UFO: Covenant

Die Songs sind so, wie sie bei den UFO der Schenker-Phase(n) fast immer sind: traditionell hardrockend und verträumt melancholisch, akkustisch vibrierend und elektrisierend dynamisch, ein wenig anachronistisch und britisch-liebenswert. Eine gute, völlig unmoderne (Kompliment!) CD, die heute genauso bestehen kann wie in zehn Jahren.

Die fliegende Untertasse ist also wieder mal in einem Studio zwischengelandet. Und da Michael Schenker sich einen Anteil an den Namensrechten gesichert hat, kann man bei allen neuen UFO-Releases sicher sein, dass der Deutsche darauf auch die Axt schwingt. So muss man bei Schenkers ständigen Eskapaden wenigstens nicht mehr permanent auf das Line-Up schielen. Unter UFO dürften in Zukunft zumindest die Herren Way, Mogg und Schenker firmieren. Paul Raymond ist wie Drummer Andy Parker (und dessen Nachfolger Simon Wright) nicht mehr mit von der Partie, was live ein echter Jammer ist, wenn man die zweistimmigen Schenker/Raymond-Soli auf der beiliegenden Bonus-CD hört.

Diese kann man bis auf die verwirrend falsche Listung der Titel als gelungen ansehen, obwohl 34 Minuten auch für eine Bonus-CD etwas mager sind. Aber als Dreingabe hört man die älteren Herren doch gerne mal in den USA live musizieren. „Covenant“ selbst bietet alles, was UFO ausmacht: Phil Moggs unverwechselbare Stimme, Schenkers genial-göttliches Gitarrenspiel und eine fett bollernde Rhythmussektion. In dieser hat Bassist Pete Way mit Ansley Dunbar prominente Verstärkung erhalten. Unnötig, über dessen staubtrockenes Spiel weitere Worte zu verlieren. Die Songs sind so, wie sie bei den UFO der Schenker-Phase(n) fast immer sind: traditionell hardrockend und verträumt melancholisch, akustisch vibrierend und elektrisierend dynamisch, ein wenig anachronistisch und britisch-liebenswert. In etwa vergleichbar mit dem Vorgänger „Walk On Water“, die Brecher aus den Siebzigern sind und für mich unerreicht bleiben.

“Covenant” kann noch in zehn Jahren genauso bestehen wie heute

Trotzdem eine gute, völlig unmoderne (Kompliment!) CD, die heute genauso bestehen kann wie in zehn Jahren. Welche Band kann das von ihren Outputs schon behaupten? Und jetzt wollen wir Schenker wieder live sehen, am besten mit seinen MSG und einem ausreichend aggressiven Sänger. Dann wäre die Welt fast wieder wie in den Achtzigern und damit in Ordnung.

UFO “Covenant” Tracklist

Disc One

  1. Love Is Forever
  2. Unraveled
  3. Miss The Lights
  4. Midnight Train
  5. Fool’s Gold
  6. In The Middle Of Madness
  7. The Smell Of Money
  8. Rise Again
  9. Serenade
  10. Cowboy Joe
  11. The World And His Dog

Bonus Disc

  1. Mother Mary
  2. Let It Roll
  3. This Kids
  4. Love To Love
  5. Out In The Street
  6. Pushed To The Limit
  7. Venus