HEART OF A COWARD: Severance

HEART OF A COWARD: Severance

Ein Gutes hat die globale Erwärmung doch: Durch Polarschmelze und steigenden Meeresspiegel wird bald die komplette eindimensionale Deathcore-Szene absaufen. Ganz ehrlich, wer seine Rifflandschaften tiefer anlegt als die Niederlande, hat es nicht anders verdient, wenn seine leidlich aufgeschütteten Deiche zusammenbrechen. Vorsorge sehen HEART OF A COWARD deshalb in typischen Stilmitteln des Metalcores. Formidabler Klargesang soll die Löcher stopfen und dem prekären Downtuned-Gerüst Halt verschaffen. Treffen verschachtelte Rhythmik auf gesetzten Gesang, brüstet sich „Severance“ durchaus mit progressiven Tendenzen: „Distance“ balanciert zwischen PERIPHERY, THE SAFETY FIRE und THE DEVIL WEARS PRADA. An anderer Stelle sind die Sanierungsmaßnahmen am brachialen Deathcore-Fundament eher zweckmäßig. Der Opener „Monstro“ macht in erster Linie auf dicke Hose, dahinter steckt aber nur die immergleiche Masche, die wir schon zuhauf über uns ergehen lassen mussten. Ein wenig zehrt das schon am ansonsten soliden Eindruck. Die düstere Atmosphäre passt nämlich, besonders „Nauseam“ versprüht das morbide Flair einer pathologischen Institution. Obwohl das Songwriting häufig den bewährten Konventionen entspricht, können HEART OF A COWARD also gelassen der Polarschmelze entgegenblicken. Um nasse Füße wird der Fünfer nicht umhin kommen, die breite Brust verdrängt dafür genug Wassermassen, um den Kopf über den Fluten zu halten.

Veröffentlichungstermin: 01.11.2013

Spielzeit: 38:54 Min.

Line-Up:
Jamie Graham – Vocals
Carl Ayers – Guitars
Steve Haycock – Guitars
Vishal Khetia – Bass
Christopher Mansbridge – Drums

Produziert von Acle Kahney, Justin Hill und Will Putney (Mix)
Label: Century Media

Mehr im Netz: http://www.facebook.com/heartofacoward

Tracklist:
01. Monstro
02. Prey
03. Distance
04. Nauseam
05. Deadweight
06. Eclipsed
07. Psychophant
08. Mirrors
09. Desensitise
10. Severance

Florian Schaffer
Florian hat von 2008 bis 2015 Reviews und Live-Berichte für vampster geschrieben. Seit 2019 ist er wieder mit dabei. Lieblingsbands: AMORPHIS, ARCHITECTS, BARONESS, CULT OF LUNA, DARK TRANQUILLITY, GHOST BRIGADE, IN FLAMES, THE OCEAN. Genres: Black Metal, Death Metal, Melodic Death Metal, Metalcore, Post Metal, Progressive, Rock, Thrash Metal.