MYSTIC PROPHECY: Savage Souls

MYSTIC PROPHECY: Savage Souls

Who the fuck is Gus G.? Diese Frage stellt man sich zwangsläufig, wenn man sich das neue Langeisen der Power Metal-Fraktion MYSTIC PROPHECY zu Gemüte führt. Seit dem letzten Output Never-Ending aus dem Jahre 2004 hat sich einiges im MYSTIC PROPHECY-Lager getan.

Man wechselte von Nuclear Blast zu Massacre Records und im Line-Up gab es Umbesetzungen. An den Drums agierte zwischenzeitlich Klaus Sperling (MY DARKEST HATE), der jedoch kurz vor den Aufnahmen zu Savage Souls von Mathias Straub (SACRED STEEL) ersetzt wurde. Gitarrist Gus G. hat die Band verlassen, um sich auf seine anderen Combos zu konzentrieren, dafür sind nun Tourgitarrist Markus Pohl (SYMPHORCE) und Martin Grimm (HEADSTONE EPITAPH) in die Band eingestiegen. Diese Wechsel haben sich mehr als ausbezahlt, denn Savage Souls killt von vorne bis hinten. MYSTIC PROPHECY sind eine Ecke härter geworden, was vor allem auf die beiden neuen Klampfer zurück zu führen ist. Fette Riffwände, die noch mehr vom amerikanischen Power Metal beeinflusst sind, plätten den Hörer auf dem kompletten Werk. Variabel, tight und nicht zu vergessen die formidable Soloarbeit. Das Duo Pohl/Grimm liefert eine Weltklasseleistung ab, die im kernigen Power Metal-Bereich seinesgleichen sucht. Man höre nur mal den Song Evil Empires, der zunächst straight nach vorne abgeht und durch einen groovigen Refrain überzeugt. Dazu trägt auch Frontmann R.D. Liapakis seinen Teil bei, der auf Savage Souls seine bislang beste Gesangsleistung abliefert. Er singt nicht mehr ganz so hoch, wie auf den Vorgängerscheiben und wirkt dadurch eine Ecke düsterer. Jedoch vergisst er nicht auf eingängige Vocallines zu setzen und davon gibt es auf diesem Longplayer genügend. Besonders die Refrains mutieren ein ums andere Mal zu waschechten Ohrwürmern. Wie etwa bei In The Darkness, dessen Chorus mir schon nach einmaligem Hören nicht mehr aus dem Kopf wollte und Stunden später immer noch wirkte. Ebenso erging es mir bei Best Days Of My Life oder auch Master Of Sins. Zudem musst gesagt werden, dass Savage Souls um einiges abwechslungsreicher ist, als die Alben zuvor. Hier bekommt der Power Metal-Fan – und hier darf das Wort POWER groß geschrieben werden – teilweise thrashig angehauchte Uptempobrecher (Nightmares Of Demon), Midtempogroover (Savage Souls), balladeske Töne (Into The Fire) oder auch tight treibende US-Metal Abrissbirnen (Master Of Sins, Deception Of Hate) auf die Lauscher.

Die Produktion, die Sänger R.D. Liapakis wieder selbst übernommen hat, ist noch fetter als zuvor. Nur beim Mix wurde dieses Mal Fredrik Nordström hinzugezogen.

Savage Souls ist für mich eines der besten Power Metal-Alben der letzten Jahre und MYSTIC PROPHECY haben definitiv den nationalen bzw. sogar den internationalen Thron dieser Sparte erklommen. Das ist Power Metal fernab von Eierkneifgesängen und kitschigen Melodiebögen. Absolute Kaufempfehlung!

Wer das Album nach dem letzten Track noch weiter laufen lässt, kommt zudem noch in den Genuss eines Hidden Gag.

Die limitierte Erstauflage von Savage Souls kommt im Digibook mit der Live-DVD vom Gig in der Bochumer Matrix, welcher am 07.01.06 stattfand.

Veröffentlichungstermin: 24.02.2006

Spielzeit: 59:36 Min.

Line-Up:
R.D. Liapakis – vocals

Martin Albrecht – bass

Martin Grimm – guitars

Markus Pohl – guitars

Mathias Straub – drums

Produziert von R.D. Liapakis
Label: Massacre Records

Homepage: http://www.mysticprophecy.com

Email-Adresse der Band: info@mysticprophecy.com

Tracklist:
1. Shadows beyond my soul

2. Master of sins

3. Evil empires

4. Savage souls

5. In the darkness

6. Deception of hate

7. Sins and sorrows

8. Best days of my life

9. Nightmares of demon

10. Victim of fate

11. Into the fire

Psycho