INHUME: In for the Kill

Die alten Zeiten waren eben doch die Guten.

Beim ersten Betrachten des Covers musste ich mich schon fast übergeben. Nicht weil es so ekelig ist, eher weil es so langweilig und schon tausend mal da gewesen wirkt. Beim näheren betrachten verliebt man sich aber so richtig in das Artwork. Voller Details und in einem coolen Comicdesign zerschmettert ein riesiger Titan alles, was ihm in die Quere kommt. Und aus dem richtigen Licht betrachtet wirkt das Ding verdammt 3D.

Das richtige Licht muss man auch auf INHUME selbst werfen, denn Bands wie die wahnsinnigen Holländer gab es schon wie Sand am Meer. Doch das schaurig-schöne Grind-Sextett macht keinen Hehl daraus und spielt old-school Grindcore wie er sein muss: In knapp 32 Minuten Nettospielzeit (endlich kann ich mal meine kaufmännischen Roots einsetzen: Hier ist brutto = netto – Anm. d.Verf.) wird alles kaputtgehauen, was nur geht, inklusive des wunderschönem neuen Toilettensitzes und der teuren Mingvase. Aber es macht rein gar nichts aus, denn einmal im Jahr darf man gerne so Rock ´n Roll sein und sich aufführen wie der letzte Stier. Jedenfalls ist es genau das, was INHUME befürworten, einfach mal ausflippen und eine verdammt gute Zeit haben.

Bei diesen Songs ist es kein Wunder, denn die Riffs sind herrlich grindig-punkig, wie in den guten alten Zeiten zusammen mit lockerem Prügelschlagzeug und verzerrt-dreckigem Bass von Anfang bis Ende. Dazu wechseln sich die beiden Sicko-Vokalisten ab und grunzen und kreischen um die Wette. Das Ganze klingt nach den ganz alten NAPALM DEATH und CARCASS-Scheiben, aber ohne verstaubt zu wirken. Doch ein Problem haben die räudig-grindenden Holländer: Die Songsstrukturen gehen in dem krassen Lärm völlig unter. Ob das bei Grindcore wirklich ins Gewicht fällt sei mal dahingestellt, aber gerade in Scourging und ein paar anderen Kandidaten nervt es ziemlich, da man einfach vollkommen aus dem Konzept geworfen wird.

Nichtsdestotrotz ist In for the Kill eine arschcoole Grindcore-Scheibe für Puristen sowie für Neueinsteiger geworden, die vor dreckigen Ideen, kranken Geschichten und ekelhaftem Würgen nur so strotzt. Manchmal braucht man sowas einfach und manchmal muss man dann auch einfach nachgeben und eingestehen: Die alten Zeiten waren eben doch die Guten.

VÖ: bereits erschienen

Spielzeit: 31:52 Min.

Line-Up:
Joost – Vocals

Dorus – Vocals

Harold – Guitar

Ben – Guitar

Loek – Bass

Roel – Drums

Label: Osmose Productions

Homepage: http://www.inhume.nl

Tracklist:
1. Incineration of the Body by Own Will

2. Process to Decelerate

3. Inhume

4. Genetic Intervention

5. Prelude to Human Confinement

6. Scourging

7. In for the Kill

8. Decimated Content

9. Ignorance of the Elevated

10. Bitch Redecoration

11. Bowel Movement

12. Profound Presumption

13. Fucked with Paranoia

14. Bloody Orgy at 7th Street

15. Sodomizing Encounter

16. Retreat from Morality