ENSLAVED: Ruun

ENSLAVED liefern auch 2006 keine leichtverdauliche Kost.

Zwei Jahre nach dem überaus erfolgreichen Isa, welches ENSLAVED sogar einen norwegischen Grammy einbrachte, präsentieren die Norweger das Nachfolgealbum Ruun. Die Nähe zum Vorgänger, welche im Titel offenbar wird, ist auch musikalisch spürbar. ENSLAVED setzen dort an, wo sie mit Isa aufgehört haben, ohne auf der Stelle zu treten – und so ist Ruun denn auch kein zweites Isa geworden. In Sachen Produktion leistet man sich indes keine Risiken, das Soundgewand ist druckvoll und authentisch ausgefallen.

Musikalisch indes hat Ruun gewisse Startschwierigkeiten. Obschon ENSLAVED mit heruntergestimmten Gitarren (etwa im gelungenen Fusion Of Sense And Earth), Clean-, Kreisch- und Grunzgesang sowie atmosphärischen Zwischenpassagen aufwarten und ihre Vielseitigkeit unter Beweis stellen, fehlt es dem neuesten Werk bisweilen an wirklich überraschenden Akzenten, an fesselnden Songs und einem echten Kracher wie Neogenesis auf Isa. Die Norweger leisten sich auf ihrem aktuellen Output zwar keinerlei Ausfälle und vermögen es, die frostige Stimmung stets aufrecht zu erhalten, doch schafft es Ruun nicht, mit ähnlich überzeugenden Reizen aufzutrumpfen, wie dies Isa tat, obschon es stilistisch dem direkten Vorgänger nahe ist.

Am Ende bleibt vom Midtempo-lastigen Ruun ein zwiespältiger Eindruck. Schlecht ist das Album auf keinen Fall, aber den Charme, den Isa sein eigen nannte, versprüht es nicht. So ist auch Anhängern der jüngeren Werke von ENSLAVED hier ein ausgedehntes Antesten empfohlen…

Veröffentlichungstermin: 22.05.2006

Spielzeit: 46:03 Min.

Line-Up:
Ivar P.: Gitarre, Synths, Effekte, Backing Vocals
Grutle Kjellson: Vocals, Bass
Arve Isdal: Gitarre
Cato Bekkevold: Drums
Oyvind: Synths

Label: Tabu Records

Homepage: http://www.enslaved.no

Tracklist:
1. Entroper
2. Path To Vanir
3. Fusion Of Sense And Earth
4. Ruun
5. Tides Of Chaos
6. Essence
7. Api-vat
8. Heir To The Cosmic Seed