THE NIGHT TERRORS: Back To Zero

THE NIGHT TERRORS: Back To Zero

Kurz und knapp, wenn du vom Song Burrow von HEIRS neuem Album Fowl, wegen dem wundervollen Theremin, das darauf platziert ist, nicht genug kriegen kannst, solltest du gleich THE NIGHT TERRORS in die Liste der Bands aufnehmen, die du kennen lernen musst. Mit ihrem Debütalbum Back To Zero bringen THE NIGHT TERRORS ganze Herzen zum Schmelzen. Nicht nur, dass sie schönen Retro-Synthesizer-Rock spielen, bei denen Freunden von ZOMBI eine authentische, rockige Alternative zu ihrer Lieblingsband erhalten, auch wenn es poetischer und etwas leiser wird bezaubern THE NIGHT TERRORS mit dem sagenhaften Klang ihres Theremins.

Den Punkbackground der Band aus Melbourne zu überhören ist dennoch so gut wie unmöglich. Zwar sind weite Strecken des Albums poetisch, voller Liebe und Wärme, aber dennoch geben THE NIGHT TERRORS in Blood And Bone, Sesquipedalian und Existential Revelation In The Circle Pit At Slayer – ein erstklassiger Songtitel übrigens – Gas, so dass punkiges Drumming, verzerrter Bass, und chaotische Synthesizer-Parts zum Einsatz kommen. Eine schöne Abwechslung auf Back To Zero, weshalb die gute Stunde Musik niemals droht langweilig zu werden. Dennoch, wenn THE NIGHT TERRORS ihren Songs Zeit lassen, wenn ihre stilvoll gewählten Synthesizer-Sounds sich wie leicht prasselnder Regen über den Hörer ergießt, wenn es langsam, bedächtig und fast schon melancholisch wird, wenn das Theremin einen seiner vielen großen Einsätze auf dem Album hat, wie in Human Hair, Glass Eyes, Saturnalia, Epithet und Righteous, dann gibt es erst recht keinen Weg mehr heraus aus der faszinierenden Welt von Back To Zero.

Bis auf den etwas zu ausufernden, experimentellen Schlusspunkt im Titelsong mit zwanzig Minuten Länge, werden hier auch keine langatmigen Momente geboten. Die Songs sind auf den Punkt, entfalten sich, wenn es angebracht ist, sind ansonsten relativ kurz und sehr prägnant. Das Ganze klingt schon ein wenig nach dem, was THE NIGHT TERRORS live bieten, allerdings nicht so drückend und massiv. Generell hätte die Produktion ein wenig fetter sein dürfen, auch ohne die Gefahr, dass die erdige Komponente verloren gegangen wäre. Die Synthesizer sind weit von billigen Plastiksounds entfernt, ein wenig wärmer und charakteristischer hätten die Sounds aber schon sein dürfen. Immerhin, das Theremin steht hier im Vordergrund und sein zerbrechlicher, wundervoller Klang allein treibt dir schon einen Pfahl ins Herz.

Miles Brown am Theremin und Bass führt die vierköpfige Band selbstbewusst an, kein Wunder, denn sein Können am Theremin allein ist schon unglaublich. Das Schlagzeugspiel von Ianto Kelly hingegen ist recht direkt und dreckig, weshalb THE NIGHT TERRORS einen schönen, sehr unkonventionellen musikalischen Kontrast bieten. Von zahlreichen Synthesizern umwoben, ist dies ein Retro-Sci-Fi-Trip für alle, die aus den frühen Achtzigern nie so richtig heraus gekommen sind. Wenn du GOBLIN, ZOMBI und Carpenter magst, es aber etwas rockender, dreckiger und songorientierter brauchst, solltest du unbedingt THE NIGHT TERRORS in dein Herz aufnehmen, vor allem weil ich davon ausgehe, dass sie in Zukunft zu richtig großen Taten fähig sein werden.

Veröffentlichungstermin: Herbst 2010

Spielzeit: 66:53 Min.

Line-Up:

Miles Brown – Therein, Synth, Bass & Noise
Ianto Kelly – Drums
Marika Bardin – Synth
Nedd Jones – Synth

Produziert von THE NIGHT TERRORS und Nao Anzai
Label: Trendkill Recordings

Homepage: http://www.thenightterrors.com

MySpace: http://www.myspace.com/thenightterrors

Tracklist:

1. Human Hair
2. The Dream Eater
3. Glass Eyes
4. Blood And Bone
5. Saturnalia
6. Sesquepedalian
7. Epithet
8. Existential Revelation In The Circle Pit At Slayer
9. Righteous
10. Back To Zero