WITHIN THE RUINS: Black Heart

WITHIN THE RUINS haben sich schon vor vielen Jahren eine eigene Nische im Metalcore geschaffen. Dank technischerHerangehensweise und Djent-, Progressive- sowie Mathcore-Einflüssen verhält sich das bei “Black Heart” nicht anders.

Artwork, Band-Logo und Merch-Artikeln mag man es nicht ansehen, aber WITHIN THE RUINS haben sich schon vor vielen Jahren im Metalcore ihre eigene Nische geschaffen. Technische Riffs gibt es vielerorts, aber wie die US-Amerikaner ihren Sound mit progressiven Riffs und Leads sowie einer Prise Djent anreichern, ist schon sehr speziell. Natürlich im positiven Sinn, denn wo so mancher (Tech-)Deathcore oftmals stumpf und vorhersehbar bleibt, verpasst das Quartett so gut wie jedem Breakdown einen spannenden Kniff.

So webt der ohnehin variable Titeltrack „Black Heart“ diverse Mathcore-Anleihen in das Klanggefüge ein, ohne aufdringlich zu werden. Diese Gitarrenspielereien – von Fans beizeiten liebevoll als Tetris Metal bezeichnet – sind ein Trademark von Gitarrist Joe Cocchi und ziehen sich wie ein roter Faden durch das Album. Die Leadgitarre in „Open Wounds“ treibt das wenig später auf den Gipfel, ohne jedoch abzuheben: Der im Djent verwurzelte Unterbau behält den Song auf dem Boden.

“Black Heart” hält vor allem für Gitarren-Nerds eine Menge zu entdecken bereit

Hier, in „Hollow“ sowie im starken „Deliverance“ spüren wir zudem einen starken Melodeath-Einfluss, der atmosphärisch gern ins Makabre abdriftet. Nicht zuletzt dank des neuen Sängers Steve Tinnon, dessen Stimmgewalt beachtlich ist, gleichen WITHIN THE RUINS dann kurzzeitig THE BLACK DAHLIA MURDER mit progressiverem Touch. Unterstützung bekommt der Frontmann hin und wieder von Bassist Paolo Galang, dessen Klargesang Tracks wie „Black Heart“ oder „Devil In Me“ mit ein paar catchy Melodien aufzulockern weiß.

Weder weichgespült noch übertrieben humorlos zeigen sich WITHIN THE RUINS somit auf ihrem sechsten Studioalbum, das die Extreme seines Genres auszuloten weiß und vor allem für Gitarren-Nerds eine Menge zu entdecken bereithält. Die beiden abwechslungsreichen Instrumentals „Eighty Sixed“ sowie „Ataxia V“ gehören sicherlich dazu, auch wenn man hier durchaus etwas straffer hätte vorgehen können.

WITHIN THE RUINS fehlt nur noch die Feinabstimmung

Und doch: Die Gegenpole zur sonst durchgehend hohen Intensität funktionieren nicht zuletzt wegen des deutlich hörbaren Talents der beteiligten Musiker. Was WITHIN THE RUINS also noch fehlt, ist einzig die Feinabstimmung: Die Formation mag seit geraumer Zeit in ihrer eigenen Nische musizieren, die zahlreichen Einflüsse aus dem erweiterten Genre-Kosmos wirken innerhalb einzelner Songs jedoch manchmal wie Querschläger und damit beliebig.

Das gilt auch für den eigentlich guten Klargesang in Tracks wie „Outsider“, der sich zu sehr an Genre-Konventionen orientiert, um sich abzuheben. Davon abgesehen, gibt es auf „Black Heart“ eine Menge zu entdecken – auch wenn es auf den ersten Blick nicht den Anschein haben mag.

Veröffentlichungstermin: 27.11.2020

Spielzeit: 44:49

Line-Up

Steve Tinnon – Vocals
Joe Cocchi – Gitarre
Paolo Galang – Bass, Klargesang
Kevin McGuill – Schlagzeug

Produziert von Joe Cocchi, Jim Fogarty und Joshua Wickman (Mix & Mastering)

Label: SPV / eOne

Homepage: https://withintheruins.bandcamp.com/
Facebook: https://www.facebook.com/withintheruins/

WITHIN THE RUINS “Black Heart” Tracklist

1. Domination
2. Deliverance (Video bei YouTube)
3. Black Heart (Video bei YouTube)
4. Open Wounds
5. Eighty Sixed
6. Devil In Me (Video bei YouTube)
7. Hollow
8. Outsider
9. RCKLSS
10. Ataxia V