OPETH: Still Life

OPETH: Still Life

Ein neues Album von Opeth – eine neue Herausforderung – ein neuerlicher Genuss !

Still Life wird von einem herausragenden Artwork umschlossen, für das sich Travis Smith verantwortlich zeigt, der ebenfalls Katatonia´s Tonight´s Decision veredelte.

Idyllisch schwelgt der Anfang vom 11 Minuten-Werk The Moor, bis dann heftige Eruptionen lautmalerischen Schrecken verbreiten. Doch dann erhebt sich Akerfeldt aus dem Inferno und überstrahlt mit seinem einzigartigen klaren Gesang das Geschehen. Glücklicherweise dominiert auf Still Life sein klarer Gesang, da dieser sich bequem von einem Großteil der singenden Zunft distanziert. Nicht nur das Akerfeldt sich vorzüglich auf Laut-/Leisedynamik versteht, vielmehr haucht er seinen Lyrics geheimnisvolles Leben ein.

Natürlich bewegen sich Opeth gewohnterweise auf progressiven Pfaden die ein Höchstmaß an Spielkultur verlangen, kristallklar produziert wurden und doch wirken die einzelnen Songs mitreißend und fesselnd. Opeth haben etwas von der Epik vergangener Tage abgelegt und haben in ihren überlangen Songs angenehmer Kurzweiligkeit Einlaß gewährt. Und doch ist der Zauber der Anfangstage stets präsent. Es verbünden sich Akustikgitarren mit zweistimmigen Leads wogegen sich Bass und Schlagzeug in melodischen wie rhythmischen Labyrinthen verlieren.

Eine wahrhaftige Überraschung wartet allerdings mit dem nur fünfminütigem Benighted – feinste Akustikgitarren, dezentes Schlagzeug, ein wundervoll-zartes Gitarrensolo verziert mit Akerfeldt´s traumwandlerischen Gesang ! Hier eröffnet sich eine neuerliche Facette von Opeth, zumal dieser sensible Song ungeahnte Dynamik jenseits der gemeinen balladesken Werte offenbart.

Hiernach folgen erneute 7 – 10 Minuten Werke, die mit großen Melodien und allerlei stimmungsvollen Momenten im gelungenen Wechselspiel von Gut und Böse aufwarten.

Abschließend kann ich jedoch nicht umhin, dem für mich bedeutendsten Song des Albums zu huldigen. Face Of Melinda wird von akustischen Gitarren eingeleitet, im Hintergrund streicht ein Jazz-Besen über das Schlagzeug und darüber schwebt Akerfeldt´s Stimme. Allein diese 4 Minuten wollen kaum loslassen, doch folgt die unerwartete Steigerung zu einer mächtigen Ode – großartig !

Den ungekrönten Königen des heftigen Progressiv-Metal´s ist ein neuerlicher Meilenstein gelungen !!!

Thomas

Tracklist:

The Moor

Godheads Lament

Benighted

Moonlapse Vertigo

Face Of Melinda

Serenity Painted Death

White Cluster

Line-Up:

Mikael Akerfeldt – Vocals & Guitars

Peter Lindgren – Guitars

Martin Lopez – Drums

Martin Mendez – Bass

Label: Peaceville Records

http://www.peaceville.com