SLAUGHTER TO PREVAIL: Kostolom

“Kostolom” bedeutet brachialen Deathcore am Anschlag, der dank seiner Nu-Metal-Schlagseite aber auch ein eigenes Profil entwickeln kann.

Es klingt wie der Traum vieler Teenager: vom eigenen YouTube-Kanal zur großen Karriere. Und doch wurde Sänger Alex Terrible der Erfolg nicht einfach geschenkt. Tatsächlich zählt die YouTube-Präsenz des Frontmanns Anfang 2022 rund 830.000 Abonnenten, die er ursprünglich durch Cover-Performances für sich gewann, bevor er den Kanal nach der Bandgründung mit Gitarrist Jack Simmons zur Plattform für SLAUGHTER TO PREVAIL umfunktionierte. Warum das nun relevant ist? Nun, „Kostolom“ ist der zwischenzeitliche Höhepunkt dieser Entwicklung, die auch aufgrund der starken Social-Media-Präsenz Terribles überhaupt erst so in Schwung kommen konnte.

Millionenfache Aufrufe der Leadsingles „Demolisher“ sowie „Baba Yaga“ sprechen eine deutliche Sprache, die Fanbase sieht in ihrem Idol aufgrund dessen markerschütternder Stimme gar die Inkarnation des Leibhaftigen. Ganz so infernalisch wirken SLAUGHTER TO PREVAIL bei näherer Betrachtung dann nicht, aber diese bitterböse und vollkommen humorbefreite Herangehensweise der Band imponiert dann doch.

SLAUGHTER TO PREVAIL haben mehr zu bieten als Alex Terribles kellertiefe Grunzer

Tatsächlich entwickelt „Kostolom“ ein durchaus eigenes Profil: Der Deathcore des Quartetts zielt mit markigen Riffs und drückendem Drumming stark auf den Pit, während ein hörbarer Nu-Metal-Einschlag ein gewisses Maß an Chaos hinzuaddiert – nicht unähnlich der frühen SLIPKNOT (u.a. „Baba Yaga“). Hinzu kommen einige Tempowechsel, die nicht zuletzt dank Schlagzeuger Evgeny Novikov und dessen wahnsinnig schnellen Doublebass-Attacken („Demolisher“) beeindrucken.

Auf diese Weise kommen SLAUGHTER TO PREVAIL auch nahezu ohne Clean-Vocals oder ruhigere Interludes aus. Die Abwechslung steckt im Detail: teils angeschwärzte Gitarren („Bonebreaker“, „Demolisher“), krachende Breakdowns, Blastbeats, stampfende Grooves („Bratva“) und natürlich Alex Terribles Vocals, die glücklicherweise weit mehr zu bieten haben als die kellertiefen Grunzer, für die er online so viel Ruhm einstreichen konnte.

“Kostolom” ist brachialer Deathcore am Anschlag

Ein Fable für trockenen sowie maximal brachialen Deathcore sollte man dennoch mitbringen. „Kostolom“ heißt übersetzt nicht umsonst so viel wie „Knochenbrecher“ – ein Titel wie eine Ankündigung, die SLAUGHTER TO PREVAIL darüber hinaus ernst nehmen, was im Laufe der 50 Minuten zunehmend klar wird. Wenn wir also gegen Ende nach einer kleiner Verschnaufpause lechzen, dann liegt das nicht unbedingt an der Qualität des Songmaterials selbst, sondern an der Intensität – die Band will uns einfach nicht zur Ruhe kommen lassen.

Etwas dramaturgisches Feingefühl wäre uns bei zwölf Songs am Anschlag daher nicht ganz unrecht gewesen, aber wir verstehen auch, warum uns dieser Wunsch verwehrt bleiben muss. Immerhin hat Alex Terrible seine Gefolgschaft nicht mittels sanfter Klänge aufgebaut und irgendwo hat man als Marke – eine solche ist der omnipräsente Kopf der Band ja mittlerweile – auch einen Ruf zu verlieren.

Veröffentlichungstermin: 13.08.2021

Spielzeit: 49:01

Line-Up

Alex Terrible – Vocals
Jack Simmons – Gitarre
Mike Petrov – Bass
Evgeny Novikov – Drums

Produziert von Ivan Anthropocide (Mix / Mastering)

Label: Sumerian Records

Facebook: https://www.facebook.com/slaughtertoprevailrus

SLAUGHTER TO PREVAIL “Kostolom” Tracklist

1. Bonebreaker
2. Demolisher (Video bei YouTube)
3. Baba Yaga (Video bei YouTube)
4. Made In Russia
5. Agony (Video bei YouTube)
6. Zavali Ebalo
7. Your Only
8. I Killed A Man
9. Bratva
10. Ouroboros
11. Head On A Plate
12. Father