CUSTARD: Imperium Rapax

CUSTARD haben sich mit “Imperium Rapax” thematisch dem Römischen Reich zugewandt. Musikalisch bleiben sie im Power Metal beheimatet, der jedoch seine Aussetzer hat.

So episch habe ich ein Pure Steel Records-Album noch selten eröffnen hören. Und auch von CUSTARD ist man es nicht so gewöhnt. Für dieses erste, überraschte Aufhorchen dürfen sich die Deutschen aus Herne bei Marinos Tokas bedanken, der für die Orchestration auf “Imperium Rapax” verantwortlich zeichnet und damit auch die Highlights auf dem siebten Album der 1987 gegründeten Band setzt. Denn sonst relativiert sich das dramaturgische Treiben im Verlaufe des Albums. Schon mit dem eröffnenden “Children of the Wolf” zeigen CUSTARD erstmals Schwächen. So wirkt das Songwriting stellenweise ungelenk, was man von einer Band mit dieser Erfahrung nicht erwarten würde, und die Sing-Along-Refrains sind von der Melodie und der Tonabfolge dann doch zu platt und einfallslos. Auch “Blessed By Baal” geht in diese Richtung. Generell wird beim Gesang etwas geschludert, als dass die grundsätzlich fähige (“Ode To The Flames”) Gesangsstimme von Oliver Strasser nicht passend in die Songstrukturen eingebettet werden konnte. So klingen Gesangspassagen wie in “The First Empore” einfach nicht flüssig und auch das Duett mit MARTA GABRIEL (CRYSTAL VIPER) hätte besser abgestimmt werden können (“The Goddess Of Magic And Death”).

CUSTARD machen sich manch guten Ansatz durch die Refrains zunichte

Zwischenzeitlich blitzen aber doch positive Aspekte durch, wenn die Band (auch mit ihren Kompositionen) um Dramatik bemüht ist, Soli (“Furor Teutonicus”) und Tempo-Variationen einstreut sowie mit Growls arbeitet, aber auch thrashige Ansätze zum Besten gibt wie etwa in “Blood And Sand”, wo dann leider auch wieder der Refrain viel zunichte macht. Es ist allerdings erfrischend, dass sich die Band (ganz) einem neuem Thema hinwendet und dieses durch atmosphärisch gesprochene Passagen unterstützt; zwar nicht weniger martialisch als in den vergangenen Jahrzehnten, aber dafür wird das Konzept rund um das Römische Rech konsequent umgesetzt. Und dennoch, für eine Empfehlung fehlt es “Imperium Rapax” an durchgängig packenden Songs, welchen vor allem die jeweiligen Refrains einen Strich durch die Rechnung machen.

Veröffentlichungstermin: 03.12.2021

Spielzeit: 51:31 Min.

Line-Up:
Oliver Strasser – Gesang
Stefan Klempnauer – Gitarre
Carsten “Oscar” Reichart – Gitarre
Chris Klapper – Schlagzeug
Markus Berghammer – Bass

Gast-Musiker:
Marinos Tokas – Orchestration
MARTA GABRIEL (CRYSTAL VIPER) – Gesang (“The Goddess Of Magic And Death”)

Label: Pure Steel Records

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CUSTARD “Imperium Rapax” Tracklist

1. Imperium Rapax
2. Children Of The Wolf
3. In Umbra Aquilae
4. Res Publica
5. Blessed By Baal
6. Blood And Sand (Audio bei YouTube)
7. The First Empore
8. Gloria Aegypti
9. The Goddess Of Magic And Death
10. Cornua Mortis
11. Furor Teutonicus
12. Ode To The Flames
13. Morituri Te Salutant
14. Quo Vadis