KEHLVIN & RORCAL: Ascension

Eine doomige Himmelfahrt, klaustrophobisch, bizarr und schwarz.

So richtig neu ist diese Idee nicht, aber sie ist immer wieder gut. Angefangen hat alles mit John Peel, darauf aufgebaut wurden diverse Underground-Installationen, wie In the Fishtank, bei denen zum Beispiel ISIS und AEREOGRAMME ein Wochenende lang in einen Raum eingesperrt wurden. Das Resultat daraus wird heute noch gerne gehört. Die Schweizer Lärmtruppen KEHLVIN und RORCAL versuchen sich ebenfalls an einem solchen Vier-Tages-Experiment und überzeugen damit eindeutig.

Zwischen derbem Sludge und psychedelischen Post-Hardcore-Einflüssen und dunklen, ruhigen Parts wird der Song Ascension zu einem Monolith, der schmerzt und den Schädel zerspringen lässt. Gerade das beginnende, dreiminütige Feedback ist schon ein starkes Stück. Wie im besten BURIED AT SEA-Stil auch in den ersten zehn Minuten dahingekrochen und gekotzt wird, das macht den Hörer platt. Bei einer Besetzung von zwei Sängern, Schlagzeugern und Bassisten, sowie vier Gitarristen ist auch nichts anderes zu erwarten, als tonnenschweres Material. Dabei bleibt noch genügend Raum für leichte melodische Anflüge, die dem knapp 30minütigem Stück zu einer rauen Schönheit verhelfen.

Beim Hören wird deutlich, dass dieser Song ein sehr spontanes Erzeugnis ist, der nur in einem solchen Rahmen möglich war. Der Aufbau von Ascension ist einerseits klar und besteht aus langsamen Steigerungen, nur gegen Ende werden sehr wirre Klangcollagen eingestreut, die ein großes Fragezeichen zurück lassen, was auch der einzige Nachteil an diesem Stück ist. Einen chaotischer Abschluss mag seinen Reiz haben, aber hier verlieren sich die zehn Musiker im Lärm. Hätten sich KEHLVIN und RORCAL nur einen Tag mehr Zeit gelassen und das Ende perfektioniert, gäbe es an diesem Experiment nichts zu verbessern.

Dennoch, ebenso wie die Himmelfahrt auf dem Artwork dargestellt ist, fühlt man sich wie im inneren dieser Rakete, mit gigantischer Spannung und unter brutalem Druck fühlt man sich, als würde man fliegen, respektive im All schweben. Klaustrophobisch, bizarr und schwarz, das Ganze. So atmosphärisch dicht und brutal intensiv, dass man gar nicht raus kann. Ascension ist ein Stück, das so homogen klingt, als wäre hier nur eine Band am Werk. Freunde von BURIED AT SEA bis hin zu RED SPAROWES sollten diesem stilvoll aufgemachtem Album eine Chance geben und sich ins All blasen lassen.

Veröffentlichungstermin: 28. März 2008

Spielzeit: 28:51 Min.

Line-Up:
Yonni – Vocals (KEHLVIN)
Junior – Vocals (RORCAL)
Jona – Guitar (KEHLVIN)
Spieli – Guitar (KEHLVIN)
Diogo – Guitar (RORCAL)
JP – Guitar (RORCAL)
Baptiste – Bass (KEHLVIN)
Bruno – Bass (RORCAL)
Zen – Drums (KEHLVIN)
Zen – Drums (RORCAL)

http://www.kehlvin.ch

info@kehlvin.ch

http://www.rorcal.com

Produziert von KEHLVIN und RORCAL
Label: Division Records / Sigma Records

Tracklist:
Ascension