EYES SET TO KILL: Masks

EYES SET TO KILL: Masks

Die Amerikanisierung des Alltags schreitet weiterhin unaufhaltsam vorwärts. Ein Selbstläufer ist sie jedoch bei Weitem nicht, das musste schon so mancher Act aus den USA erfahren, der auf der anderen Seite des Ozeans spürbaren Respekt genoss, dem hiesigen Kontinent aber schlicht nicht auf dem Radar erscheinen wollte. Auch aktuelle Durchstarter wie BETWEEN THE BURIED AND ME benötigten erst die Rückendeckung eines internationales Labels und nicht zuletzt regelmäßige Live-Präsenz, bevor die Popularitätskurve hierzulande nach oben wanderte.

EYES SET TO KILL haben diese Hürde noch vor sich; immerhin die Starthilfe scheint mit dem Deal bei Century Media gesichert. Nur ist der Markt wirklich empfänglich für einen weiteren eingängigen Metalcore- / Modern-Metal-Verschnitt, wie er im vergangenen Jahrzehnt dutzendfach aus Übersee importiert wurde?

EYES SET TO KILL hantieren mit antiquierten Versatzstücken

Das darf berechtigterweise bezweifelt werden. Die Radiotauglichkeit von „Masks“ geht zu Lasten der Tiefe, schon die titelgebende Einleitung verknüpft weiblichen Gesang Marke IN THIS MOMENT mit einem stumpfen Moshriff. Und dann geht die Führung durch das Genremuseum los: Schwedisches Riffing, zuckrige Refrains, vorhersehbare Hooks – EYES SET TO KILL hantieren mit antiquierten Versatzstücken, nach nicht einmal fünf Minuten erfüllt ein herzhaftes Gähnen den Raum. Hintendran hängen sich in „Lost And Forgotten“ heruntergestimmte Gitarren, dazu die übliche Beauty-and-the-Beast-Geschichte im gesanglichen Bereich.

Fronterin Alexia Rodriguez füllt ihre Rolle auf „Masks“ glaubwürdig aus, vor dem abgedroschenen Hintergrund, den ihr ihre Mitstreiter zur Verfügung stellen, würde aber auch Daniela Katzenberger plötzlich als Performance-Wunder gefeiert werden.

Mit „Masks“ dürfte die Mission Europa schwierig werden

Ob nun in „Little Liar“ die Popschiene bedient wird oder „True Colors“ bemüht AS I LAY DYING nacheifert, ist ohnehin belanglos. Das Fazit des mühsamen Auftakts können EYES SET TO KILL im Weiteren nicht mehr umwerfen. „Masks“ fehlt es an Inspiration, an Mut, an einer stringenten Vision. Mit dem vorliegenden Material dürfte es unglaublich schwer werden, die Mission Europa erfolgreich abzuschließen, denn auf die drölftausendste Modern-Metal-Band mit Popappeal hat sicherlich niemand gewartet. Aber eine Alternative gibt es doch, sollte es mit der Erstverwertung scheitern: Gemäß der EU-Richtlinien steht „Masks“ sicherlich auch ein alternativer Vertriebsweg als zuverlässiges Sedativum offen – bei mir zeigt es bereits Wirkung.

Veröffentlichungstermin: 20.09.2013

Spielzeit: 45:28 Min.

Line-Up:
Alexia Rodriguez – Vocals, Guitar, Keyboards
Cisko Miranda – Vocals
Anissa Rodriguez – Bass
Caleb Clifton – Drums, Samples

Produziert von Steve Evetts
Label: Century Media

Mehr im Netz: http://www.facebook.com/eyessettokill

EYES SET TO KILL „Masks“ Tracklist

01. Masks
02. Killing In Your Name
03. Lost and Forgotten (Lyric-Video bei YouTube)
04. Where I Want To Be (Audio bei YouTube)
05. True Colors
06. Surface
07. Little Liar
08. Nothing Left To Say
09. The New Plague
10. Infected (Video bei YouTube)
11. Secrets Between
12. Haze
13. The Forbidden Line

Florian Schaffer
Genres: Black Metal, Death Metal, Melodic Death Metal, Metalcore, Post Metal, Progressive, Rock, Thrash Metal.