DISFEAR: Misanthropic Generation

DISFEAR: Misanthropic Generation

Tomas Lindberg lebt scheinbar an der Armutsgrenze. Er muss ständig neue Alben einsingen, da er sonst seine schätzungsweise 15 Kinder nicht ernähren könnte. Kurz nach seinem Bekenntnis zu den alten AT THE GATES-Zeiten namens NIGHTRAGE ist der sympathische Schwede wieder zurück mit einer längst verloren geglaubten Truppe. DISFEAR gibt es wieder, nach sechs Jahren erscheint das nunmehr vierte Full-Length-Album.

Sehr punkig gehen DISFEAR auf Misanthropic Generation zu Werke, rotzen ihren Sound mit einer Prise Rock ´n Roll, ein wenig Hardcore und ein bisschen Metal runter. Dementsprechend assi klingt auch der Sound, was die Band in die Nähe der GENOCIDE SUPERSTARS bringt, doch es gibt einen gewaltigen Unterschied: DISFEAR sind nicht so sehr auf Spaß aus, haben wirklich einen an der Waffel, weil sie ernsthaft sauer sind. Sie drücken es nur nicht so misanthropisch aus, wie der Albumtitel es vermuten lässt. Will heißen, die Musik macht Spaß, ist aber keineswegs friedlich gestimmt.

Das ist auch der Knackpunkt des Album: Die Songs gehen in Ordnung, sind keine großartigen Meisterwerke, aber für diese Zwecke durchaus geeignet. Nur schwanken sie irgendwo zwischen Party und Zerstörung einer ganzen Welt, für jemanden der nur Montag bis Freitag von 8:00 Uhr bis 17:00 Uhr ein Misanthrop ist, ist das doch sehr verwirrend. Trotzdem: Mit dem rauen Sound, den hammergeilen Rock ´n Roll-Soli und dem kranken Geschrei von Herrn Lindberg, das besonders in 26 Years of Nothing sehr übel wirkt, werden coole Songs, wie Powerload, Misanthropic Generation und The Horns voller Power und Energie dargeboten.

Misanthropic Generation stellt zu den anderen Scheiben von Tomas Lindberg leider nur Durchschnitt dar, selbst wenn es eine coole Scheibe ist, die Spaß macht. Doch bei den Referenzen ist man anderes gewohnt. Dennoch sollten sich die Fans nicht abhalten lassen. Es ist ein komisches Gefühl mit einem Bier in der Hand den Weltuntergang heraufzubeschwören.

VÖ: 18. August 2003

Spielzeit: 38:00 Min.

Line-Up:
Tomas Lindberg – Vocals

Björn Pettersson – Guitars

Frykman – Bass

Gu Anderson – Drums

Produziert von Mieszko Talarczyk
Label: Relapse Records

Homepage: http://www.disfear.com

Tracklist:
1. Powerload

2. An Arrogant Breed

3. Misanthropic Generation

4. Rat Race

5. The Final of Chapters

6. Never Gonna Last

7. Demons, Demons, Demons

8. 26 Years of Nothing

9. A Thousand Reasons

10. The Horns

11. Dead End Lives

12. Desperation