KERMANIA: Ahnenwerk

Epischer Schwarzmetall, der bisweilen an den gewählten Songlängen scheitert…

Nach vier Demos erscheint nun das Labeldebüt der 2001 gegründeten Formation KERMANIA. Dieses fällt gleich schon zu Beginn durch nicht alltägliche Umstände auf. Zum einen enthält es trotz einer Spielzeit von fast einer Stunde gerade mal vier Songs, davon sind Des Schwertes Schärfe Beichtgesang und Heimatferne Rast jeweils über 20 Minuten lang. Dies führt bereits beim Lesen der Trackliste für eine gewisse Vorahnung der monumentalen Weiten, die Ahnenwerk zu beschreiten plant. Zum anderen fällt der Blick jedoch auch ins Booklet, wo auf der letzten Seite ein Wappen prangt, das von der Aufschrift Mein Blut, meine Heimat, mein Stolz begleitet wird. Da dies weniger an einen Blutspendeaufruf im Dorf, sondern eher an die Blut & Ehre-Parolen der hirnlosen Bewohner aus dem politisch-braunen Sumpf erinnert, tun sich KERMANIA mit dieser Booklet-Verzierung keinen Gefallen. Eine Werbung für die örtliche Blutspende wäre hier passender gewesen als dieses altbackene patriotische Sprücheklopfen, das so ganz und gar nicht zur angepriesenen Musik passen will.

Den Auftakt macht die monumentale Genitivtitelorgie Des Schwertes Schärfe Beichtgesang. Diese klingt zu Beginn etwas nach dem Debüt von HADES ALMIGHTY (welche damals noch auf den Namen HADES hörten) und scheint sich dann mehr und mehr in melancholischer Art und Weise in eine bizarre Ekstase zu schleppen, wobei das Tempo minimal angehoben wird. KERMANIA sind keine Freunde der allzu ungehobelten Töne, stumpfe Raserei wird hier nicht geboten. Stattdessen getragene Klänge, episch und trotz schlichter Instrumentierung bewusst monumental in Szene gesetzt. Lediglich die leicht dumpfe Produktion hemmt etwas das Erreichen der hehren Ziele. Ebenfalls negativ zu Buche schlägt der klagende, fast schon grauenhafte Cleangesang, der im etwas kürzeren, an THY SERPENT erinnernden Song Veitersberg und im stampfenden Titeltrack zum Zuge kommt.

Insgesamt fällt auf, dass KERMANIA in ihren langen Songs zwar eine epische Atmosphäre mit einer Prise NAGELFAR und einem Quentchen BURZUM kreieren wollen, daran aber letzten Endes scheitern. Grund für das unbefriedigende Abschneiden von Ahnenwerk sind zum einen die oben genannten Schwächen, zum anderen der Mangel an überzeugenden Riffs und Arrangements, die es gerade für Kompositionen in Überlänge braucht. So ufern die Kreationen von KERMANIA zu oft ins Nichts aus und versanden in Monotonie.

Veröffentlichungstermin: Mai 2006

Spielzeit: 56:50 Min.

Line-Up:
Weigand: Gitarren, Bass, Keyboard, Vocals

Sessionmusiker
Alexander von Meilenwald (Ex-NAGELFAR): Drums
Vangard: Drums

Label: Vàn

Homepage: http://www.wod-van.de

Email: kermania@wod-van.de

Tracklist:
1. Des Schwertes Schärfe Beichtgesang
2. Veitersberg
3. Heimatferne Rast
4. Ahnenwerk