FOREVER SLAVE: Tales For Bad Girls

FOREVER SLAVE: Tales For Bad Girls

Geschichten für böse Mädchen? Die spanische Gothic Metal-Band FOREVER SLAVE war ja noch nie für ihre Scheiß drauf-Mentalität bekannt, wenn es um die Erfüllung von Klischees ging. Und auch mit ihrem zweiten Album geben sich die Iberer bemüht, Stil- und Genrevorgaben gewissenhaft zu erfüllen. Doch im Gegensatz zum Debüt, Alice´s Inferno, wurde ein noch klarer Kurs in Richtung Mainstream eingeschlagen, weshalb Violinklänge und männliche Growls fortan in irgendwelchen Sumpflandschaften zurückgelassen wurden. Demzufolge gibt es für Frontfrau Lady Angellyca noch mehr Raum sich auszubreiten. Und wenn die Stimmbänder nicht in der Lage sind, diesen Raum entsprechend zu füllen, dann wird einfach mit optischen wie soundtechnischen Effekten nachgeholfen. Letztere synthetisieren die Vocals in einem poppigen Grade, der der Musik nur wenig dienlich ist.

Abgesehen von den eindimensionalen und dünnen Vocals bestechen auch die Kompositionen nicht gerade durch Einfallsreichtum. Und die zahlreichen Samples und Keyboard-Effekte geben den Songs ebenso keine zusätzlichen Impulse. Konnte das Debütalbum wenigstens noch im Bereich der Atmosphäre etwas punkten, so ist das zugegeben besser produzierte Zweitwerk eine knapp 50-minütige Bootsfahrt, von der man im Nachhinein wenig zu berichten weiß. Gothic Metal kann also langweilig sein – ebenso wie Geschichten für böse Mädchen.

Veröffentlichungstermin: 4. April 2008

Spielzeit: 48:25 Min.

Line-Up:

Lady Angellyca – Gesang
Sergio – Bass
Oswalth – Gitarre
Leal – Keyboards
Edward Vert – Schlagzeug

Label: Wacken Records / SPV

Homepage: http://www.foreverslave.com

Tracklist:
1. Dickhead!
2. Say Good-Bye
3. GothiX Girls
4. Pulse
5. Kristin A.I.D.S.
6. Afterlife
7. Our Story
8. Mar, no te vayas
9. The Lovers
10. Larmes et Roses
11. My Girl (She loves her)
12. Gasoline

Christian Wögerbauer
Christian ist seit 2005 unser Vertreter der Österreicher Metalszene, rezensiert gern im Bereich Symphonic Metal, Doom, Melodic Death und auffallend gern Bands mit Sängerin. Genres: Symphonic Metal, Gothic Metal, Melodic Death Metal, Doom.