THE BLACK DAHLIA MURDER: Verminous

THE BLACK DAHLIA MURDER: Verminous

Wir wüssten nicht, dass sich THE BLACK DAHLIA MURDER jemals um Astrologie geschert hätten, aber 2020 im Jahr der Ratte – der Metall-Ratte, um genau zu sein – ein neues Album mit dem Titel „Verminous“ zu veröffentlichen, kann kein Zufall sein. Passenderweise sind die schädlichen Nager das Erste, das wir zu hören bekommen, bevor uns morbide Gitarren in die pestverseuchte Kanalisation hinabziehen.

„Welcome unto this wretched underworld!”, heißt uns Trevor Strnad dort Willkommen, während uns der technische Melodic Death Metal-Bastard der US-Amerikaner um die Ohren fliegt. Grob könnte man THE BLACK DAHLIA MURDER immer noch zwischen AT THE GATES und CARCASS mit einem Schuss Schweden-Death einordnen, nur sollten sich derlei Vergleiche mit der neunten Full Length-Veröffentlichung längst erübrigt haben. Denn kurz und knapp formuliert klingt das Quintett auf „Verminous“ immer noch vertraut wie eh und je.

„Verminous“ trägt seinen morbiden Anstrich wie eine zweite Haut

Auf die typischen Trademarks müssen wir genauso wenig verzichten wie auf die Gewissheit, nach diesem 36-minütigen Höllentrip unsere Gliedmaßen einzeln wieder einrenken zu müssen. Alan Cassidys Schlagzeugspiel prügelt uns auch auf „Verminous“ die Birne weich, während die zahlreichen High Speed-Blasts unser Zwerchfell massieren. Vor dieser Kulisse keift sich Trevor Strnad mit seinem markanten Organ durch die zehn Songs, wobei er diesmal auch seine malmenden Growls prominenter einbindet. „Child of Night“ etwa erinnert uns in seiner Unaufhaltsamkeit an die vereinzelten Death-Walzen von „Ritual“ (2011).

Überhaupt ist das düstere „Ritual“ (2011) gar keine schlechte Referenz, denn diesen pechschwarzen und morbiden Anstrich der fünften Platte trägt auch „Verminous“ wie eine zweite Haut. „Nightbringers“ (2017) mag auf Anhieb ein Stück unmittelbarer und eingängiger gewesen sein, ihre melodische Seite haben THE BLACK DAHLIA MURDER dennoch nicht im Abfluss heruntergespült. Die unheilschwangeren Leadgitarren in „Removal Of The Oaken Stake“ könnten auch „Nocturnal“ (2007) entlehnt sein und mit „Sunless Empire“ gibt es gar eine waschechte Midtempo-Hymne samt ausladendem Gitarren-Solo.

THE BLACK DAHLIA MURDER beschwören eine unwirtliche Atmosphäre herauf

Die gelungene AT THE GATES-Hommage „The Wereworm’s Feast“ folgt einer ähnlichen Rezeptur, bevor das eingängige Riffing einem ungleich härteren Schlussakt weichen muss. Diese Konsequenz finden wir auch am Ende von „Verminous“ vor, wo THE BLACK DAHLIA MURDER einmal mehr die unwirtliche Atmosphäre von „Ritual“ (2011) heraufbeschwören. Die Gitarre schneiden ins Fleisch, während uns ein giftiger Trevor Strnad auf unser unausweichliches Schicksal vorbereitet. Das Letzte, das wir in „Dawn Of Rats“ hören: eine Horde hysterisch quiekender Nager – Willkommen im Jahr der Ratte.

Veröffentlichungstermin: 17.4.2020

Spielzeit: 35:48

Line-Up:

Trevor Strnad – Vocals
Brandon Ellis – Gitarre, Backing Vocals
Brian Eschbach – Gitarre, Backing Vocals
Max Lavelle – Bass
Alan Cassidy – Drums

Produziert von Brandon Ellis und Tue Madsen (Mix)

Label: Metal Blade

Homepage: https://www.tbdmofficial.com/
Facebook: https://www.facebook.com/theblackdahliamurderofficial/

THE BLACK DAHLIA MURDER “Verminous” Tracklist

01. Verminous (Lyric-Video bei YouTube)
02. Godlessly
03. Removal of the Oaken Stake (Lyric-Video bei YouTube)
04. Child of Night (Video bei YouTube)
05. Sunless Empire
06. The Leather Apron’s Scorn
07. How Very Dead
08. The Wereworm’s Feast
09. A Womb in Dark Chrysalis (Interlude)
10. Dawn of Rats

Florian Schaffer
Genres: Black Metal, Death Metal, Melodic Death Metal, Metalcore, Post Metal, Progressive, Rock, Thrash Metal.