Genre: crossover

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ATOMIC ANTS: Keep Cool And Dry [ausgemustert]

Eins der Hauptprobleme von Crossover-Bands war von Beginn an, dass es ihnen nicht gelingt, zwischen all den wirren Ideen auf der kunterbunten Spielwiese einen roten Faden zu entwickeln. Dieses Schicksal erleiden auch die ATOMIC ANTS. Funkiger Gesang, hartes Riffing, pulsierende Basslinien, hibbeliges Drumming, hier eine Klaviereinlage, da eine Ballade – diese Unmengen an Zutaten werden auf "Keep Cool And Dry" nur selten zu zwingenden Songs verdichtet. Die Folge: Kaum ein Part bleibt hängen, was auch vom zunehmenden Nervfaktor der quäkigen Vocals von Sänger Junior verursacht sein dürfte. Zu oft verharren Songs wie "The Donor & The Receiver" voll begeistertem Staunen vor den Möglichkeiten, die angerissen werden, ohne sie für schlüssige Lieder zu nützen. Klingt auch bei kühler Lagerung nicht besonders frisch.
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MORS CORDIS: Berliner Metal mit einem Schuss Rap

Die Berliner - im wahrsten Sinne der Genreschöpfung - Crossover-Formation MORS CORDIS hat auf ihrem Albumdebüt "Das Prinzip" eine Reihe von Stilelementen zusammengetragen und gerecht auf knapp 45 Minuten Musik verteilt. Was die Hauptstädter selbst zu ihrem Stil zu sagen haben, welche Botschaften sie mit ihren Texten zu übermitteln gedenken und wie Berliner Weiße mit Schuss schmeckt, könnt ihr im folgenden Interview lesen, das wir mit Sänger Torsten Pfundt und Gitarrist David Warnert geführt haben.

DEALER: Backdoor Business [ausgemustert]

DEALER sehen zwar aus, als wollen sie dreckigen Hardrock spielen, bringen es aber leider nur zu mittelmäßigem 80er Schwanz-Rock zwischen Haarspray und GUNS & ROSES. Ich steh zwar auf Retro, aber leider überhaupt nicht auf 80er-Pudel. Außer MÖTLEY CRÜE. Aber von deren Rohheit sind die Herren Verkäufer soweit entfernt wie Tommy Lee vom Feminismus. Es gibt einen Unterschied zwischen schön angezerrten und drucklosen Gitarren. Es gibt einen noch viel größeren Unterschied zwischen Axl Rose und gutem Gesang. Langweilig, kraftlos, es ist mir vollkommen unverständlich, warum man solche Musik machen möchte. Das hier ist so wenig Rock´n´Roll wie ein Totenkopfshirt von H&M und ähnelt eher der musikalischen Untermalung des Alte-Herren-Abends in der Zahnarzt-Biker-Kneipe. Gott sei Dank kann ich die CD jetzt ausmachen und verschwinden lassen...