DORO: Fight

DORO: Fight

Nach den Beiträgen zu den aktuellen Scheiben von U.D.O. (“Dancing with an Angel“) und Crown of Thorns („Shed no Tears““) meldet sich die 1,54 Meter kleine Düsseldorferin mit einem eigenen „full length“-Album zurück. Unglaublich, es sind wirklich schon achtzehn Jahre seit dem Warlock-Debüt „Burning the Witches“ vergangen. Es folgten mit „Hellbound“, „True as Steel“ und „Triumph & Agony“ weitere Alben, ehe das Kapitel „Warlock“ geschlossen wurde. Das folgende Album „Force Majeure“ erschien zwar noch unter dem Namen „Doro & Warlock“, doch seit 1990 und dem „Doro“-Album firmiert die mittlerweile 38-jährige Wahl-New Yorkerin unter ihrem Namen. Wenn man Compilations, Best of- und Livescheibe nicht mitrechnet, ist „Fight“ nach „Calling The Wild” (2000), “Love me in Black” (1998), “Machine II Machine“ (1995), „Angels Never Die“ (1993), „True at Heart“ (1991) und der o.g. „Doro“-Scheibe bereits das zwölfte Studioalbum (inkl. der Warlock-Ära). Mit am Start sind erneut Britney Fox-Drummer Johnny Dee, Joe Taylor (Gitarre) und Doro’s langjähriger Basser Nick Douglas (seine fünfte Studioscheibe, auch wenn sein Einsatz manchmal nur äußerst sporadisch war), aber beim Songwriting verließ sich Doro – wie fast immer – auf die Unterstützung anderer (verstehe nicht, warum sich eine so dermaßen eingespielte Band nicht mal am gemeinsamen Songwriting versucht…), wodurch ein recht großes stilistisches Spektrum zu hören ist, die Doro-Grenzen aber nie überschritten werden. Zwar mag der sehr modern klingende (fast schon Nu Metal-artige) Opener „Fight“ (dient auch als Einmarschhymne für Boxweltmeisterin Regina Halmich) etwas befremdlich klingen, doch spätestens beim zweiten Songs „Always live to Win“ handelt es sich um einen typischen Doro-Metaltrack. Eher ungewöhnlich ist dagegen „Descent“ – ein schwerer Song, der auch aus der Feder Pete Steele’s stammen könnte, was nicht nur daran liegt, daß Herr Stahl hier mit seinen unnachahmlichen Vocals zu hören ist. Die hymnenhaften Tracks „Salvaje“ (mit einigen spanischen Textzeilen und Gastklampfer Chris Caffery von Savatage. „Salvaje“ heißt auf deutsch übrigens „wild/der Wilde“) und „Rock before you bleed“ stehen in der Tradition von „All we are“ oder „Burn it up“, während „Chained“ (leider) ein doch arg einfallsloser und deshalb sehr durchschnittlicher, aber recht flotter Heavy-Stampfer geworden ist, der deutlich der schwächste Song dieses Albums ist. Für die einen ist es eine Coverversion, für die anderen eine Fremdkomposition. Fakt ist, daß die Power-Ballade „Legends never Die“ nicht nur von Gene Simmons (mit-)geschrieben (Russ Ballard und Jean Beauvoir trugen ebenfalls ihren Teil bei…) wurde, sondern bereits (mit dem verstorbenen Kiss-Drummer Eric Carr als Gastmusiker) auf dem „W.O.W.“-Album der verstorbenen Wendy O. Willams zu hören war. In die gleiche Stil-Kerbe schlägt die mit Laut/Leise-Wechseln verzierte Powerballade namens „Wild Heart“ (auch hier fungierte Russ Ballad als Co-Autor), doch auch „Undying“, das nur mit Gesang/Piano startet, mutiert nach etwa drei Minuten zu einer wahren Power-Ballade. Doch damit nicht genug an der Balladenfront. Während „Fight by your Side“ eine durchgehend ruhige Ballade, erinnert mich das mit deutschem Sprechgesang und englischem Chorus versehene „Hoffnung“, von der Stimmung her so’n bißchen an „The Fortuneteller“ (von „True at Heart“).

Kommen wir zum Fazit : „Fight“ ist – trotz einiger kleiner Stilausflüge – ein typisches und gutes Doro-Album geworden, das wirklich keinen Freund oder Feind enttäuschen dürfte. Das Cover wurde übrigens, wie auch die Verpackungen von „Triumph & Agony“ und „Angels never Die“) von Geoff Gillespie gezeichnet, der es mit Frau Pesch’s Proportionen erneut wohl „etwas“ zu gut gemeint hat. Bleibt nur noch eine Frage offen: Doro, wann heiratest Du mich endlich?

Spielzeit: 49:53 Min.

Line-Up:
Dorothee Pesch (Gesang)

Johnny Dee (Schlagzeug)

Joe Taylor (Gitarre)

Oliver Palotai (Gitarre)

Nick Douglas (Bass)

sowie diverse Gastmusiker

Produziert von Doro, Chris Lietz, Dan Malsch
Label: Steamhammer

Homepage: http://www.doropesch.com

Tracklist:
1.Fight

2.Always Live To Win

3.Descent

4.Salvaje

5.Undying

6.Legends Never Die

7.Rock Before You Bleed

8.Sister Darkness

9.Wild Heart

10.Fight By Your Side

11.Chained

12.Hoffnung