DARKSEED: Ultimate Darkness

Sie sind wieder zurück und servieren uns einen schmackhaften Dark-Gothic-Happen, auch wenn anno 2005 aus dem Hause DARKSEED immer noch nicht genug Abwechslung auf den Tisch kommt!

Vollkommen richtig handelte Bandkopf Stefan Hertrich, als er DARKSEED anno 2003 verließ, um sich verstärkt seinem interessanten Projekt SHIVA IN EXILE zu widmen. Zu eintönig und belanglos war das Material auf Astral Adventures ausgefallen und die Band war hörbar an einem Punkt angelangt, an dem ein Split der Combo niemandem besonders weh getan hätte. Aber wie das Leben eben so spielt, ist Hertrich bereits ein Jahr später zur deutschen Dark-Gothic-Legende zurückgekehrt und die Frage, ob die Gründe nun im Mangel am Geld, schlichter Langeweile oder zurückgewonnener Motivation liegen, muss eigentlich überhaupt nicht gestellt werden: Ultimate Darkness ist nämlich vollkommen überraschend zwar kein bärenstarkes, aber immerhin ein über weite Strecken gutes bis sehr gutes DARKSEED-Album geworden.

Ihr habt noch Zweifel? Dann lasst euch vom ausdruckslosen Artwork nicht abschrecken und wuchtet die Scheibe einfach mal in eure Anlage, denn nach exakt 25 Sekunden Laufzeit werdet ihr garantiert ein ähnlich breites Grinsen wie AEROSMITHs Steven Tyler bei der Boston Music Award-Verleihung drauf haben: Ein genial groovendes Riff unterlegt mit leicht angezerrten Elektro-Einsprengseln leitet Opener und zugleich Albumhighlight Disbeliever ein und mündet in einen Ohrwurmchorus, bei dem der wieder an Bord gekletterte Fronter ganz klar unter Beweis stellt, wieso eine DARKSEEDsche Zukunft ohne sein Beisein einfach undenkbar gewesen wäre. Nach knapp vier Minuten ist der Freudentaumel vorerst vorüber und damit sich der euphorische Gesichtsausdruck noch ein wenig hält, walzt gleich danach mit dem riffbetonten Stampfer My Burden ein weiterer Überhammer durch die Botanik und die positiven Eindrücke werden weiter bestätigt. Auch im Folgenden finden sich toll arrangierte Songs und intelligent variierte deutsch-englische Lyrics weben sich wie ein roter Faden in den bis in transzendente Gefilde schwebenden Klangteppich, auf dem zeitweise mit sehr intensiven Gitarrenriffs auch mal kräftig herumgestampft wird.

Diese Merkmale sind auch auf dem überwiegend gelungenen Rest der Scheibe mehr als deutlich vertreten – The Dark One und Save Me sind sogar noch einmal zwei potienzielle Bandklassiker geworden – und dennoch entsteht ab der Hälfte der Tracklist ein wenig ein Gefühl, das man bei den letzten Werken von DARKSEED die ganze Zeit über hatte: Auch dieses Album hätte ein höheres Maß an Abwechslung durchaus vertragen können. Klar, die einzelnen Stücke sind deutlich besser ausgefallen als zuletzt und müsste ich jeden Song einzeln kommentieren, so würde nicht einmal das qualitativ nicht nur dem Namen nach leicht abfallende The Fall – das als Sountrack für ein gleichnamiges PC-Spiel fungieren wird – schlecht weg kommen, trotzdem wird das Dauergrinsen nach einer guten Viertelstunde DARKSEED ziemlich anstrengend und spätestens nach 20 Minuten drückt man mit leicht gelangweiltem Blick entschlossen auf die Eject-Taste. Obwohl dies einen nicht unbeachtlichen Kritikpunkt bildet, ist Ultimate Darkness, wie eingangs schon angedeutet, ein Album geworden, mit dem man im positiven Sinne so nicht gerechnet hat. Die Band hat in jedem Falle angedeutet, dass sie noch zu Großem in der Lage ist! Ein bisschen mehr Abwechslung beim (hoffentlich) nächsten Album und DARKSEED rocken wieder wie in alten Tagen!

Veröffentlichungstermin: 24.01.2005

Spielzeit: 48:54 Min.

Line-Up:
Stefan Hertrich – vocals

Thomas Herrmann – guitars

Tom Gilcher – guitars

Martin Motnik – bass

Armin Dörfler – keyboard

Maurizio Guolo – drums

Produziert von Thomas Herrmann & Stefan Hertrich
Label: Massacre Records

Homepage: http://www.darkseed.com

Tracklist:
01. Disbeliever

02. My Burden

03. Ultimate Darkness

04. Biting Cold

05. The Dark One

06. Save Me

07. Speak Silence

08. Next To Nothing

09. Follow Me

10. The Fall

11. Endless Night

12. Sleep Sleep Sweetheart