MACABRE DEMISE: Stench Of Death

Auch wenn letztendlich die ganz großen Momente fehlen, muss man dennoch den imaginären Hut vor dieser Death Metal-Einzelleistung ziehen.

Normalerweise kennt man das ja nur von diesen Misanthropen. Ohne das Beisein einer menschlichen Seele tüfteln sie im Alleingang des Nachts an Werken, die meistens nur entfernt das Prädikat Musik verdienen, und deren rudimentäre Produktion ihr Übriges dazu tut.

Aber halt, auf Stench of Death, den neuesten Output von MACABRE DEMISE, mag zwar das Merkmal der Ein-Mann-Gruppe zutreffen, jedoch verbindet das Dargebotene rein gar nichts mit der angesprochenen Gattung von Musikern. Hier wird amtlicher Death-Metal neuerer amerikanischer Prägung mit Ausflügen in die Grind-Ecke dargeboten. Doch ein Problem von unterbesetzten Bands ist häufig, dass da das technische Niveau auf der Strecke bleibt, weil man sich halt doch nicht wirklich auf alle Instrumenten gleich gut spezialisieren kann. Diesen Makel kann ich MACABRE DEMISE nicht bescheinigen. Alle Spuren bewegen sich auf einem ordentlichen Niveau, auch wenn das Schlagzeug teilweise von der Programmierung etwas zu synthetisch daherkommt. Auch bei den an Chris Barnes (SIX FEET UNDER) erinnernden Vocals muss man leichte Abstriche machen. Es fehlt letztendlich an Stimmgewalt, um das letzte Quäntchen Brutalität auszureizen und mit den Größen der Szene gleichzuziehen. Richtig hörbar wird MACABRE DEMISE jedoch erst, wenn man sich einmal kurz von den ausgetretenen Pfaden des stereotypischen Geknüppels weg bewegt, gepflegt die Groove-Keule schwingt (Ripping, Slaughtered Cadaver), so etwas andeutet wie bitonale Leadpassagen (Slowly Mutilation) oder einfach beides kombiniert (Wretched Death). Doch da kommen wir auch schon zum Hauptkritikpunkt. In der Szene mögen ja diese unverhofften Wechsel zwischen Parts als allgemeines Stilmittel durchgehen, doch gerade im Songwriting ist hier noch viel Luft nach oben. Die Übergänge sollten einfach etwas besser aufeinander zugeschnitten werden, und viele Riffs sollten inspirierter klingen, um die gewünschte Aufmerksamkeit beim Hörer zu erzielen.

Schlussendlich tut diese Scheibe niemandem weh. Auch wenn letztendlich die ganz großen Momente fehlen, muss man dennoch den imaginären Hut vor dieser Einzelleistung ziehen.

Veröffentlichungstermin: 17.09.2011

Spielzeit: 32:54 Min.

Line-Up:
Andreas Rieger – Guitar, Bass, Vocals, Drum Progamming

Label: RTM Productions

Mehr im Netz: http://www.myspace.com/macabredemise

Tracklist:
1. Stench Of Death
2. Slowly Mutilation
3. Disgorging Blood
4. War
5. Ripping, Slaughtered Cadaver
6. Mass Of A Human Shit
7. Wretched Death
8. Diary Of The Dead
9. Bonded
10. Rot In Hell