HATEBREED: Hatebreed

HATEBREED: Hatebreed

Noch vor fünf Monaten hatte ich im Rahmen der Rezension zum Cover-Album „For The Lions“ den Wunsch ausgesprochen, dass HATEBREED die dort gesammelten Einflüsse beim Schreiben ihres nächsten richtigen Albums im Hinterkopf behalten sollten. Und wie ich nun feststellen darf, tat der Ausflug in fremde Genres dem Sound des Quintetts richtig gut, denn obwohl neue Facetten auf „Hatebreed“ eher im Detail zu suchen sind, sind sie dennoch unweigerlich präsent.

Dabei beginnt die selbstbetitelte Scheibe mit „Become The Fuse“ und „Not My Master“ doch zunächst so, wie man es von HATEBREED gewohnt ist: Kompakte und wutgeladene Songs, angereichert mit nackenbrechenden Riffs, fetten Grooves und Breaks, die zumeist in knallharten Moshparts enden, machen keine Kompromisse und liefern zugleich die perfekte Grundlage für Jamey Jastas angepisste Shouts. So kennt man HATEBREED und so lieben die Fans ihre Jungs aus New Haven. Und – so viel sei verraten – diese Trademarks ziehen sich nach wie vor wie ein roter Faden durch das komplette Album.

HATEBREED wagen vorsichtige Ausflüge in neue Gefilde

Die eingangs erwähnten Neuerungen im Sound finden sich hingegen unter anderem bei „In Ashes They Shall Reap“, wo Jasta doch tatsächlich während einer kurzen Passage auf rauen Klargesang zurückgreift. Solche Variationen bei den Vocals tun dem Gesamteindruck von „Hatebreed“ richtig gut, zumal es nicht bei diesem einen Ausflug in neue Gefilde bleibt. Auch „No Halos For The Heartless“ weiß mit melodischen, aber keinesfalls weichgespülten, Backgroundchören zu überzeugen und das fast schon punkige „Every Lasting Scar“ könnte sich mit seinem Mitgröhl-Refrain glatt zum künftigen Live-Hit mausern.

Analog hinterließ der Cover-Ausflug „For The Lions“ seine Spuren im instrumentaltechnischen Bereich. So orientieren sich HATEBREED mit „Between Hell And A Heartbeat“ deutlich an SLAYER und lassen ebenso in „Hands Of A Dying Man“ Thrash-Anleihen durchblitzen. Sogar kurze Soli haben es in die beiden Songs geschafft.

Mit „Hatebreed“ bekommen wir weiterhin das, was das Name verspricht

Was gerade in Hinblick auf eine Hardcore-Institution wie HATEBREED zunächst revolutionär klingt, sollte jedoch nicht überbewertet werden. Die neu gewonnenen Einflüsse wurden nämlich geschickt in den eigenen Sound integriert und an selbigen angepasst. Von einem Stilbruch ist die Band somit meilenweit entfernt. Dafür sorgen unter anderem auch die immer noch zahlreich vertretenen, moshtauglichen Nummern wie das groovende „Everyone Bleeds Now“ oder „As Damaged As Me“. HATEBREED bleiben alldem zum Trotz eben doch HATEBREED. Dennoch entpuppen sich gerade die vielen kleinen metallischen Facetten als extrem bereichernd für das rabiate Soundgewand des Quintetts und lassen bereits erahnen, was in Zukunft von der Band noch erwartet werden darf.

Wenn diese Platte eines aussagt, dann dass Scheuklappen scheiße sind und dass jeder Band – so wie jedem Fan auch – ein Blick über den eigenen Horizont hinaus nicht schaden kann. Denn sonst wäre ein Instrumentalstück wie „Undiminished“ samt Pianountermalung und melodieführender Leadgitarren gar nicht erst möglich gewesen. Aber genau das ist vielleicht der Punkt, warum dieses Album ganz einfach mit „Hatebreed“ betitelt ist. Denn selbst wenn die Musik der Jungs nicht mehr einhundertprozentig der ihrer Anfangstage entspricht, bekommt man im Jahr 2009 immer noch das, was vorne draufsteht.

Veröffentlichungstermin: 02.10.2009

Spielzeit: 42:26 Min.

Line-Up:
Jamey Jasta: Vocals
Frank Novinec: Guitars
Wayne Lozniak: Guitars
Chris Beattie: Bass
Matt Byrne: Drums

Produziert von Zeuss
Label: Roadrunner Records

Homepage: http://www.hatebreed.com

HATEBREED „Hatebreed“ Tracklist

01. Become The Fuse
02. Not My Master
03. Between Hell And A Heartbeat
04. In Ashes They Shall Reap (Video bei YouTube)
05. Hands Of A Dying Man
06. Everyone Bleeds Now (Video bei YouTube)
07. How No Halos For The Heartless
08. Through The Thorns
09. Every Lasting Scar
10. As Damaged As Me
11. Words Became Untruth
12. Undiminished
13. Merciless Tide
14. Pollution Of The Soul

Florian Schaffer
Genres: Black Metal, Death Metal, Melodic Death Metal, Metalcore, Post Metal, Progressive, Rock, Thrash Metal.