PRO-PAIN: The Final Revolution

PRO-PAIN: The Final Revolution

Wer von einem PRO-PAIN-Album Neuerungen erwartet, weil das Wort Revolution im Titel enthalten ist, der kann entweder beruhigt sein, weil dem nicht so ist, oder bei dem sind ein paar Sicherungen zu viel im Moshpit durchgeschmort. Die AC/DC des NYHC spielen seit vielen Jahren denselben Stiefel runter, sie sind einfach nicht totzukriegen. Vor über zwanzig Jahren kam das Debüt der New Yorker heraus, seitdem hat sich wenig verändert: Gary Meskil ist grantig, brüllt prollig herum, seine Riffs sind nicht gerade das, was man als Herausforderung bezeichnen könnte und das Schlagzeug groovt fett und kompromisslos dazu. PRO-PAIN sind nah am Metal, speziell am Thrash und fahren mit dieser Formel seit zwei Dekaden gut. Weil ihre Songs aber alles andere als spannend sind, werden sie hinter Bands wie BIOHAZARD auch ewig in der zweiten Riege bleiben, da können sie noch so viele Alben veröffentlichen und noch so viel touren.

PRO-PAIN haben songschreiberisch ein routiniertes Album parat, spielerisch sowieso. Einige Riffs, ein paar Refrains, diverse Phrasen bleiben schnell haften, in die Beine geht die Musik im Handumdrehen. Wollen wir PRO-PAIN mal nicht die Fähigkeit absprechen, Hits zu schreiben: One Shot, One Kill, The Final Revolution, Can´t Stop The Pain und Fall From Grace werden unter Garantie von den Fans beherzt mitgebrüllt. The Final Revolution bietet sechsunddreißig Minuten lang leichte Unterhaltung, ohne Schnörkel – von ein paar etwas deplatzierten Gitarrensoli mal abgesehen – die ebenso schnell wieder vergessen ist, wie sie im Ohr gelandet ist. Wenn man PRO-PAIN-Fan ist, sieht man das wohl anders, da feiert man die Rückkehr seiner Helden und freut sich, dass Gary Meskil immer noch kurz vor der Schnappatmung vor lauter Wut ist.

Produziert ist das Album überaus solide. The Final Revolution klingt modern, ist aber nicht steril. Der Sound klingt frischer, als die Songs es sind, lässt die Band heavier wirken, als sie ist. PRO-PAIN altern zwar, sind aber immer noch aufmüpfig und voller jugendlicher Energie. Ich geb´s ja zu: Auch als jemand, der sicherlich kein großer Freund von PRO-PAIN ist, kann ich gewissen Spaß mit The Final Revolution haben, zumindest wenn ich mir dieses Album nicht öfter als fünfmal anhören muss und auch wenn ich unter Hardcore etwas gänzlich anderes verstehe, als das tumb-reaktionäre Geschimpfe eines Gary Meskils. Einfach, weil es simpel, effektiv und ehrlich ist und Unterhaltungswert besitzt.

Ach, ist doch egal, was ich schreibe. Die toughen Jungs mit kurzen Armyhosen und Totenkopfbandanas sehen das eh anders als ich.

Veröffentlichungstermin: 22. November 2013

Spielzeit: 36:46 Min.

Line-Up:
Gary Meskil – Bass, Vocals
Marshall Stevens – Guitar
Adam Phillips – Guitar
Jonas Sanders – Drums

Produziert von V.O. Pulver
Label: Steamhammer

Homepage: http://www.pro-pain.com/

Mehr im Netz: https://www.facebook.com/pages/PRO-PAIN-OFFICIAL-PAGE/215861125115781

Tracklist:
1. Deathwish
2. One Shot One Kill
3. Southbound
4. Problem Reaction Solution
5. The Final Revolution
6. Can´t Stop The Pain
7. All Systems Fail
8. Want Some?
9. Fall From Grace
10. Emerge
11. Mass Extinction
12. Under The Gun

Captain Chaos
Ehemann, Vater, Musikenthusiast, Plattensammler, Trauerbegleiter, Logistiker, Autor, Wandergeselle