WOLVERINE: Fervent Dream [EP]

WOLVERINE spielen Prog-Metal der Marke FATES WARNING, angereichert mit Death-Grunts. Zwar muß sich die Band durchaus gefallen lassen, als FW-Klon bezeichnet zu werden, doch ist die Musik einfach zu genial, um als pure Kopie abgetan zu werden. Eine Veröffentlichung der Spitzenklasse!

Diese CD ist obergenial!

Es wundert mich absolut nicht, dass WOLVERINE aus Schweden beim diesjährigen ProgPower-Festival in den Niederlanden für einige erstaunte Gesichter gesorgt haben.

Die Band spielt Prog Metal in der Art der zweiten FATES WARNING-Phase (am ehesten mit dem Sound von “Perfect Symmetry” zu vergleichen), der durch den Einsatz eines Death-Grunzers etwas aufgepeppt wurde. Also ist man im ersten Moment durchaus geneigt, die Band als bloße Kopie der Vorbilder abzutun, die, um sich eben doch etwas zu unterscheiden, einen Grunzer angeheuert hat, um sich diesen Vorwurf eben nicht gefallen lassen zu müssen.

“Fervent Dream” ist eine echte Erfüllung

Doch hört man sich die CD in voller Länge an, kommt man schnell zu dem Schluss, dass WOLVERINE mehr sind als eine pure Kopie. Zwar ahmt die Band genauso den Gitarrensound und die Matheos’schen Harmonien nach, Sänger und Bassist Stefan Zell konnte glatt als Bruder von Ray Alder durchgehen, und an zwei Stellen hat die Band sogar ganz frech Parts von DREAM THEATER geklaut. Dennoch hat die Band genug eigene Ideen – die zwar genauso auch von FATES WARNING stammen könnten – um großartige Songs zu schreiben. Von einer so jungen Band solch ausgereifte Kompositionen zu hören, ist fast schon unheimlich, aber an den Songs gibt es einfach nichts, was man bemängeln oder gar besser machen hätte können.

Die Songstrukturen sind gut durchdacht, komplex aber dennoch eingängig, das Zusammenspiel der Musiker ist perfekt und die hervorragende Produktion und das stimmungsvolle Artwork machen “Fervent Dream” zu einer echten Erfüllung.

WOLVERINE ist ein kleines Meisterwerk gelungen

Doch das wunderschöne an “Fervent Dream” sind die Emotionen, die die Band vermittelt. Musik, die so sehr unter die Haut geht, bekommt man nicht jeden Tag geboten. Stefan Zell ist ein echter Hammersänger, der genau weiß, wie er jeden Ton, jede einzelne Note zu betonen hat, damit er dem Hörer eine Gänsehaut nach der anderen über den Rücken laufen lassen kann. Hört man sich nur mal den Mittelteil des zweiten Songs “Echoes” an – für mich der absolute Höhepunkt des Albums – so denke ich, dass ich nicht der einzige Metal-Fan bin, der nicht am liebsten sofort vor Glück anfangen würde zu weinen. Und dann noch diese Gitarren! Hört euch diese Gitarren an! Was für wunderschön gefühlvolle Soli, und besonders, wenn es zum Wechselspiel zwischen Gitarre und Stimme kommt, hat man das Gefühl, als würde dieses Instrument die dritte Gesangsvariante übernehmen.

Genug geschwärmt, bei dieser Mini-CD gibt es nur noch eins zu sagen: Wer nicht blöd ist, bestellt sich dieses absolute Meisterwerk auf der bandeigenen Homepage für 15,00 DM!

Spielzeit: 32:18 Min.

Line-Up:

Stefan Zell – Bass / Vocals
Carl-Hendrik Landegren – Guitars / Backing Vocals
Marcus Losbjer – Drums / Death Vocals
Mikael Zell – Guitars

Produziert von Per Ryberg & Wolverine
Label: Zizania Entertainment Group

Homepage: Wolverine-Homepage

WOLVERINE “Fervent Dream” Tracklist

1. Whispers on the Wind
2. Echoes
3. More than Grief
4. Again?
5. Last Words