CAUSA SUI: Free ride

CAUSA SUI: Free ride

Es ist Zeit, mal wieder die alte Lavalampe anzuschmeißen. Schuld hat Free ride, das zweite Album der Dänen CAUSA SUI. Mit ihrem freakigen Acid/Psychedelic Rock verleiten sie einen geradezu, das alte Kitschding mal wieder in Wallung zu bringen.

Vom Titelsong wird man noch etwas in die angenehme Irre geführt, einem kleinen relaxten Jam Rock-Song mit Bluegrass-Feeling. Ein kurzer Ritt über das Land um Woodstock, wo das Festival gerade zu Ende ging. Erfolgreich in Hippie-Stimmung versetzt, herrschen danach deutlich deftigere Klänge. Jonas Munk ist großer HENDRIX-Fan, das stellt er mit beinahe jedem Riff und Solo klar. Auch Sänger Kasper verehrt diesen Mann, klingt stellenweise zudem sehr nach Dave Wyndorf (MONSTER MAGNET). Dabei rockt die Band recht druckvoll, erinnert dann an BLUE CHEER, in den spacigen Abfahrten hingegen sind HAWKWIND präsent. Sehr oft wird man auch an ganz frühe BLACK SABBATH erinnert, dann packt Munk auch gern den passenden alten IOMMI-Lauf aus.
Besonders wenn sich die Songs in ausufernde Psychedelic-Orgien steigern, dann lassen Gesangslinien und Intensität auch die Vorliebe für die DOORS erkennen. Das liest sich natürlich sehr freakig, und so klingt es auch. Zitat eines Kumpels, als Free ride wieder mal lief: das kann man nur hören, wenn man stoned ist. Falsch! CAUSA SUI schaffen es allein mit ihrer Musik, den Zuhörer in andere Sphären schweben zu lassen! Trotzdem die Songs sehr knackig gezockt werden, spannen sie ein immer enger werdendes Netz um einen und ziehen einen in einen psychedelischen Sog, so dass man allerspätestens beim 15-Minuten-Rausschmeißer Newborn road in bunten Atmosphären schwebt.
Spannend ist, dass CAUSA SUI mehrere Monate an dieser Scheibe gearbeitet haben, und trotzdem klingt jeder Song live gespielt im muffigen Hippie-Club um die Ecke. Starker Acid-Rock, der eine perfekte Melange aus Psychedelic, Space Rock und erfreulich hartem 70er Rock bietet und dabei erfrischend zeitlos klingt. Auch Freunde vom Stoner Rock, MONSTER MAGNET und Co. sollten reinhören. Mittlerweile sind die Dänen allerdings als Trio ohne Sänger Kasper Markus unterwegs.

Veröffentlichungstermin: 08.06.2007

Spielzeit: 52:32 Min.

Line-Up:
Kasper Markus – Vocals
Jonas Munk – Guitars, Orgel, Electronics & Vocals
Jess Kahr – Bass
Jakob Skott – Drums & Percussions

Produziert von Jonas Munk
Label: Electrohasch

Homepage: http://www.causasui.com

Tracklist:
1. Free ride
2. Lotus
3. White sun
4. Passing breeze
5. Top of the hill
6. Flowers of evintide
7. Newborn road

Frank Hellweg
Frank (“WOSFrank”) ist seit 2002 bei vampster und alt genug, um all die spannenden Bands live gesehen zu haben, als die selber noch jung und wild waren! Er kümmert sich um Reviews, News und andere Artikel sowie um interne Hintergrundarbeit. Lieblingsbands: TROUBLE, CANDLEMASS, BLACK SABBATH, SWALLOW THE SUN. Genres: Doom, Stoner, Classic/Retro/Hard Rock, US/Power Metal, Southern/Blues Rock, Psychedelic/Progressive Rock, Singer/Songwriter.