MACHINEMADE GOD: The Infinity Complex

MACHINEMADE GOD treiben sich schon einige Jahre in der Szene herum und veröffentlichen nun ihr Debüt über Metal Core Records… Verzeihung, Metal Blade Records meine ich natürlich.

MACHINEMADE GOD treiben sich schon einige Jahre in der Szene herum und veröffentlichen nun ihr Debüt über Metal Blade Records. Diese haben ja bekanntlich schon die formidablen NEAERA ans Tageslicht befördert und somit ganz klar ein Händchen bewiesen. Nun, MACHINEMADE GOD machen Metalcore und das machen sie gut, kann man allgemein sagen. Die Jungs aus dem Ruhrpott ziehen auf The Infinity Complex alle Register ihres Könnens, von Neo-Thrash, über treibende Grooves, melodischen Death Metal bis hin zu toughen Moshparts haben MACHINEMADE GOD alles drauf. Die Songs leben von präzisen und kraftvollen Beats und vielseitigen Riffs, die mal straight in die Fresse gehen, aber auch mal etwas verspielter sein dürfen. Der Gesang ist rau und dreckig und begrenzt sich glücklicherweise nicht auf monotones Geshoute. Die Songs auf The Infinity Complex strotzen nur so von Ideen, sind abwechslungsreich und durchdacht. Die Abläufe sind nicht vorhersehbar und die Tempowechsel geschickt gesetzt und ziemlich häufig. Trotzdem ist die Scheibe nicht wirklich ein Killer und ich will euch erklären warum: Alle diese Ideen, all die Abwechslung, all diese Dinge, die sich eigentlich ganz gut anhören, die wurden uns in den letzten Jahren von Dutzenden von Bands aus aller Welt bis zum Erbrechen in die gierigen Mäuler gestopft. Und gerade, wenn man sich etwas Erleichterung zu verschaffen glaubte, kommt diese sympathische deutsche Band daher und will sich noch hinterher zwängen. Vielleicht ist es einfach der Spaß an dieser Musik, ganz sicher aber sind MACHINEMADE GOD zur falschen Zeit am falschen Ort. The Infinity Complex kommt einige Jahre zu spät. Aber dennoch macht es mir sowohl mein Herz, als auch mein Verstand nicht möglich, die Musik der Band dadurch abzuwerten. Denn die Songs auf der Scheibe machen durchgängig Spaß und bewegen sich auf einem hohen musikalischen Level. MACHINEMADE GOD machen diese Art Metalcore, der man nicht böse sein kann und das auf eine Art und Weise, die durchaus gefällt. Ehrlich, heavy und ohne Kitsch, wie ihn zum Beispiel die grässlichen IT DIES TODAY auffahren, deren letzter Output mir immer noch so schwer im Magen liegt, wie ein Mühlstein. MACHINEMADE GOD verzichten auf schleimig gesungene Parts und umgeben sich nicht mit dieser Aura aus Gel, Schminke und Kajal. Zudem haben die Ruhrpöttler durch die Band ihre Instrumente im Griff. Einen entscheidenden Fehler haben sie meines Erachtens dennoch gemacht: Auf der Suche nach der größtmöglichen Vielseitigkeit, der bestmöglichen Mischung aus Riffmenge und Abwechslung, haben MACHINEMADE GOD die eigentlichen Songs etwas aus dem Auge verloren. Was auf The Infinity Complex fehlt sind Songs, die sich Abgrenzen, die sich grundlegend unterscheiden. Songs mit Aha-Effekt und auch der ein oder andere Ohrwurm, das hätte dem Debüt gut getan. Stattdessen gibt es zwar Riffs und Ideen ohne Ende, aber die Tracks reihen sich ein ums andere Mal in die Reihe der Beliebigkeit ein und kommen einfach nicht auf den Punkt, so dass man selbst nach etlichen Durchläufen noch nach der Identität der Kompositionen sucht.

Das von Jacob Bredahl produzierte The Infinity Complex ist insgesamt ein mehr als solides Metalcore-Album geworden und hat eindeutig klargemacht, dass MACHINEMADE GOD Potential besitzen. Wenn man in Zukunft noch mehr Mut und Wille zeigt, den Schritt aus der Masse zu tun und den einzelnen Stücken mehr Herz einzuhauchen, dann sehe ich den nächsten Veröffentlichungen mit Wohlwollen entgegen.

Veröffentlichungstermin: 10. 02. 2006

Spielzeit: 42:58 Min.

Line-Up:
Sven Luppus – Bass

Flow Velten – Vocals

Max Kotzmann – Drums

Holger Kiparski – Guitar

Sky Hoff – Guitar

Produziert von Jacob Bredahl
Label: Metal Blade Records

Homepage: http://www.machinemadegod.com

Tracklist:
01. Teeth Vs. Curb

02. Losses To Lessons

03. Bleeding From Within

04. Downpour Of Emptiness

05. Friendster Is Sooo 2 Month Ago

06. Kiss Me Now Kill Me Later

07. Butterfly Coma

08. Your Own Fault

09. Forever Gone

10. Injected Smiles

11. Angel Wings

12. Fuck Your Dead Heart

13. Snow White