CREMATORY: Revolution

Wer sich für die letzten Studiowerke „Believe“ und „Act 7“ begeistern konnte, wird sicherlich auch Gefallen an „Revolution“ finden. Ich persönlich hatte mir aufgrund der Single und der längeren Abstinenz (immerhin auch schon wieder vier Jahre seit dem letzten Studio-Output) etwas mehr erhofft.

Nachdem ich von der Single Greed der reformierten CREMATORY positiv überrascht war, liegt mir nun mit „Revolution“ der Longplayer zur Besprechung vor. Bezüglich meiner Gespanntheit in meinem Single-Review kann „Revolution“ die gute Qualität nicht über die volle Länge halten.

Nach dem Intro „Resurrection“ legt das Quintett gleich ganz passabel mit „Wake Up“ los. Ein teilweise treibender Track mit cleanem Refrain, groovebetonten Midtemposequenzen und verstärkten Elektroelementen. Darauf folgen die Singleauskopplung „Greed“ und der Offbeat-lastige Song „Reign Of Fear“, welcher ebenfalls mit gelungenen cleanen Vocals von Gitarrist Matthias in Kooperation mit den tiefen Grunts von Felix gut in Szene gesetzt wurde. Ein wenig deplaziert hingegen finde ich teilweise das Keyboardgeklimper. Dafür hätte ich lieber ein paar brauchbare Samples/Loops gehört. Nun ja, die Keyboardarbeit war bei CREMATORY meiner Meinung nach schon seit jeher ausbaufähig. Das anschließende „Open Your Eyes“ ist etwas schwächer und unspektakulärer ausgefallen. Mit „Tick Tack“ platzierten CREMATORY einen astreinen Tanzflächensmasher mit deutschem Text und MEGAHERZ-ähnlichen Beats und Gitarrenriffs auf die CD, der nach kurzer Eingewöhnungszeit nicht mehr aus dem Ohrmuschelkanal will. „Angel Of Fate“ plätschert wiederum langweilig und energielos vor sich hin und das folgende „Solitary Psycho“ steht dem leider in nichts nach. Auch der aus Mid- und Uptempo konstruierte Titeltrack „Revolution“ kann mich nicht wirklich aus den Latschen hauen. Zu vorhersehbar im Arrangement und insgesamt zu einfallslos und mainstreamig. Irgendwie haben CREMATORY fast ihr ganzes Pulver auf der ersten Hälfte der CD verschossen, denn wirklich griffiges und begeisterndes Material findet man im zweiten Abschnitt lediglich in der Ballade „Farewell Letter“ (war auch schon auf der Single enthalten) und „Human Blood“. Letzterer beinhaltet neben spritzigen Samples sogar New Metal-lastige Einschübe und insgesamt kommt „Human Blood“ variabler als andere Kompositionen daher.

Wer sich für die letzten Studiowerke „Believe“ und „Act 7“ begeistern konnte, wird sicherlich auch Gefallen an „Revolution“ finden. Ich persönlich hatte mir aufgrund der Single und der längeren Abstinenz (immerhin auch schon wieder vier Jahre seit dem letzten Studio-Output) etwas mehr erhofft.

Zusätzlich findet ihr auf diesem „Comebackalbum“ noch den Videoclip zum Titeltrack „Revolution“, welcher jedoch nicht so spektakulär wie der Clip zu „Greed“ (auf der Single) ausgefallen ist.

Veröffentlichungstermin: 03.05.2004

Spielzeit: 46:49 Min.

Line-Up:
Felix – vocals

Matthias – guitars

Harald – bass

Katrin – keyboards

Markus – drums

Produziert von Markus Jüllich & Crematory
Label: Nuclear Blast

Hompage: http://www.crematory.de

Email-Adresse der Band: info@crematory.de

Tracklist:
Resurrection

Wake Up

Greed

Reign Of Fear

Open Your Eyes

Tick Tack

Angel Of Fate

Solitary Psycho

Revolution

Human Blood

Red Sky

Farewell Letter

Revolution (Video Clip)