VENAERA: Insecure Security [Eigenproduktion]

VENAERA: Insecure Security [Eigenproduktion]

Bei der aktuellen Flut an Metalcore-Veröffentlichungen, die auch nach mehreren Jahren noch nicht abzuebben scheint, ist es für Bands aus dem Sektor immer schwieriger geworden, aus dieser Masse hervorzustechen. Dem sind sich scheinbar auch VENAERA bewusst und versuchen deshalb ausgesprochen erfolgreich, sich vom gewöhnlichen Baukasten-Metalcore abzugrenzen, indem sie sowohl gesanglich als auch instrumental eigene Wege gehen. Zwar werden die Wurzeln in den sieben Songs nie verleugnet, mit dem Genre-Einheitsbrei hat das Dargebotene aber trotzdem nicht mehr viel zu tun.

„Insecure Security“ klingt über weite Strecken unverbraucht

Das Quintett arbeitet nicht nur immer wieder mit unverzerrten Gitarren, die wie in „When I Wake“ in Kontrast zum schleppenden Metalriffing stehen, sondern verzichtet auch bewusst auf übermäßig viele Anleihen bei der Göteborger Schule. Das schafft Abwechslung und wirkt dank des dominierenden eigenwilligen Klargesangs auch recht unverbraucht. Screams und Shouts werden hauptsächlich zur Ergänzung eingestreut. Einzig der kompromisslose Opener „Dress And Gloves“ bildet hier die Ausnahme zur Regel, bei der die aggressiven Vocals deutlich überwiegen. Den Höhepunkt erreicht „Insecure Security“ schließlich im abwechslungsreichen „My Father’s Son“, bei dem VENAERA ihre Stärken konsequent ausspielen: Eingängige Riffs, eine groovende Rhythmusfraktion und facettenreicher Gesang zeigen auf, welch Potenzial diese Band besitzt.

Ein angenehmer Kontrast zum Genrestandard

Es bleibt also zu hoffen, dass sich die Kasseler in Zukunft weiter an diesen Eigenschaften orientieren, denn auch wenn ihre Debüt-EP ein mehr als ordentlicher Einstieg ist, gibt es dennoch Spielraum nach oben. Trotz der guten, druckvollen Produktion können nämlich nicht alle Songs wirklich packen. Gerade beim schleppenden „When I Wake“ und der Midtempo-Nummer „Eleven Eleven“ bewegt sich der sich beinahe überschlagende Gesang arg an der Grenze des Ertragbaren und lässt den Hörer hin und wieder mit der Skip-Taste liebäugeln.

Aber auch mit diesem Manko bieten VENAERA auf ihrem Erstlingswerk einen angenehmen Kontrast zum sonst vorherrschenden, lieblosen Metalcore-Gewäsch. Musikalisch breitgefächerte Genrefans dürfen gerne Probe hören.

Veröffentlichungstermin: 15.02.2008

Spielzeit: 28:10 Min.

Line-Up:
Steve Lemmens: Vocals
Martin Schroeder: Guitar
Francesco Faupel: Guitar
Sebastian Ludwig: Bass
Matthias Grunewald: Drums

Produziert von VENAERA
Label: Eigenproduktion

Homepage: http://www.myspace.com/venaera

VENAERA „Insecure Security“ Tracklist

01. Dress And Gloves
02. At The Two-Four
03. When I Wake
04. Clarity
05. Eleven Eleven
06. My Father´s Son
07. Lubricate

Florian Schaffer
Florian hat von 2008 bis 2015 Reviews und Live-Berichte für vampster geschrieben. Seit 2019 ist er wieder mit dabei. Lieblingsbands: AMORPHIS, ARCHITECTS, BARONESS, CULT OF LUNA, DARK TRANQUILLITY, GHOST BRIGADE, IN FLAMES, THE OCEAN. Genres: Black Metal, Death Metal, Melodic Death Metal, Metalcore, Post Metal, Progressive, Rock, Thrash Metal.