, die innerhalb ein paar Jahre nichts veröffentlichte. Die Songs für das neue Album waren bereits seit 1997 in Arbeit.

IIII – The Album of Labour

VENI DOMINE begannen im Herbst 2000 mit den Aufnahmen zu „IIII„, die Fortschritte waren enorm und die Band glaubte wirklich an ein Album, das schnell fertig werden könnte. Thomas hämmerte die Drums wie Nichts ein, gleiches gilt für die Backings. Die Band begann mit den Arbeiten für die Vocals und alles lief sehr schnell, zumal Fredric einer dieser Sänger ist, die sich über einen gewissen Zeitraum hinweg voll ins Zeug legen können.

Aber als Weihnachten sich näherte, bekam Fredric eine Erkältung – zumindest dachten das alle. VENI DOMINE stammen auch Schweden und die Winter dort können sehr kalt sein, um es mal so zu sagen. Die Band pausierte für eine Woche und setzte die Arbeiten für einen Tag fort, aber Fredric war immer noch nicht zu 100% in Ordnung – die Feiertage sollten das ändern.

Doch Fredric war immer noch nicht in Form und die Sessions wurden kürzer und kürzer, die Frustration hingegen natürlich größer und größer. Die Band erinnert sich, dass man zunächst für einen Monat pausierte und nachdem man dann erneut ein oder zwei Takes probierte, verstand, dass etwas nicht stimmte. „Ich weiß wirklich nicht, wie viele Spezialisten und Ärzte Fredric konsultierte“, erinnert sich die Band. „Ich weiß nur, dass keiner zu einer Diagnose kam. Wir ließen ihm Zeit, damit es heilt und im Herbst 2001 nahmen wir wieder auf. Wir wollten die CD endlich fertig stellen und haben einige Teile neu arrangiert, dass sie zum Zustand seiner Stimme passte. Wir verschoben die Aufnahmen nach „Cell 9“ und in den „Room of Doom“, da Thunderload Studios ihre Räume für einen längeren Zeitraum an andere vermieteten – und das war ein Glück. Um Neujahr herum wurde das Studio überflutet und komplett zerstört. Alte Master Tapes und alles Mögliche an Equipment gingen dahin. Wir wechselten von Analog-2-Inch-Tape zu computergestützten Aufnahme- und Mix-Techniken, etwas, was wir eh vorhatten.“ In diesem Winter begann Torbjörn damit, die CD abzumischen und gab sie am 29. April ab, in der Hoffnung, dass sie bald veröffentlicht werden würde. Es hatte sich eh alles verzögert, also erwarteten alle Taten.

Nichts passierte. Nachdem die Band dem Label am 29. April einige Monate Zeit einräumte, um alles in die Wege zu leiten, war Schweigen die Antwort. Tjörborn erinnert sich: „Ende November hatten wir die Hoffnung aufgegeben, dass sich noch etwas tun würde, nachdem keine Reaktion erfolgte, wie man es von einem Label erwarten würde. Nachdem wir die ganze Arbeit selbst erledigt hatten, gingen wir davon aus, dass sie einfach das Interesse verloren haben und nie versuchen würden, es zu veröffentlichen.“

Zu dieser Zeit unterzeichneten VENI DOMINE einen Management-Vertrag und MCM-Music versuchten die Band aus ihrem Vertrag zu lösen. Plötzlich war da aber ein enormes Interesse, die Band nicht gehen zu lassen. Anwälte kamen ins Spiel und der ganze Zirkus begann. VENI DOMINE zogen zurück und wollten nicht ihre ganze Freiheit in einem Gerichtssal vergeuden. „In erster Linie wollten wir einfach das Album veröffentlichen, ab diesem Zeitpunkt war das Schloss zu und das für ungefähr ein Jahr.“, erzählt Torbjörn. Erneut kein Zeichen von Interesse und keine Albumveröffentlichung.

Mitte Juni rauften sich VENI DOMINE mit dem Label zusammen und in einem 30-minütigen Telefonat wurde alles geregelt – mehr oder weniger. „Mein großer Dank geht an alle Beteiligten, die zeigten, dass man sich nach vorne bewegen und neue Stufen erklimmen kann, auch wenn die Vergangenheit das Gegenteil impliziert. Es gibt keine bösen Gefühle oder jemanden zu beschuldigen. Wir hätten auf diesem Weg andere Entscheidungen treffen und den Ritt komfortabler gestalten können, aber wir haben viel dabei gelernt“, erzählt Torbjörn.

„Ich möchte ergänzen, dass dies wirklich nur unsere Sicht der Dinge ist und ich wette, dass andere Beteiligte andere Perspektiven auf die Sache haben. Wir wollen nicht, dass irgendjemand blöd dasteht. Wir wollen einfach nur eine kurze Zusammenfassung dessen wiedergeben, was in dieser Zeit passiert ist“, erklärt Torbjörn.

Veni Domine - Das Doom Shall Rise Special

Wer das Interview zum zweiten Doom Shall Rise aufmerksam durchgelesen hat, dem dürfte klar sein, dass sich Frank Hellweg mit der Verpflichtung von VENI DOMINE einen ganz großen Traum erfüllt. „Klar, für mich ist es unfassbar, dass VENI DOMINE auf der Bühne des DOOM SHALL RISE stehen werden! Aber wirklich schwierig war das ja gar nicht mal. Schon zum DSR3 hatte ich die Band, natürlich ohne jede Hoffnung, kontaktiert und es gab durchaus Interesse. Nur scheiterte es daran, dass die Frau vom Sänger zeitgleich die Geburt ihres Babys erwartete. Dass Frederik da unbedingt dabei sein wollte, war natürlich klar. Ich war auch bei der Geburt meines Sohnes dabei, das ist mit nichts vergleichbar, nicht mal mit dem DOOM SHALL RISE! ;o)

Aber ich hab nicht aufgegeben und auch die Schweden hatten weiterhin Interesse. Vielleicht konnte ich sie ja wirklich damit überzeugen, dass meine Verehrung für die Band deutlich rauszuhören war, keine Ahnung… Es gab noch ein paar finanzielle Hürden zu meistern, aber ich hätte auch sämtliche Sparschweine geplündert, um mir diesen Traum zu erfüllen! Zum Glück kam dann doch noch etwas Unterstützung vom neuen Label der Band, MCM, und schon war alles gelaufen.

Anfangs war es auch geplant, nach dem DOOM SHALL RISE mit VENI DOMINE und WELL OF SOULS gemeinsam auf Tour zu gehen, aber das war zeitlich und finanziell dann doch unmöglich für sie und im Nachhinein bin ich fast glücklich darüber. Vor wenigen Tagen stellte sich heraus, dass unser Sänger Petro exakt zur gleichen Zeit zum Praktikum in die USA muss! Wäre die VENI DOMINE-Tour zustande gekommen, hätte ich also wie damals bei der Tour mit PENANCE und ORODRUIN wieder nur als Begleiter ohne Band im Bus gesessen! Da hab ich jetzt mal echt Glück im Unglück gehabt!“

VENI DOMINE haben allgemein nicht den Stellenwert inne, wie ihn zum Beispiel Acts wie CANDLEMASS, SOLITUDE AETURNUS oder WHILE HEAVEN WEPT besitzen, für Frank Hellweg allerdings schon. „Was für mich das Besondere an der Band ist? Wieviel Speicher haben wir auf dem vampster-Server?

Ich hab halt damals die erste VENI DOMINE-Platte ´Material sanctuary´ reingeschmissen, war nach 1:01 Minuten auf den Knien und bekomme auch heute noch die gleiche Gänsehaut wie damals, wenn ich die Scheibe wieder mal höre (was ziemlich oft vorkommt). Das war genau das, wonach ich damals gesucht hatte: schwerfälliger Doom, episch und technisch, ich war voll im Fieber! Das hat sich auch durch die folgenden Platten gezogen, die ja alle etwas anders waren. QUEENSRYCHEiger auf ´Fall Babylon fall´, progressiver auf ´Spiritual wasteland´ oder eine Mischung davon auf ´The album of labour´, diese Magie hat mich immer begleitet. Aber das ist natürlich nur mein persönlicher Geschmack, es gibt sicher genug Leute, die das nicht nachvollziehen können. Besonders Frederiks hohe Stimme kann man nur lieben oder eben nicht. Ich kenne aber zumindest einen, der sich zusammenreißen muss, um nicht vor der Bühne auf die Knie gehen zu müssen. Aber ich werde es nicht tun, weil, dann sehe ich ja nichts mehr….“

Fragt sich nur, wie man denn nun folgendes Zitat von Frank aus unserem Interview werten muss: „Allerdings wird es mir seeeehr schwer fallen, mit dem DSR aufzuhören, ohne nicht wenigstens einmal VENI DOMINE auf der Bühne gehabt zu haben. Ja, das ist einer der wenigen Träume, die ich habe, ich geb`s ja zu!“ „Ha ha, ja, das Interview… Das Statement war ernst gemeint, VENI DOMINE auf unserem Festival war für mich etwas, an dem ich festhalten wollte, und nun ist es soweit! Aber keine Angst, damit ist die DOOM SHALL RISE-History noch nicht zu Ende! Wenn ich sehe, in welcher Form sich die DOOM SHALL RISE-Freaks allein schon in den Mails bedanken, dass sie ihre Tickets bekommen haben… Würden wir jetzt und heute aufhören, dann würde ein geradezu magisches Ereignis verschwinden, das ja nicht allein durch Jochen und mich entsteht. Es sind unsere tolle Crew, die Chapel mit ihrem Team und vor allem die Fans und Musiker, die alle zusammen diese einmalige Atmosphäre entfachen. Und das möchte ich persönlich schon noch eine Weile erleben!

Natürlich fällt man immer mal wieder in ein Loch: wir verbringen wahnsinnig viel Zeit mit dem DOOM SHALL RISE und tragen eine große Verantwortung den Bands gegenüber. Wenn man dann sieht, wie schnell andere Veranstalter `ne Tüte Scheine einkassieren mit lieblosen kommerziellen Veranstaltungen und für uns bleibt nichts hängen außer eben die viele Arbeit…. Aber da kommen wir wieder zu einem anderen Thema, eben das, was wir von den Fans und Bands zurückbekommen! Und wenn man dieses Echo bekommt, dann macht es auch wieder Spaß, sich reinzuhängen und ein für alle möglichst tolles Wochenende zusammenzubrauen!

Wenn ich mutig wäre, würde ich jetzt sagen: „Allerdings wird es mir seeeehr schwer fallen mit dem DOOM SHALL RISE aufzuhören ohne nicht wenigstens einmal TROUBLE auf der Bühne gehabt zu haben. Ja, das ist einer der wenigen Träume die ich habe, ich geb`s ja zu!“ Aber das wird uns leider wohl (finanziell) nie möglich sein. Nun ja, das hab ich bei VENI DOMINE auch mal gedacht….“

VENI DOMINE
Discografie:

Fall babylon fall – 1991

Material Sanctuary – 1994

Sprirtual Wasteland – 1988

IIII – The Album of Labour – 2004

23:59 – 2006

Line-Up: Fredrik Sjöholm – Vocals

Torbjörn Weinesjö – Guitars

Andreas Olsson – Bass

Mats Lidbrandt – Keyboards

Thomas Weinesjö – Drums

Homepage:

http://www.venidomine.com

Fierce
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