BLOCKHEADS: Trip to the Void

Jawohl, die BLOCKHEADS sind wieder da! Was, nie was von der Band gehört? Kein Wunder, denn keine der französischen Grindcore Bands ist je über den Geiheimtipp-Status hinausgekommen. BENIGHTED zählen da eher zu den Ausnahmen. Von diesen unzähligen Undergroundbands sind wiederum BLOCKHEADS die mit Abstand prominenteste. Musikalisch könnte man BLOCKHEADS im klassisch ausgerichteten Death/Grind verorten, wobei der stärkste Einfluss ganz klar von NAPALM DEATH und BRUTAL TRUTH ausgeht.

Auf “Trip to the Void” gerät man sofort unter Beschuss

Ähnlich wie auf dem Vorgänger fackeln die Franzosen nicht lange herum, und nur nach wenigen Sekunden versinkt man als Zuhörer in einem Grindinferno, das auch heute nur wenige Bands zustande kriegen können. Aber wo liegt eigentlich der Unterschied zwischen einer Standard Grindcore Band und einer großen Grindcore Band? Richtig, beim Redundanzfaktor sowie bei der Kreativität und Abwechslung. Bei dem Standardzeug macht sich ab ca. der Hälfte der Spielzeit oft die Verkürzung der Aufmerksamkeitsspanne bemerkbar, weswegen man die Musik schlimmstenfalls als nerviges Nebengeräusch wahrnimmt und sie dann ausmacht. Aus diesem Grund gehören BLOCKHEADS zu den ganz Großen ihrer Zunft, denn diesen Spagat zwischen Brutalität und Abwechslung schaffen die Jungs scheinbar mühelos. Doch wie genau machen sie das?

BLOCKHEADS kennen das Rezept für ein gelungenes Grindcore Album

Perfekt auf die Albumläge ausgelegte Tracklist. Zunächst einmal beträgt die Spielzeit insgesamt 28 Minuten, die auf 25 Lieder verteilt sind, welche dann wie im Flug vergehen. Dieses Verhältnis trifft genau den Sweetspot, der den oben genannten Redundanzfaktor größtenteils eliminiert und die Langeweile erst gar nicht aufkommen lässt.

Kreativität und Abwechslung. Trotz der scheinbaren Gleichförmigkeit hat jeder noch so kurze Song seine eigene Note, sei es ein markanter Gitarrenriff oder ein Takt- oder Tempowechsel des Schlagzeugers. Das hilft ungemein, die Tracks auseinanderzuhalten und spricht für ein reifes Songwriting. Für die Abwechslung sprechen auch die langsameren Stücke des Albums. Besonders hervorzuheben sind dabei der Titelsong, “Cages” sowie der großartige Rausschmeißer „Flesh Furnace“. Ansonsten macht auch der weitgehend crustige „Head in Shit“ jede Menge Spaß. Bei einer Abrissbirne wie dieser sind solche Momente eine willkommene Verschnaufpause, ehe munter weitergeblastet wird. Dabei punktet die neue Platte nicht zuletzt mit seinem druckvollen und angenehm glasklaren Soundgewand.

“Trip of the Void” kann voll überzeugen

In den acht Jahren, die nun zwischen „This World is Dead“ und „Trip to the Void“ liegen, haben die Szeneveteranen aus Nancy nichts von ihrer Zerstörungswut, Brachialität und Spielstärke eingebüßt und liefern auch 2021 ein Brett ab, das jedem noch so anspruchsvollen Grindfreak kaum Wünsche offenlässt. Zugreifen!

 

Release: 15.11.2021

Spielzeit: 28:17

Line-Up:

XAV: Vocals
ERIK: Bass
RAPH: Guitars and backing vocals
NICO: Drums and backing vocals
FRED: Guitars and backing vocals

Produziert von: Steph Tanker

Label: Bones Brigade Records/LIXIVIAT Records

Facebook: Blockheads

BLOCKHEADS “Trip to the Void” Tracklist

  1. Ephemeral
  2. Provoked Starvation
  3. Walls
  4. The Devourer
  5. When You’ll Become a Shadow
  6. Damage Control
  7. Nothing Learned Yet
  8. The Rights of Jesters
  9. Conscience Cleaner
  10. False
  11. Here Comes the Clown
  12. Vultures
  13. Cages
  14. Born In Despair
  15. Burn Out
  16. Head In Shit
  17. Alienated
  18. Blind Machine
  19. Newspeak
  20. Black Heaps of Cinders
  21. Trip to the Void (Video auf YouTube)
  22. This is Hell
  23. Pungent Steams of Acid
  24. Days of Darkness
  25. Flesh Furnace