V8 WANKERS: Hell on Wheels

Die WANKERS wie immer ganz weit vorne, was coolen Rock´n´Roll angeht

Auch wenn man während der ersten Takte des Openers den Eindruck hat, man würde eine alte Platte von ACCEPT hören, wird doch nach dem ersten Break relativ schnell klar, dass sich Deutschlands Vorzeige-Schweinerock-Band nicht wirklich geändert hat. Lemmy sei dank!
Es gibt hochklassigen, dreckigen Riff-Rock in den Geschwindigkeiten Schnell, Mittel-Schnell und Nicht-ganz-so Schnell, mit einer Menge freiwilliger oder gewaltsam einezogener Mitstreiter aus der Riff-Armada von MOTÖRHEAD, AC/DC oder ROSE TATTOO. Veredelt wie immer durch das sehr charakteristische Organ von Lutz Vegas. Alles beim Alten also bei den Auto-Fetischisten. Und erstaunlicherweise schaffen sie es auch mit dieser Platte ihr hohes Qualitätslevel zu halten und ihre bemerkenswerte Lässigkeit in jeden Song einfließen zu lassen. Gerade diese Lässigkeit ist der große Pluspunkt der Wankers, denn an den Stellen, an denen andere Bands gerne mal in hektische Punkigkeit verfallen, schalten die Jungs lieber mal einen Gang zurück und lassen fast schon altersweise ihre Riffs wirken und leben. Die Songs bieten alle bekannten Trademarks, schöne Refrains, viele coole Riffs und jede Menge Freude am Rock´n´Roll. Textlich und stylisch sind die Wankers sowieso ganz weit vorne, Artwork und Fotos sind wie immer klasse. Die Band ist eben ein Rock´n´Roll-Gesamt-Kunstwerk.
Ähnliches wie für die Songs, gilt aber auch für die Produktion, auch hier herrscht Lässigkeit. Man hat zwar etwas an Wildheit verloren, dafür aber mächtig an Druck gewonnen, verglichen mit den letzten Platten. Lässigkeit ist Trumpf gegenüber jugendlichem Ungestüm. (Werden wir jetzt etwa alt? – Jungs, ich bin bei euch!) Man kann sich aber bei den V8WANKERS wenigstens darauf verlassen, dass Druck und Klarheit nicht zu Lasten des von mir so geliebten Drecks geht, so dass die Produktion durchaus als gelungen zu bezeichnen ist. Der Schritt zu mehr Transparenz ist in etwa vergleichbar mit dem Unterschied zwischen Let there be Rock und Powerage. (Wer jetzt nicht weiß, von wem und welche Platten das sind, der… ach, so etwas gibt es nicht. Das weiß JEDER!)
Mit dieser Platte zementieren die V8WANKERS ihre Vormachstellung in Deutschland und Europa und beweisen eindrucksvoll, wie Rock´n´Roll geht, auszusehen hat, klingen soll und richtig Spaß macht.

Veröffentlichungstermin: 2007

Spielzeit: 45,28 Min.

Line-Up:
Lutz Vegas – Vocals
Vulcanus – Lead Guitar
Schmuddel -Rhythmn Guitar
Danny Diamond – Bass Guitar
Dirty Dick – Drums

Produziert von Uwe Lulis
Label: Rude Records

Homepage: http://www.v8wankers.de

Tracklist:
1. Hell on Wheels
2. Lights out!
3. What me worry?
4. Speed kills
5. Son of a Gun
6. Hollow Legs
7. Patience my Ass
8. Trouble
9. Bloody Knuckles
10.We control Rock´n´Roll
11.The Devil made me do it again
12.The Gypsy
13.Bring back the Rock