EMPYRIUM: Where at Night the wood grouse plays

Die neue Empyrium schafft es nicht, die in sie gesetzten Erwartungen zu erfüllen, nachdem sie mit „Songs of Moors und Mistfeldern“ eine Oberligascheibe abgeliefert haben. Trotzdem wahrlich keine schlechte Platte!

Um‘s gleich mal vorneweg zu sagen, die neue EMPYRIUM schafft es nicht, meine in sie gesetzten Erwartungen zu erfüllen.

Mag ja sein, dass ich mir einfach mehr erwartet hätte, nachdem sie mit „Songs of Moors und Mistfeldern“ eine Oberligascheibe abgeliefert haben, mag aber auch sein, dass ungefähr die Hälfte aller Songs auf „Where at Night…“ einfach nur vorüberplätschern. Diese kann ich auch genau kennzeichnen, nämlich alle ohne Gesang (oder nur Minimalgesang), hier fehlt einfach ein spannungserzeugendes Element, denn die teilweise reizlosen Gitarrenlines schaffen es nicht, eine wirkliche Spannung zu erzeugen oder am Leben zu erhalten. Wirklich schade, denn ein Song wie „Wehmut“, der ohne Lyrics, sondern nur mit Chorälen auskommt, zeigt hier klar auf, dass man auch damit durchaus und hervorragend Feeling und Atmosphäre verbreiten kann. Dann aber gibt es Songs wie das auf knapp sechs Minuten in die Länge gezogene „Dying brokenhearted“, welches bis auf leichte Flöteneinstriche nur Akustikgeklimper der eher drögen Sorte bietet.

EMPYRIUM können nicht in allen Punkten überzeugen

Man möge mich bitte also nicht falsch verstehen, „Where at Night…“ ist wahrlich keine schlechte Platte, sie entfaltet ihre Reize sogar meist erst nach mehrmaligem Hören, aber im Vergleich zum Vorgänger oder zum anderen „recht“ aktuellen Akustikprojekt aus deutschen Landen Menhirs „Buchonia“ bleibt für „Where at Night…“ einfach nur jeweils der zweite Platz übrig, was wiederum nicht so schlecht ist, da dies einfach überdurchschnittliche Scheiben sind.

Schade also, dass der von Prophecy angekündigte „Dark Folklore Wagnerian Bombast“ (wobei ich mich frage ob Wagner auch ohne Bombast geht) in den Punkten ‘Wagnerian’ und ‘Bombast’ nicht so recht überzeugen will, und da der Begriff „Dark“ sowieso von jedem selbst definiert werden sollte, kann mich nur Folklore richtig überzeugen.

Freuen wir uns also über ein recht gutes akustisches Folk-Album und ärgern uns gleichzeitig, dass die Klasse des Vorgängers meiner Meinung nach nicht erreicht wird, hoffentlich besinnen sich EMPYRIUM beim nächsten Album wieder mehr auf ihre Stärken.

EMPYRIUM “Where At Night The Wood Grouse Plays” Tracklist

1.) Where at Night the Wood Grouse plays
2.) Dying brokenhearted
3.) The Shepherd an the Maiden Ghost
4.) The sad Song of the Win
5.) Wehmut
6.) A pastoral Theme
7.) Abendrot
8.) Many Moons ago
9.) When Shadows grow longer ´99

Anspieltips: Wehmut, Where at Night the Wood Grouse plays, Many Moons ago

Line-Up

Markus – Vocals, Drums, Guitars, Bass
Andreas – Synthesizer
Nadine – Flutes, Cello