INDIAN: From All Purity

Gift und Galle

Asthma, Sodbrennen und kaputte Zähne  – die Chicagoer Doom-Terroristen INDIAN schicken anno 2014 mit From All Purity den Nachfolger ihres Durchbruch-Longplayers Guiltless ins Rennen.

Wäre das Kind von GODFLESH und KHANATE ein Black-Metal-Fan, dann würde er wohl INDIAN heißen – wie ein schwarzer Lavastrom  vermischt mit rostigen Nägeln, fließt From All Purity in die Gehörgänge und Lungen des Zuhörers rein, um ihm die letzten Kräfte und Hoffnung zu rauben und ihn an den Rand des Wahnsinns zu treiben. Unheilvoll sind die Klänge, düster die Visionen. Das Quartett um Will Lindsay (ex-WOLVES IN THE THRONE ROOM, A STORM OF LIGHT) lässt der Misanthropie und dem Nihilismus  freien Lauf, und zeigt allen, die Doom Metal und Sludge bereits für tot erklärt haben, dass INDIAN weit mehr sind, als der nächste EYEHATEGOD– oder NEUROSIS-Klon.
Mit Heaviness und Härte, die den Großteil aller heutigen Sludge-Bands wie Blumenkinder aussehen lässt, und mit kompromissloser, an Hysterie grenzender Aggression, die früher vor allem Bands wie PIG DESTROYER und TODAY IS THE DAY auszeichnete (Rhetoric Of No als Beispiel), fegen die vier Amis alles weg, was ihnen im Weg zum Sludge/Doom-Thron steht und greifen entschiedeen nach der Krone. Ich bin mir fast sicher, dass sich in diesem noch jungen Jahr nur ganz wenige trauen werden, INDIAN herauszufordern.  Respekt verdienen an dieser Stelle auch die Songwriter-Fähigkeiten der Musiker, denn trotz der scheinbaren Monotonie ist das Material sehr abwechslungsreich. Die Noise-Sequenzen werden nur dort eingesetzt, wo sie wirklich gebraucht werden, ohne die Kompositionen zu überladen und damit ungenießbar zu machen – somit vergeht die vierzigminütige Spielzeit wie im Flug. Mit Sanford Parker (MINSK, CORRECTIONS HOUSE, ex-NACHTMYSTIUM), hat sich die Band ein wahres Genie hinter den Mischpult geholt, denn ist es nicht zuletzt sein Verdienst, dass der Zuhörer von der Musik erstickt und erschlagen wird.

Auf From All Purity haben sich INDIAN selbst übertroffen und die Platte eingespielt, die selbst das famose Guiltless locker in den Schatten stellt. Fans von GRIEF, NOOTHGRUSH, PRIMITIVE MAN und LORD MANTIS kriegen von mir die uneingeschränkte Kaufempfehlung.

Veröffentlichungstermin: 17.01.2014

Spielzeit: 40:33 Min.

 Line-Up:
Dylan O´Toole – Vocals, Guitars
Will Lindsay – Vocals, Guitars
Ron DeFries – Bass
Bill Bumgardner – Drums

Produziert von Sanford Parker
Label: Relapse Records

Homepage: http://www.indiandoom.com

Mehr im Netz: https://www.facebook.com/IndianDoom

Tracklist:
1. Rape
2. The Impetus Bleeds
3. Directional
4. Rhetoric of No
5. Clarify
6. Disambiguation