PANTHEIST: Amartia

PANTHEIST: Amartia

PANTHEIST werden bestimmt nicht jedermann gefallen. Ich selbst habe ziemliche Schwierigkeiten mir diese Scheibe anzuhören, und dann noch am Stück und bei vollem Bewusstsein? Das ist eine schwierige Angelegenheit. Funeral Doom, der so okkult klingt wie Glenn Danzig klein ist. Amartia klingt nicht nur so düster wie beschwörend und ist so langsam wie depressiv, das Gebräu der Engländer zieht sich ganz schön hin.

Dementsprechend ist das zweite Album von PANTHEIST nichts für hyperaktive oder nervöse Geister, es ist viel zu atmosphärisch und zu beschwörend, es passiert eigentlich viel zu wenig, als das man lange konzentriert zuhören kann. Das kommt sicherlich auf die Stimmung an, ich habe aber noch keine gefunden, zu der ich diesem Zeitlupengebräu durchgehend folgen könnte. Dann doch lieber KHANATE oder SUNN o))), auch wenn diese in eine völlig andere Richtung tendieren. Klar ist jedoch, dass diese Bands mitunter eine ähnliche Wirkung auf den Hörer haben, wie PANTHEIST sie haben könnten, wenn… ja wenn. Was wenn? Wenn sie die orchestralen, sehr anstrengenden Elemente und Keyboards zurückschrauben würden und den Mönchsgesang einstampfen würden, wäre schon mal ein Anfang gemacht.

Das bessert sich im Laufe der Zeit sowieso, da gewinnen PANTHEIST an Biss, gerade Lust wird im Laufe der Zeit recht knusprig. Doch der MORGION-meets-Kloster-Mix will immer noch nicht so recht zünden. Das spricht teilweise ganz klar für die Band, schließlich zeigen sie so, dass sie einen hohen Anspruch an den Hörer haben. Andererseits traue ich mich fünf Euro wetten, dass Fans von Doom und extremen Doom eher zu DEINONYCHUS, MORGION oder YOB greifen als hierzu. Verübeln kann es ihnen keiner. Und jetzt kommt das Dilemma: Denn ganz objektiv Betrachtet ist Amartia eine gute Scheibe, mit überdurchschnittlichen Ideen, einer schön warmen und rauh-drückenden Produktion und einigem Anspruch, doch was fehlt sind die Elemente, die hängen bleiben. Bei Greed oder Envy finden sich solche Passagen, doch sie bilden eher die Ausnahme. Ansonsten sticht nur das schwarzmetallische Wrath hervor, bei dem sich die Musiker auch mal so richtig austoben können.

Zu extravagant ist Amartia um voll und ganz überzeugen zu können und um eine wirkliche Alternative im Doom-Zirkus abzugeben. PANTHEIST werden sicherlich ihre Freunde finden, gerade da sie recht niveauvoll sind, doch ich persönlich stehe doch auf ein wenig mehr Abwechslung, wenn die Musik es schon nicht schafft, mich in visionäre Ebenen zu hieven.

Veröffentlichungstermin: 30. März 2005

Spielzeit: 76:29 Min.

Line-Up:
Andy – Vocals, Drums

Kostas – Vocals, Keyboards

Mark – Vocals, Bass

Nicolas – Guitars
Label: Firedoom Music

Homepage: http://www.pantheist.co.uk

Tracklist:
1. Apologeia

2. Gluttony

3. Envy

4. Lust

5. First Prayer

6. Pride

7. Greed

8. Sloth

9. Wrath

10. Metanoia