EDGUY: Superheroes

Die Zielgruppe weiß was sie erwartet und wer EDGUY bisher noch nichts abgewinnen konnte wird auch mit dieser Veröffentlichung sicher nicht zum Fan. Aber es bleibt dabei: EDGUY haben mich bisher noch mit keiner Veröffentlichung enttäuscht.

Anderthalb Jahre nach dem hervorragenden „Hellfire Club“ bahnt sich so langsam ein neues Album der Fulda Five an. Als Appetizer schicken EDGUY wieder eine EP vor. Und wie auch schon bei „King Of Fools“ bekommt man für sein Geld einen ordentlichen Gegenwert. Insgesamt sind 6 Songs mit einer Spieldauer von 26:08 Minuten auf „Superheroes“ vertreten. Den Anfang macht, wer hätte es gedacht der Titeltrack. Eine schöne Mid-Tempo Nummer die live prächtig funktionieren wird und genug kommerzielles Potential hat um auch in den Charts zu punkten. Wir können uns als wohl schon einmal darauf vorbereiten die EDGUYs wieder bei Top Of The Pop zu verpassen. An die Klasse von „King Of Fools“ kommt der Song allerdings nicht ganz heran. Bei „Spooks In The Attic“ geht es etwas schneller zu. Eigentlich, wie auch der Vorgänger, eine typische EDGUY-Nummer mit einprägsamem Refrain. Meiner Meinung nach besser als der Opener. Mit dem folgenden „Blessing In Disguise“ geht es in balladeske Gefilde. Hier hinken EDGUY allerdings Ihrer Form mal wieder hinterher. Die besten Balladen haben Edguy schon vor langer Zeit geschrieben und die letzten Songs in diese Richtung waren zwar alle ganz ordentlich aber so richtig umgehauen hat mich davon keiner. Einen Song vom Kaliber wie „Scarlet Rose“ vom „Vain Glory Opera“ Album werden EDGUY wohl nicht mehr zu Stande bringen. Das Highlight der Scheibe folgt mit Song Nummer vier: „Judas At The Opera“ ist mit über sieben Minuten der längste Song der EP und wird mit Guest Vocals von Michael „Metal hat mich krank gemacht“ Kiske veredelt. Der Song beginnt als schnelle Melodic Nummer hat aber im weiteren Verlauf noch einiges mehr zu bieten. Im Mittelteil zum Beispiel fühlt man sich doch tatsächlich ein wenig an das allmächtige Bohemian Rhapsody von QUEEN erinnert. Starke Nummer die hoffentlich ihren Weg ins Live-Set der Edguys findet. Mit dem folgenden „The Spirit“ haben EDGUY sich an einem Song von MAGNUM versucht. Im Original ist der Song auf dem 82er Album „Chase The Dragon“ zu finden. Da mir das Original nicht bekannt ist kann ich diesen Song unvoreingenommen beurteilen und muss sagen dass mir die Nummer ebenfalls sehr gut gefällt. Am Ende steht die „Epic Version“ von Superheroes. Selten so gelacht. Epic ist da gar nix. Das ganze ist einfach eine Piano-Balladen Version des Titeltracks die in dieser Form nicht wirklich funktioniert und definitiv den schwächsten Song der EP darstellt. Aber andererseits stehen diesem Song und dem ebenfalls mäßigen „Blessing In Disguise“ vier wirklich gelungene Songs gegenüber so dass sich der Kauf von „Superheroes“ durchaus lohnt. Die Zielgruppe weiß was sie erwartet und wer EDGUY bisher noch nichts abgewinnen konnte wird auch mit dieser Veröffentlichung sicher nicht zum Fan. Aber es bleibt dabei: EDGUY haben mich bisher noch mit keiner Veröffentlichung enttäuscht.

Veröffentlichungstermin: 05.09.2005

Spielzeit: 26:08 Min.

Line-Up:
Tobias Sammet: Vocals

Jens Ludwig: Lead and rhythm guitar

Dirk Sauer: Rhythm and lead guitar

Tobias “Eggi” Exxel: Bass

Felix Bohnke: Drums

Produziert von Sascha Paeth / Gate Studio
Label: Nuclear Blast

Homepage: http://www.edguy.nu

Tracklist:
01. Superheroes

02. Spooks In The Attic

03. Blessing In Disguise

04. Judas At The Opera

05. The Spirit

06. Superheroes (Epic Version)