EKPYROSIS: All You Can Eat [Eigenproduktion]

Eine der dienstältesten Prog Metal-Bands aus Österreich mit ihrem inzwischen vierten Full Length-Album!

Hin und wieder gibt´s halt doch noch Überraschungen. Die österreichische Formation EKPYROSIS, deren ersten beiden Veröffentlichungen Last And Onely und Grey mir nach wie vor in sehr guter Erinnerung sind, ist tatsächlich noch aktiv. Die beiden letzten Alben sind zwar irgendwie komplett an mir vorbeigerauscht und ich kann absolut nichts darüber sagen, aber es ist doch immer wieder toll zu sehen, dass es noch Bands mit Durchhaltevermögen gibt, auch wenn´s leider kaum jemand mitkriegt. Was tut man, wenn´s am Erfolg mangelt? Richtig, man veröffentlicht ein Doppelalbum! Zumindest EKPYROSIS haben das mit All You Can Eat so gehandhabt und hierfür schon mal meinen Respekt!
Stilistisch kriegt man hier eine sehr eigenständig Prog Metal-Variante geboten, was bedeutet, dass die Band keineswegs mit den üblichen Combos wie DREAM THEATER oder FATES WARNING in einen Topf geworfen werden kann, sondern eine komplett andere Schiene fährt. Kennt jemand noch die deutschen PRKLZ? Der Vergleich greift zwar auch nicht so ganz, aber die Herangehensweise ist irgendwie ähnlich. Einige werden evtl. mit den leicht heißeren, manchmal auch etwas wackeligen Vocals von Christian Gruber so ihre Probleme haben, ich finde seinen Gesang aber zur Musik passend, auch wenn er sicherlich kein Großer ist. Was EKPYROSIS interessant macht ist, dass sie einfach ihr Ding durchziehen, eine eigene Vision haben und diese auch konsequent umsetzen. Die Stücke sind eingängig aber nicht aufdringlich, komplex aber nicht verfrickelt und wenn man´s sehr direkt ausdrücken will: absolut massenunkompatibel – sehr schön!
Gerade im Vergleich zu Grey, welches einige richtige Hits beinhaltete, wirkt All You Can Eat anfangs ziemlich sperrig und introvertierter, seinen Charme spielt das Album wirklich erst nach mehreren Durchläufen aus, bei zwei CDs ist da Durchhaltevermögen angesagt!
Was die Produktion betrifft, so ist die Platte sicherlich nicht das Nonplusultra, vor allem die Drums klingen ziemlich dünn und wurden etwas arg in den Hintergrund gemischt. Dadurch, dass die Musik jetzt aber nicht wirklich rein auf Druck ausgelegt ist, geht das schon in Ordnung und trübt den Hörgenuss nur unwesentlich.
Da Prog Metal-Fans zum Großteil leider nicht wirklich offener sind als verbohrte True Metaller, sondern sich lediglich in einem anderen Metier bewegen, werden EKPYROSIS es sicherlich nicht leicht haben, All You Can Eat in großen Massen unter´s Volk zu bringen. Trotzdem hat die Band eure Unterstützung absolut verdient und freut sich sicherlich über jeglichen Zuspruch!

Veröffentlichungstermin: 31.10.2008

Spielzeit: 82:13 Min.

Line-Up:
Christian Gruber – vocals, guitar
Mario Schreiber – guitar, backing vocals
Thomas Prethaler – bass
Richard Edlinger – keys
Helmut WInter – drums

Produziert von Band
Label: Eigenproduktion

Homepage: http://www.ekpyrosis.com

MySpace: http://www.myspace.com/ekpyrosismusic

Tracklist:
01. Neuralgia
02. Earth – Bound
03. My Hands Are Tied
04. The Art Of Living
05. Behind The Mask
06. Yellow Eyes
07. See You Again
08. Destination

Disc 2
01. Addicted
02. Madhouse
03. The Underground Is Where It Happens
04. Behind The Mask Part II
05. Like Master, Like Man
06. Gun
07. Dear Sophie
08. Release Me From Your Spell