TAVARON: Architektur des Schmerzes

13 Songs und 13 Höhepunkte bietet dieser Rundling, der somit in der Qualitäts-Skala weit oben anzusiedeln ist.

Kaum eine Band ist so bemüht sich vom Black Metal abzusagen wie die Duisburger Formation TAVARON. Ob das aber mit dieser Scheibe gelingt ist eine zweite Sache, denn mit „Architektur des Schmerzes“ werden sie insbesondere Freunde eben dieses Genres ansprechen. Aber wie das Kind nun heißt ist zweitrangig, denn die Musik selbst hat die Schlagkraft, von der sie auch ordentlich Gebrauch macht.

13 Songs und 13 Höhepunkte bietet dieser Rundling, der somit in der Qualitäts-Skala weit oben anzusiedeln ist. Natürlich preschen manche Songs weiter nach vorne, wie z.B. „Namenlos“, der nach dem ruhigeren Intro herrlich frisch drauflosprischt. „Der Infekt genannt Menschheit“ beginnt dagegen eher locker, bis Sänger Andy mit seinem durchbohrenden Gesang einsetzt. Die Lyrics, die in allen Songs meistens auf Deutsch, manchmal aber auch auf Englisch vorgetragen werden, sind nicht typisch gekreischt, sondern klingen viel kehliger und rauer. Dadurch kommen die Texte wesentlich besser zur Geltung. Diese sind nämlich auch viel zu schade um überhört zu werden.

Beeindrucken kann auch das midtempo-lastige „Brudermord“, welches durch sein gedrosseltes Tempo sehr eindringlich und bedrohlich wirkt. Dazu gesellt sich auch der Titeltrack „Architektur des Schmerzes“, der durch den Einsatz einer Violine schon liebliche Züge bekommt. Aber natürlich kesselt es dann sogleich wieder herrlich los, so dass für Sentimentalität kein Platz bleibt. Für „Seismische Seelenangst“ konnten die Duisburger Jürgen Bartsch von BETHLEHEM gewinnen, der dem Song einen ganz eigenen Stempel aufdrückte. Dieser ist hörbar anders als die TAVARONschen Ergüsse, aber dennoch passt es hervorragend dazu, da auch sie viel mit Samples oder unerwarteten Wendungen arbeiten.

„Nazgul“ ist dem verstorbenen Sänger Nazgul gewidmet, der bei einem Unfall ums Leben kam. Die Traurigkeit seines Todes kann hier in jeder Zeile vertont werden und wirkt absolut authentisch. Nazgul hat für dieses Album übrigens noch einen Teil der Lyrics geschrieben, so dass er ein kleines bisschen in diesen Songs weiterlebt.

Für Vinyl-Freaks hat die Band ein paar Schmankerl parat, denn neben der regulären LP-Version gibt es auch rot/grünes Vinyl, sowie eine Splatter-Version. Die CD gibt es, neben der normalen Jewelcase-Ausgabe, außerdem auch im schnieken A5 Digipack. Für die nächsten Geburtstage aller Freunde hat man somit immer das passende Geschenk.

Spielzeit: 39:49 Min.

Line-Up:
Andy Wolf – Vocals
Nazeth – Gitarre
Trist – Drums
Sturm – Bass
Label: Niederrhein Terror

Homepage: http://www.tavaron.org

MySpace: http://www.myspace.com/tavarondeutschland

Tracklist:
01. Einklang
02. Namenlos
03. Der Infekt Genannt Menschlichkeit
04. Stiller Schrei
05. Brudermord
06. Architektur Des Schmerzes
07. Seismische Seelenangst
08. Queen Of My Winterland
09. Shotgun Suicide
10. Tavaron (part II)
11. Von Einem Der Den Tod Verdient
12. Nazgul
13. Schmerzerfüllung