PIANOS BECOME THE TEETH: The Lack Long After

PIANOS BECOME THE TEETH: The Lack Long After

Wirklich lange hat das nächste Werk nicht auf sich warten lassen – ganz anders, als es der Titel The Lack Long After vermuten lässt, warens doch nur ziemlich genau zwei Jahre. Dabei wagen PIANOS BECOME THE TEETH auch diesmal, dem totgeglaubten Genre Screamo erneut neues Leben einzuhauchen. Doch lässt sich der Patient noch einmal wiederbeleben? Geht die Rezeptur diesmal erneut auf? Ich bin mir noch nicht so ganz schlüssig, was das höhere Ziel betrifft, was die für sich betrachtete Qualität der Scheibe hingegen betrifft, schon.

Denn für eine erfolgreiche, Wiederbelebung stehen die Vorzeichen eigentlich ganz gut. Schon von der ersten Sekunde an lässt die Band keinen Zweifel daran, dass sie ihr Handwerk verstehen. Da wechseln sich schnelle Walzen wie I´ll Be Damned, Shared Bodies, welche auch dieses mal wieder starke Einflüsse von frühen THURSDAY erkennen lassen, mit epischen Stücken wie Good Times oder Such Confidence ab – alles begleitet von Sänger Kyle Durfey, der wie kein anderer leidet. Leidet, leidet, leidet, die schiere Verzweiflung in seinem Geschrei mag einen bei der falschen Laune schon fast dazu bringen, die Platte vorzeitig abzudrehen. In dieser Hinsicht haben PIANOS BECOME THE TEETH in der Tat nochmal einen Sprung nach vorne gemacht, denn jede Zeile erlebt man schier mit.

Was man der Platte auf jeden Fall zu Gute halten kann – in Sachen Epik, Dramatik ist das Material der Jungs nochmal ein gutes Stückchen stimmiger geworden. Da haben sich die Musiker ne ordentliche Prise an ENVY´s Insomniac Doze durch ihre musikalische Nasen gezogen. Dennoch mag sich ein leicht schaler Geschmack nicht von der Hand weisen lassen – so richtig innovativ ist das natürlich auch nicht. Aber Innovation in diesem Genre zu schaffen, ist mittlerweile auch alles andere als einfach.

Ich bin aber kein Manager eines Automobilherstellers oder Technikunternehmens, das Rad wird auch diesmal nicht neu erfunden werden – und nötig ist es auch nicht. Denn was unter dem Strich übrig bleibt, ist eine Screamo-Platte, welche für die Zeiten, wenn alles verloren scheint, den idealen Soundtrack abliefert. Bei dieser Scheibe kann man alles herausschrei(b)en und herauslassen bis von einem selbst nur noch eine leere Hülle bleibt. Wer sich also die Wartezeit bis zur nächsten CONVERGE mit einer etwas weniger chaotischen aber nicht weniger leichten Kost vertreiben möchte, könnte hierbei ne ganz gute Wahl treffen.

Veröffentlichungstermin: 30.12.2011

Spielzeit: 39:07 Min.

Line-Up:
Kyle Durfey – vocals
David Haik – drums
Chad McDonald – guitar
Zac Sewell – bass guitar
Mike York – guitar
Label: Topshelf Records

Mehr im Netz: http://www.myspace.com/pianosbecometheteeth

Tracklist:
1. I´ll Be Damned
2. Good Times
3. Shared Bodies
4. Liquid Courage
5. Such Confidence
6. Spine
7. Sunsetting
8. I´ll Get By