FLESHGOD APOCALYPSE: Veleno

FLESHGOD APOCALYPSE: Veleno

Seit 2015 kann ich FLESHGOD APOCALYPSE nicht mehr so aussprechen, dass es von anderen verstanden wird. Der Grund dafür ist, dass ich vor vier Jahren beim MADE OF METAL-Festival zu vorgerückter Stunde mit einem Slowaken auf dem einen und anderen Bier gesessen bin. Dieser Gesprächspartner erwies sich als hellauf begeistert vom Festival-Auftritt der Italiener und war generell ein großer Fan der Technical / Symphonic Death Metal-Band. Dieser FLESHGOD APOCALYPSE-Leidenschaft ließ er freien Lauf, als dass er den Bandnamen dermaßen schnell mit Alkohol geschwängertem Zungenschlag und slawischem Akzent ständig wiederholte. Und dies prägte sich allzu sehr in mein Repertoire, wie ich Bands ausspreche, ein. Doch zum Glück machen wir hier auf Vampster keine Audio-Reviews (mehr).

„Veleno“ ist weniger überladen als noch so mancher Vorgänger

Vier Jahre nach dem MADE OF METAL-Festival und drei Jahre nach dem „King“-Album steht mit „Veleno“ nun das neue FLESHGOD APOCALYPSE-Album an. Und die Italiener setzen dort fort, wo der Vorgänger geendet hat. Die Kompositionen sind also ausbalancierter als noch zu „Labyrinth„-Zeiten und das ganze Konstrukt wirkt nicht mehr so übertrieben überladen. Mit einen Grund dafür liefert die gute Produktion, die schon im eröffnenden „Fury“ sehr gut gefällt. Hier spielen die Becken stellenweise eine tragende Rolle, wenn sie als kaltes Klirren erklingen.

FLESHGOD APOCALYPSE balancieren mit Eleganz Melodie und Härte aus

Natrülich haben FLESHGOD APOCALYPSE phasenweise ihr ungestümes Songwirting beibehalten. Doch die Italiener balancieren die Ungezügeltheit mit Melodie und symphonischen Elementen aus. Hier werden demnach schon elegante Lösungen präsentiert wie etwa „Embrace the Oblivion“ und der als Video-Clip ausgekoppelte Song „Sugar“ beweisen, der in eine „The Violation“-Kerbe schlägt (für mich nach wie vor einer der besten Songs der Italiener).

Auf „Veleno“ werden auch ruhigere Töne angeschlagen

Weiterhin zügeln FLESHGOD APOCALYPSE auch das Tempo, um den Hörer ein paar Verschnaufpausen zu gönnen. So beginnt „Monnalisa“ schleppender mit einem Gothic-Touch und „The Day We´ll Be Gone“ setzt gar großflächig auf balladeske Töne und macht fleißig von der Stimme der Gast-Sängerin Veronica Bordacchini (WISTERIA) Gebrauch.

FLESHGOD APOCALYPSE schließen zu SEPTICFLESH auf

Die personelle Dezimierung der Band fällt auf „Veleno“ nicht zwingend ins Gewicht, als dass die Abgänge von Cristiano Trionfera und Tommaso Riccardi kompensiert werden konnten. Zum einen lieferte Fabio Bartoletti (Ex-HIDEOUS DIVINITY) Beistand auf der Gitarre und zum anderen springt Multi-Instrumentalist Francesco Paoli auch gesanglich gut in die Bresche. Somit unterstreichen FLESHGOD APOCALYPSE ihrer Anwartschaft, dass sie im gleichen Atemzug mit SEPTICFLESH und EX DEO genannt werden dürfen und sollen.

Veröffentlichungstermin: 24.05.2019

Spielzeit: 51:42 Min.

Line-Up:
Paolo Rossi – Bass & Gesang
Francesco Paoli – Gesang, Gitarre & Schlagzeug
Francesco Ferrini – Klavier & Orchestration

Gast-Musiker:
Veronica Bordacchini (WISTERIA) – Gesang
Fabio Bartoletti (Ex-HIDEOUS DIVINITY) – Gitarre
Maurizio Cardullo (FOLKSTONE) – Dudelsack
Daniele Marinelli – Mandoline

Produziert von Marco Mastrobuono (HOUR OF PENANCE) @ Bloom Recording Studio, Rom & Kick Studio, Rom und von Daniele Marinelli @ Musica Teclas Studio, Perugia

Label: Nuclear Blast

Homepage: https://shop.fleshgodapocalypse.com

Mehr im Netz: https://www.facebook.com/fleshgodapocalypse

FLESHGOD APOCALYPSE “Veleno” Tracklist

1. Fury
2. Carnivorous Lamb (Lyric-Video bei YouTube)
3. Sugar (Video bei YouTube)
4. The Praying Mantis´ Strategy
5. Monnalisa
6. Worship and Forget
7. Absinthe
8. Pissing on the Score
9. The Day We´ll Be Gone
10. Embrace the Oblivion
11. Veleno

Bonus Tracks (DIGI, DIGITAL & DIGITAL DELUXE)
12. Reise, Reise (RAMMSTEIN Cover)
13. The Forsaking (Nocturnal Version)

Christian Wögerbauer
Christian ist seit 2005 unser Vertreter der Österreicher Metalszene, rezensiert gern im Bereich Symphonic Metal, Doom, Melodic Death und auffallend gern Bands mit Sängerin. Genres: Symphonic Metal, Gothic Metal, Melodic Death Metal, Doom.