ÖXXÖ XÖÖX: Ÿ

ÖXXÖ XÖÖX: Ÿ

Da sind sie also wieder die seltsam kreativen Franzosen von ÖXXÖ XÖÖX, die mit ihrem Avant-Garde Doom Metal die Gehirnwindungen und Gehörgänge bluten lassen. Vorab gesagt, mich hat die Band mit „Ÿ“ in einen viel zu engen Flaschenhals gezwängt, der das kontinuierliche „Abarbeiten“ von Rezensionen erschwert.

Zwar durfte man schon davon ausgehen, dass ÖXXÖ XÖÖX mit ihrem nach Rëvëürt“ (2011) und „Nämïdäë“ (2015) dritten Album nicht einfacher zu verstehen sein werden, aber „Ÿ“ ist nun wirklich schwierig und in seinen Songaufbauten mitunter wenig nachvollziehbar.

ÖXXÖ XÖÖX erklären zwar den Albumtitel „Ÿ“, aber nicht die Musik

Vom Inhalt her haben sich ÖXXÖ XÖÖX aber wieder einmal jede Menge Gedanken gemacht, als dass dem mit einem Umlaut versehen Ypsilon mehrere Bedeutungen gegeben werden. Das Umlaut an sich soll die Dualität unseres materiellen Universums symbolisieren. Oder wie wäre es damit, als dass das „Ÿ“ als zweiköpfiges „I“ gedeutet wird, das in zwei Richtungen geht. Somit soll es die Wahl haben, den Weg zum Licht oder in die Dunkelheit zu beschreiten. Dazu steht die Baum-artige Form für das Wachstum der Menschheit. Es symbolisiert aber auch den dreidimensionalen Raum usw. usf. Gleich mehrere Eklärungen werden von der Band bezüglich des Albumtitels mitgeliefert. Verständlicher macht dies die Musik nicht…

ÖXXÖ XÖÖX (über)fordern den Hörer von Anfang bis zum Ende

„Ÿ“ startet mit „44³“ entsprechend der Ausirchtung von ÖXXÖ XÖÖX los. Zerfahren, aber doch auch kraftvoll wird das Album eröffnet, wobei man sich hin und wieder bei klassischem Riffing kurzfristig entspannen kann. Diese Einsprengseln an „normalen“ musikalischen Klängen macht die durchgehend überlangen Songs dann doch auch hörbar, wenngeich man spätestens nach einer Stunde schon recht müde und matt ist. Songs wie „9C639“, „Köböl(D)“ oder „999“ verlangen dem Hörer einfach sehr viel ab, obzwar sie auch ungemein spannend sind, wenn sich Tempo, Stilistik und Aggressivität im Handumdrehen ändern. Etwas ruhiger und weniger zerfahren geht es in der Mitte des Albums mit „NS2“ und „Lëïth Säë“ zu.

„Ÿ“ lädt nicht zum genüsslichen Entspannen ein

Im Endeffekt will ich über das neue Album von ÖXXÖ XÖÖX gar kein richtiges Urteil fällen. Zum einen liegt „Ÿ“ schwer im Magen und man ist weit davon entfernt, sich bei der Musik genüsslich zu entspannen. Und ja, die knapp 80 Minuten an Spielzeit tragen auch nicht dazu bei, dass „Ÿ“ so nebenher schnell einmal konsumiert werden kann. Zum anderen habe ich schon in der Vergangenheit Gefallen am Schaffen von Laurent Lunoir (IGORRR) gefunden. Auch gefällt mir die Stimme von Laure Le Prunenec (CORPO-MENTE). Ja, und irgendwie macht die Herausforderung auch Spaß. Doch kaum ist dies niedergeschrieben, da muss ich mich auch korrigieren – Spaß macht „Ÿ“ dann doch nicht. Es ist wohl mehr die Motivation, nur einen Anflug von Ahnung zu bekommen, was ÖXXÖ XÖÖX mit ihrer Musik ausdrücken wollen und wem sie damit gefallen können. Ich enthalte mich daher der klaren Meinung (selbst für mich) und mache es dem doppelköpfigen Ypsilon gleich. Gut oder schlecht? Wer weiß das schon…

Veröffentlichungstermin: 29.11.2019

Spielzeit: 78:36 Min.

Line-Up:
Öxxö Xööx (Laurent Lunoir) – Gesang, Gitarre, Bass, Electronics
Rïcïnn (Laure Le Prunenec) – Gesang
Isarnos (Thomas Jacquelin) – Schlagzeug

Gast-Musiker:
MASTER BOOT RECORD – Synth Guitar

Label: Blood Music

Mehr im Netz: https://www.facebook.com/OxxoXoox69/
Mehr im Netz: https://twitter.com/oxxoxoox

ÖXXÖ XÖÖX „Ÿ“ Tracklist

1. 44³
2. D
3. 9C639
4. Köböl(D)
5. NS2
6. Lëïth Säë (Video bei YouTube)
7. 3ën
8. Döld (Lyric-Video bei YouTube)
9. 999

Christian Wögerbauer
Christian ist seit 2005 unser Vertreter der Österreicher Metalszene, rezensiert gern im Bereich Symphonic Metal, Doom, Melodic Death und auffallend gern Bands mit Sängerin. Genres: Symphonic Metal, Gothic Metal, Melodic Death Metal, Doom.