ENDSTILLE: Verführer

Eine leichte Veränderung der Monotonie

Zugegeben, ich hatte bei ENDSTILLE´s neuem Album “Verführer“ nicht mit etwas sonderlich Neuem gerechnet, sondern die übliche Wanderung durch Aggressivität und Monotonie erwartet. Meine Erwartung wurde nicht enttäuscht, auch wenn es auf “Verführer“ ein paar Veränderungen gibt. “Alteration Of The Roots“, der Opener des Albums, ist ein typischer ENDSTILLE-Song. Wahnsinnig schnelle Blastbeats, ein monotones, bedrückend klingendes Riffing und das aggressive, verachtende Geschrei, lassen jeden Kenner wissen, dass es sich hier um die Kieler Black Metal Truppe handelt. Selbige Charaktereigenschaften machen auch den folgenden Titel namens “…Of Disorder“ aus, der nicht weniger schnell und simpel klingt. Spätestens jetzt hätte sich der Hörer auf weitere sieben Songs mit gleichen Eigenschaften und Stimmung eingestellt. Doch “Hate Me… God?“ passt nicht so ganz in die Schublade, in die man den Song stecken möchte. Klar, am spielerischen Anspruch hat sich nicht viel verändert. Das Gitarrenspiel ist noch immer nicht als technisch raffiniert zu bezeichnen. Auch die Vocals lassen jegliche Variation vermissen. Jedoch wurde das Tempo ein wenig gedrosselt. Auch das Schlagzeug driftet aus seiner Raserei heraus und besinnt sich auf einen einfachen Rhythmus. Beeindruckend ist diese Veränderung jedoch nicht. Etwas atmosphärischer geht es dann bei “Depressive/Abstract/Banished/Despised“ zur Sache. Das Tempo wurde nochmals gedrosselt und wirkt für ENDSTILLE´s Verhältnisse sogar melodisch, wenn man das Wort in diesem Zusammenhang überhaupt verwenden darf. Mit “Monotonus“ machen die Kieler ihrem Ruf wieder einmal alle Ehre und fallen in ihr altes Muster zurück und beglücken uns mit einem großen Maß an schwarzer Monotonie. “Symptoms“ gelingt es, zwischen den beiden Extremen hin und her zu wandern, während “Suffer In Silence“ wieder deutlich dem schleppenden Tempo zugeordnet werden kann. Auch die letzten beiden Songs, nämlich “Dead“ und “Endstille (Verführer)“ fassen alle erwähnten Eigenschaften zusammen. Und was bleibt am Ende zu sagen? “Verführer“ ist ein Album geworden, das ich in dieser Form nicht erwartet hätte. Zwar bleiben spielerisch beeindruckende Momente (abgesehen vom Schlagzeug natürlich) wieder einmal aus, doch hätten diese der monotonen Atmosphäre einen Abbruch getan. Und mal ehrlich: Hätten wir das gewollt?

Veröffentlichungstermin: 08.05.2009

Spielzeit: 46:43 Min.

Line-Up:
Iblis – Vocals
Cruor – Bass
L.Wachtfels – Guitars
Mayhemic Destructor – Drums

Produziert von JAK
Label: Regain Records

Homepage: http://www.endstille.com

MySpace: http://www.myspace.com/endstilleband

Tracklist:
Alteration Of Roots
…Of Disorder
Hate Me… God? Depressive/Abstract/Banished/Despised
Monotonus n
Symptoms
Suffer In Silence
Dead
Endstille (Verführer)