GRAND CADAVER: Into The Maw Of Death

GRAND CADAVER besinnen sich auf ihrem Debüt-Album auf das Wesentliche: Die Schweden servieren kernigen Death Metal der alten Schule, der das Genre nicht revolutioniert, aber dafür mit gutem Songwriting und packender Atmosphäre punktet.

Was macht eigentlich ein gutes Death Metal-Album aus? Würden wir zehn verschiedene Personen fragen, bekämen wir wahrscheinlich zehn verschiedene Antworten. Erwartungen sind verschieden, die Ansprüche auch. Warum uns in diesem Jahr also ausgerechnet das knackige „Into The Maw Of Death“ zu packen vermag, ist in der Folge nicht so simpel zu beantworten, wie man denken würde. Zumindest, wenn wir uns nicht Anfang des Jahres bereits indirekt mit dieser Frage beschäftigt hätten: Die Debüt-EP „Madness Comes“ (2021) spielte mit Nostalgie und Genre-Konventionen, um eben genau das zu perfektionieren, was für jeden Genre-Beitrag geradezu essentiell ist: die richtige Atmosphäre.

Es war kein Zufallstreffer, denn genau unter diesem Aspekt punkten GRAND CADAVER mit ihrem ersten Full-Length-Beitrag erneut. Dank der rohen und ungeschliffenen Produktion sprießt der Oldschool-Spirit aus jeder Pore, während sich Sänger Mikael Stanne (DARK TRANQUILLITY) mit seinen markant-rauen Growls einmal mehr als Death-Fronter par excellence entpuppt.

GRAND CADAVER besinnen sich auf das Wesentliche und garnieren dies mit einer Ladung Alter Schule

Wie auf „Madness Comes“ (2021) agieren GRAND CADAVER oftmals mit viel Groove und überwiegend im gehobenen Midtempo, wissen allerdings durch regelmäßige Tempowechsel die Spannung aufrechtzuerhalten. „Soul Infestation“ startet beispielsweise furios mit Blastbeats und sägenden Gitarren, bevor das kompakte „World Mausoleum“ zwischen mörderischem Nackenbrecher-Charme und hektischen Anfällen einen goldenen Mittelweg findet. Behäbig walzt „Grim Eternal“ im Anschluss über uns hinweg und zuckt dabei aufgrund der tief gestimmten Gitarren noch nicht einmal mit der Wimper, während die Leadgitarre im Refrain ein paar melodische Spitzen streut.

„Into The Maw Of Death” ist kein allzu technisches Album, sondern pflügt eher durch den Part des Genres, den die frühen BLOODBATH oder auch ENTOMBED vor rund zwei Dekaden unsicher machten. Es ist eine Nische, die in den letzten Jahren gefühlt etwas vernachlässigt wurde und die glücklicherweise ohne großen Bombast auskommt. GRAND CADAVER besinnen sich mit Stücken wie dem unheilvoll umrahmten Titeltrack, „Reign Through Fire“ oder dem wendungsreichen „Manifest Insanity“ vielmehr auf das Wesentliche: Gitarre, Bass, Schlagzeug und eine ganze Ladung Alte Schule, die natürlich mehr mit unserer Nostalgie flirtet, als das Genre zu revolutionieren. Doch genau das muss „Into The Maw of Death“ andererseits auch gar nicht, weil eben die restlichen Qualitäten stimmen – eben so, wie man es von einem guten Death Metal-Album erwartet.

Veröffentlichungstermin: 29.10.2021

Spielzeit: 36:49

Line-Up

Mikael Stanne – Vocals
Stefan Lagergren – Gitarre
Alex Stjernfeldt – Gitarre
Christian Jansson – Bass
Daniel Liljekvist – Schlagzeug

Produziert von Kalle Lilja und Daniel Deurell

Label: Majestic Mountain Records

Facebook: https://www.facebook.com/grandcadaver

GRAND CADAVER “Into The Maw Of Death” Tracklist

  1. Disanimated
  2. Soul Infestation
  3. World Mausoleum
  4. Grim Eternal (Audio bei YouTube)
  5. Reign Through Fire (Audio bei YouTube)
  6. Into The Maw Of Death
  7. Empire Of Lies
  8. Malevolent Fate
  9. Manifest Insanity
  10. Cold Dead Light