NARBELETH: Svmma Cvm Nox Arcana

Zeitreise gefällig? NARBELETH spielen Black Metal fies und frostig wie die jungen Norweger in den Neunzigern – garantiert trendfrei.

Mit der Kraft eines Blizzards überrumpeln NARBELETH die unbedarften Hörer: Ihr fünftes Album „Svmma Cvm Nox Arcana“ bläst auf gute alte, norwegische Art und Weise zum Angriff. Ungeachtet der Herkunft von Bandchef Dakkar, einem in Spanien lebenden Exil-Kubaner, geht es vierzig Minuten lang sehr frostig und sehr trendfrei zu. Ergo: Klassisches Material für Liebhaber der zweiten Black Metal-Welle eben. Dabei schaffen NARBELETH es jedoch sehr gut, das Feeling der Neunziger in das Hier und Jetzt zu übertragen, ohne dass es verstaubt klingt. Sprich: Eiskalte IMMORTAL-Riffs treffen auf den Hass der frühen DARKTHRONE und meinetwegen auch CARPATHIAN FOREST. Dazu vielleicht noch ein wenig mystische Aura von frühen SATYRICON dazu und fertig ist ein solider, ernstzunehmender Genrebeitrag.

NARBELETH ist mit „Svmma Cvm Nox Arcana“ ein ernstzunehmener Genrebeitrag gelungen.

„Svmma Cvm Nox Arcana“ ist nicht mehr, aber auch nicht weniger. Immerhin: Schon beim ersten Hören machen NARBELETH keine Gefangenen – es sind energetische vierzig Minuten. Beim weiteren Hören wird jedoch deutlich, dass mit Ausnahme vom zwingenden „A Throne Over The Seven Seas“ die richtig guten Songs vor allem in der zweiten Hälfte des Albums stecken: „Moon Of A Thousand Shapes“ überzeugt mit Akustikgitarreneinsatz, kurzem, hymnischen Klargesang und kommt in die Nähe von „Nattens Madrigal“ – stark! „The Most Primitive Matter Of Our Nature“ wandelt sich von einem relativ melodischen Stück in totales, brutales Chaos und beinhaltet einen starken, wütenden Midtempo-Teil. Intensiver werden NARBELETH nur am Ende: „Hear The Pale Moon Speak The Arcane Secrets“ verbindet abschließend nochmal alle Stärken des Albums, von purer Raserei hin zu getragenen, mit Akustikgitarren verzierten Momenten.

Traditionell schließt „Svmma Cvm Nox Arcana“ mit einem Coversong, das eigene Material ist aber viel besser.

Da bräuchte es das abschließende NETTLECARRIER-Cover „The Boiling Blood“ gar nicht mehr – immerhin schreiben NARBELETH Songs, die besser als die gecoverte Nummer sind. Aber ich habe schon verstanden, es ist Tradition für das Duo ein Album mit Coversong zu beenden, da kann es noch so redundant sein. Insgesamt stimmt wirklich vieles an „Svmma Cvm Nox Arcana“ – Riffs, Drumming, boshaftes Geschrei, Arrangements, Performance und Attitüde. Neue Wege im Genre können und wollen NARBELETH dabei keine beschreiten. Viel mehr ist „Svmma Cvm Nox Arcana“ wie schon „Accursed Possession“ von CULTUS PROFANO ein sinnvoller Genrebeitrag, der den frühen, rohen Black Metal auch ohne Innovation am Leben hält.

Wertung: 5 von 8 diabolische Vollmondsmystizismen

VÖ: 11. Juni 2021

Spielzeit: 41:03

Line-Up:
Dakkar – Vocals, Guitars, Bass, Songwriting, Lyrics
Vindok – Drums

Label: Folter Records

NARBELETH „Svmma Cvm Nox Arcana“ Tracklist:

1. Nox Arcana
2. Cold Whisper Carried By The Wind
3. A Throne Over The Seven Stars (Official Audio bei Youtube)
4. Gates To The Beyond
5. Moon Of A Thousand Shapes
6. Towards The Most primitive Matter of Our nature
7. Hear The Pale Moon Speak The Arcane Secrets
8. The Boiling Blood (NETTLECARRIER-Cover)

Mehr im Netz:

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