VADER: The Art of War

VADER: The Art of War

Nein, bei vorliegender CD handelt es sich nicht um einen weiteren Terminator-Soundtrack, was man bei bloßem Betrachten des äußerst unpässlichen Artworks durchaus annehmen könnte, sondern tatsächlich um The Art of War, dem Regain Records-Debüt der Polen VADER. Mit vorliegender EP wollen Peter und Co. zum einen ihrem erst kürzlich verstorbenen ex-Drummer Krzystof Doc Raczkowski huldigen und zum anderen, wie man es schon von den Deathern gewohnt ist, wieder einmal die Wartezeit auf das nächste Full-Length Album verkürzen, was der Band trotz der nahezu unverschämt kurzen Spieldauer von gut 14 Minuten auch mehr als gelungen zu sein scheint!

Glücklicherweise haben sich VADER nämlich nur in visueller Hinsicht verändert, musikalisch knüpft man demnach genau dort an, wo man auf The Beast weniger als ein Jahr zuvor aufgehört hatte. Ein pathetisches, martialisches Intro leitet das Geschehen ein und knüppelt der Quasi-Titeltrack This Is the War erst einmal los, so wird dem Hörer schnell klar, dass der Albumname durchaus auch Programm ist und musikalisch wieder einmal alles in Grund und Boden gestampft wird. Gerade erwähnter Song besticht besonders durch seine Eingängigkeit, denn schon beim ersten Hördurchlauf erwischt man sich selbst beim begeisterten Mitgröhlen des Refrains und selbst die bei VADER sonst eher verworrene Songstruktur ist hier sofort nachvollziehbar. Nach knapp drei Minuten ist der erste Vorstoß bereits vorbei, doch im Eiltempo geht es mit dem auch nicht besonders viel länger ausgefallenen Lead Us!!! weiter! Und hier wird nach einer kurzen Verschnaufpause wieder alles kurz und klein geschlagen, besonders der mittlerweile fest bei VADER wütende Drummer Daray kann sich hier wunderbar in Szene setzen und beweist unmissverständlich, dass die Band seit seinem Einstieg noch einmal eine ganze Schippe an Dynamik dazugewinnen konnte. Mit What Colour is Your Blood, einem Song, der deutlich grooviger daherkommt und durchaus mit den Revelations-Krachern The Code und When Darkness Calls mithalten kann, fahren die Polen nach einem kurzen instrumentalen Zwischenspiel schließlich das absolute Highlight der kurzen Scheiblette auf, bevor die CD mit dem nur zwei Minuten langen Death in Silence etwas schwächelnd abgeschlossen wird.

Alles in allem liefern VADER mit The Art of War also eine solide EP ab, die sich nahtlos in den Backkatalog der Polen einreihen wird. Zwar lassen sowohl das fragwürdige Artwork als auch der ansehnliche, dennoch aber überhaupt nicht zum Song passende Videoclip zu This is the War auf Trendanbiederung oder Marktstrategie schließen, doch haben VADER auch anno 2005 nichts von ihren Idealen verloren, sondern klettern erhobenen Hauptes die nächste Sprosse auf der Karriereleiter nach oben. Wenn die Band dieses hohe Niveau in naher Zukunft beibehält, mache ich mir um das nächste Full-Length Album jedenfalls absolut keine Sorgen…

Veröffentlichungstermin: 14.11.2005

Spielzeit: 14:33 Min.

Line-Up:
Peter – vocals

Mauser – guitars

Daray – drums

Novy- bass

Produziert von Wojtek & Slawek Wieslawsky
Label: Regain Records

Homepage: http://www.vader.pl

Tracklist:
01. Para Bellum

02. This is the War

03. Lead Us!!!

04. Banners on the Wind

05. What Colour is your Blood?

06. Death in Silence