KREATOR: Phantom Antichrist

Auf KREATOR ist Verlass. Auch mit "Phantom Antichrist" liefern die Essener ein überragendes Album ab, an dem sich jegliche Konkurrenz die Zähne ausbeißen wird.

Über zehn Jahre ist es jetzt auch schon wieder her, dass KREATOR auf Violent Revolution ihre Eier wieder gefunden haben. Seitdem haben die Essener ein starkes Album nach dem anderen veröffentlicht und stecken dabei jedes Mal so ziemlich jegliche Konkurrenz in Sachen Thrash Metal in die Tasche. Das liegt vor allem daran, dass KREATOR nicht zwanghaft auf alte Schule machen, sondern ihre Old School-Wurzeln ganz natürlich mit zeitgemäßeren Einfllüssen kombinieren und vor allem wirklich spannende Songs schreiben, bei denen eine Menge mehr passiert als beim Großteil der Kollegen. Dazu trägt sicher vor allem Sami Yli-Sirniö bei, der mit Sicherheit das beste war, was Mille und KREATOR passieren konnte.

KREATOR hauen mit “Phantom Antichrist” alles weg? Ja!

Und all das weiß Mille anscheinend ganz genau, sonst würde er sich im Bandinfo wohl kaum mit den Worten zitieren lassen, dass Phantom Antichrist so ziemlich alles weghauen wird, was die Big 4 in den letzten paar Jahren veröffentlicht haben. Das zeugt von Selbstbewußtsein. Wenn man Phantom Antichrist dann mal gehört hat, muss man ihm allerdings auch beipflichten, denn ein solches Album haben weder SLAYER noch MEGADETH oder ANTHRAX und schon gar nicht METALLICA in den letzten Jahren auf die Reihe gekriegt.

KREATOR beschreiten auf Phantom Antichrist größtenteils den Pfad weiter, den Sie schon seit Violent Revolution gehen, erweitern den musikalischen Horizont aber geschickt. Es sind eher kleine Details und eine, auf diesem Album etwas ausgeprägtere Portion traditioneller Metal. From Flood Into Fire, bei dem Mille teilweise auch mit klarer Stimme singt zeigt eine sehr melodische Seite der Band mit melodischen Gitarrenharmonien. Civilization Collapse kommt mit einer so bei KREATOR noch nicht gehörten Percussion-Einlage daher.

KREATOR macht einfach keiner was vor

The Few, The Proud, The Broken, Your Heaven My Hell oder Victory Will Come sind typische Verteter der neueren KREATOR-Songs, natürlich auf höchstem Niveau mit großartigen Nackenbrecher-Riffs und ausgezeichnter Solo-Arbeit. Hier haben KREATOR meiner Meinung nach noch mal ein gutes Stück nachgebessert, wobei die Soli auch auf den vorherigen Alben ja sehr gut waren. Der Opener und Titeltrack ist ebenfalls ein überragendes Thrash-Gewitter, genau wie das folgende Death To The World. In diesem Metier macht KREATOR einfach keiner was vor. Stimmlich klingt Mille auch wieder etwas weniger strapaziert als auf Hordes Of Chaos und schreit kraftvoll und aggressiv wie eh und je.

Die limitierte Auflage von Phantom Antichrist kommt übrignes mit einem komplett anderen, von einem anderen Künstler entworfenen Artwork als die Standard-CD und die Vinyl-Ausgabe. Sammler müssen den Geldbeutel also mal wieder ein Stückchen weiter aufmachen. Egal welche und wie viele Versionen des Albums ihr euch letztendlich holt, jeder Thrasher sollte eine Kopie von Phantom Antichrist haben. Stärker wird es in Sachen Thrash Metal, mit Ausnahme von The Electric Age dieses Jahr nicht mehr.

Veröffentlichungstermin: 01.06.2012

Spielzeit: 45:32 Min.

Line-Up:
Mille Petrozza – Vocals, Guitars
Sami Yli-Sirniö – Guitars
Christian Speesy Giesler – Bass
Jürgen Ventor Reil – Drums

Produziert von Jens Bogren
Label: Nuclear Blast

Homepage: http://kreator-terrorzone.de
Mehr im Netz: https://www.facebook.com/KreatorOfficial

Tracklist:
01. Mars Mantra + Phantom Antichrist
02. Death To The World
03. From Flood Into Fire
04. Civilization Collapse
05. United In Hate
06. The Few, The Proud, The Broken
07. Your Heaven My Hell
08. Victory Will Come
09. Until Our Paths Cross Again