SYMBIONTIC: Vaya

Wenn ihr nach eigenständigem und niveauvollem Todesblei sucht, ist dies eure Erfüllung.

Eins vorweg, es ist erstaunlich wie sich diese Band gemausert hat. SYMBIONTICs Eigenproduktion BioConstruct ist mir noch in guter Erinnerung und jetzt, knappe drei Jahre später, flattert mir das Debütalbum Vaya ins Haus. Was soll ich sagen, allein die Aufmachung begeistert mich vom Fleck weg. Hier hat sich einer verdammt große Mühe gegeben, das 24-seitige Booklet ist wunderschön gestaltet, der Pappschuber ist geprägt, da macht das Hören gleich doppelt Spaß.

Das hätte ohne dieser Aufmachung aber auch Spaß gemacht. Nein, es hätte auch vom Hocker gerissen, denn eine dermaßen tiefe und spannende Death Metal-Scheibe tümmelt sich wirklich selten bei mir. Vor Leidenschaft strotzend bietet Vaya alles, was ich am Death Metal liebe: Brachiale Power, Brutaliät, wunderbare Melodien, dunkle Atmosphäre und anspruchsvolle Arrangements. Vaya beginnt mit einem Paukenschlag, Ascending of the Blackest überkommt den Hörer mit derart brachialer Gewalt, dass man nur fassungslos dasitzt und den eigenen Ohren nicht traut. Demon und A Cold Day in Hell bieten fast schon ein Kontrastprogramm, hier wird mit wunderbaren Melodien geliebäugelt und gleichzeitig so komplex agiert, dass man enorm gefordert wird. Wer waren nochmal AT THE GATES und MORBID ANGEL?

Auch einige instrumentale Zwischenspiele wie Calling the Storms werden angewandt, was viel Atmosphäre erzeugt und dem Album an sich zugute kommt, es klingt dadurch einfach wie ein Ganzes und nicht wie eine Ansammlung von zehn Songs. Und überhaupt, selbst wenn das Werk eigentlich Death Metal per excellence darstellt, das Drumherum ist mindestens genauso wichtig wie das eigentliche Material. Das macht Vaya auch so erfrischend und so fordernd. 30 Minuten ohne Unterbrechung knüppeln kann jeder, doch aus Death Metal ein wirkliches Kunstwerk zu machen ist den Wenigsten vorbehalten. SYMBIONTIC zum Beispiel.

Passend dazu liefern die Musiker nicht nur gekonnte und genretypische Performance an ihren Instrumenten ab, sie setzen auch viele Keyboards und Synthies ein, ebenso wie Akustikgitarren. Der Blick über den Tellerrand erfolgt auch beim Songwriting, so dass man manchmal glaubt einen Soundtrack zu hören. Die Musiker liefern eine beeindruckende Performance ab, an ihren Instrumenten macht den Jungs so schnell keiner was für, gerade die Gitarristen überzeugen vom Fleck weg. Einzig die Growls von Sänger Volker sind ein wenig eindimensional, doch sein Flüstern in Under A Mourning Sky verschafft sofort Gänsehaut.

Keine Frage, das hervorragend produzierte Vaya hinterlässt einen bleibenden Eindruck bei mir, zeigt, dass es in Deutschland verdammt gute Acts gibt und hat einen nicht zu verachtenden Suchtfaktor inne. Ganz klar, SYMBIONTIC werden bald in aller Munde sein, sofern ihr mitmacht. Also, liebe Death Metal-Gemeinde: Kauft euch dieses Album. Wenn ihr nach eigenständigem und niveauvollem Todesblei sucht, ist dies eure Erfüllung.

Veröffentlichungstermin: 18. April 2005

Spielzeit: 40:56 Min.

Line-Up:
Volker Binias – Vocals

Torsten Horstmann – Guitar

Marcel Schiborr – Guitar, acoustic guitar, keys, backing vocals

Matthias Spaeth – Bass

Hartmut Stoof – Drums

Produziert von SMS & Symbiontic
Label: Sylphony Creations

Homepage: http://www.symbiontic.de

Email: torsten@symbiontic.de

Tracklist:
1. Ascending of the Blackest

2. Demon

3. Calling the Storms

4. Flamewinged Majesty

5. Bloodpath

6. Vaya

7. Psycho

8. Under a Mourning Sky

9. A Cold Day in Hell

10. The Descending