JST: Instrumetal [Eigenproduktion]

Eine mehr als ungewöhnliche Art der Sängersuche: Die Uhldinger JST geben mit ihrer vielschichtigen Instrumental-Demo "Intrumetal" ein erstes Lebenszeichen von sich und hoffen, dass ein einsamer süddeutscher Sangeskünstler in absehbarer Zeit selbiges tun wird!

Das nenne ich einmal eine außergewöhnliche Demo-CD: Hinter dem vorläufigen Bandnamen JST verbirgt sich nichts anderes als die Vornamen der drei Bandmitglieder Jan Rockrohr (Gitarre), Stephan Runge (Drums) und Teodor Gherman (Bass), die sich scheinbar nach langer vergeblicher Suche nach einem vierten Mitglied mit ihrer instrumentalen Promo-CD Instrumetal das Ziel gesetzt haben, endlich den bislang unbesetzten Posten hinter dem Mikrofon besetzen zu können. Ein genauso interessantes wie sympathisches Verfahren, die eigene Band zu komplettieren, bei dem man sich ab und an ein nicht böse gemeintes Schmunzeln nicht verkneifen kann: Schon beim Intro, das – ebenso wie alle übrigen Tracks – schlicht und ergreifend nach seiner Tracknummer benannt ist, ertönt neben einer Akustikgitarre vordergründig eine Frauenstimme, welche geradezu flehend die Situation der Band from Southern Germany beschreibt, so dass man fast schon ein wenig Mitleid mit den Musikern bekommt und am liebsten auch ohne Gesangserfahrung sofort seine Koffer packen und Richtung Bodensee düsen würde.

Was den Hörer im Anschluss jedoch erwartet, lässt derartigen Sarkasmus sofort in der Versenkung verschwinden: Auch beim zweiten Track kommt man um ein Grinsen nicht herum – dieses ist aber weniger auf Belustigung als auf pure Euphorie zurückzuführen, denn der Song weist mit seinen melodischen Gitarrenmelodien und den wuchtigen Riffs durchaus Hitpotenzial auf und ist für eine über den privaten PC aufgenommene Demo auch gar nicht mal schlecht produziert. Auch die folgenden Songs wissen zu überzeugen und wirken (abgesehen vom etwas befremdlichen Techno-Outro) insgesamt wie aus einem Guss – die durch und durch halbfertige Band scheint also zumindest einen Punkt bereits vollständig abgeschlossen zu haben: die Suche nach einer handfesten musikalischen Ausrichtung. Doch gerade durch den fehlenden Gesang ist es definitiv kein leichtes Unterfangen, diese exakt zu kategorisieren. Laut der Band selbst ist Instrumetal ein überragender Mix aus rhythmischen, harten Gitarren, melodischen Bassläufen und dynamischen, vielseitigen Drums, was zunächst vielleicht wie eine nichtssagende Beschreibung erscheint, bei mehrmaligem Hören des Albums aber eigentlich genau wie die Faust auf das auf dem CD-Cover abgebildete Auge passt!

Insgesamt betrachtet ist der Eindruck von Instrumetal, einem vielschichtigen und extrem melodischen Album mit melancholischen Einsprengseln und wuchtigen Abgehparts, überwiegend positiv. Dennoch kann ich mir vorstellen, dass die Sängersuche durch die Demo zwar bundesweit bekannter, trotzdem aber nicht wesentlich einfacher werden wird als zuvor, denn ein breit gefächertes Album erfordert ebenso einen flexiblen Sänger und fast jeder Song könnte als melodisches Death Metal-Stück, als erdiger Heavy Metal-Gassenhauer (Nein, kein Instrue-Metal!) und so manches Mal sogar als eigängiger Nu Metal-Song aufgefasst werden – ich bin jedenfalls gespannt, denn in vollzähliger Besetzung könnte aus JST (unter einem neuen Bandnamen) wirklich noch etwas werden! Wer sich für den begehrenswerten Posten hinter dem Mikro interessiert, kann sich bei der Band unter www.saengergesucht.de (!) oder unter den Telefonnummern 07556 / 6188 und 0175 / 166 8008 melden!

Veröffentlichungstermin: Frühjahr 2005

Spielzeit: 42:37 Min.

Line-Up:
Jan Rockrohr – guitars

Stephan Runge – drums

Teodor Gherman – bass
Label: Eigenproduktion

Homepage: http://www.saengergesucht.de

Email: info@saengergesucht.de

Tracklist:
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02. 02

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