BLAZON RITE: Endless Halls Of Golden Totem

Nach der tollen EP überzeugen BLAZON RITE auch mit ihrem ersten Album, bleiben aber etwas hinter meinen – zugegebenermaßen sehr hohen – Erwartungen zurück. Einen Song wie “Diamond Daggyr” schreibt man wohl nur einmal.

BLAZON RITE gaben letztes Jahr mit er EP “Dulce Bellum Inexpertis” ein erstes Lebenszeichen von sich. Durch die immer geschmackssicheren SMOULDER stieß ich auf die Truppe aus Philadelphia, die kurz darauf einen Deal mit Gates Of Hell Records einsacken konnten, welche die EP dann auf CD und Vinyl veröffentlichten. Der kauzige, manchmal etwas sperrige Heavy Metal hatte noch ordentlich Ecken und Kanten und dadurch einen ganz eigenen Charme. Und mit “Diamond Daggyr” hatten BLAZON RITE eine Überhymne am Start, die sich zu einem meiner größten Ohrwürmer des Jahres entwickelte. Dementsprechend groß war die Freude, als dann die Ankündigung des Debütalbums “Endless Halls Of Golden Totem” kam. Und von den ersten Klängen des Openers “Legends of Time and Eidolon” ist klar, dass BLAZON RITE weiterhin so liebenswert kauzig sind wie zuvor. Da ist die schon von der EP bekannte Hammond-Orgel, der heroische Barriton von Johnny Halladay und die unerwarteten Breaks, wenn ein Song plötzlich von feierlicher Hymne zum hektischen Up Tempo-Klopfer wird.

BLAZON RITE bleiben so liebenswert kauzig wie auf ihrer Debüt EP

“Put Down Your Steel (Only for the Night)” ist ein relaxter Rocker, der sich lyrisch den ganz wichtigen Themen widmet, nämlich dem pimpern am Abend vor der Schlacht. Auch der straighte Galopper “The Executioners Woe” oder “Alchemists Brute”, der härteste Song des Albums, gehen relativ zügig, ohne Umwege ins Ohr. Dem stehen Songs wie das erwähnte “Legends of Time and Eidolon” oder der Titelsong gegenüber, die vertrackter sind, ja, ich will schon wieder kauzig sagen. Die großen SLOUGH FEG sind gedanklich manchmal nicht weit weg. “Into Shores Of Blood” ist die große Kauz Metal-Hymne zum Abschluß, episch, erhaben und mit einem Ryan Haley, dessen Drumming zwischendurch irgendwie off beat klingt, was den Kauz-Faktor noch mal anhebt.

“Endless Halls Of Golden Totem” bleibt etwas hinter meinen Erwartungen zurück, ist aber trotzdem ein hörenswertes Album.

Objektiv muss man sagen, dass manche Songs etwas willkürlich arrangiert klingen, der eingeweihte Genießer nennt das dann halt wie oben mehrfach geschehen kauzig. Ich finde die Art und Weise, wie BLAZON RITE ihre Songs angehen sympathisch, eigenwillig. Trotzdem bin ich ein ganz kleines bißchen enttäuscht von “Endless Halls Of Golden Totem”. Der, im Vergleich zur EP etwas glattere Sound ist objektiv natürlich besser, doch irgendwie passte das ungeschliffenere Klangbild etwas besser zur Band. Und leider ist es der Band nicht gelungen, einen weiteren Song vom Kaliber eines Diamond Daggyr” zu schreiben, was zugegebenermaßen aber auch schwer ist. Trotzdem ist “Endless Halls Of Golden Totem” ein tolles, hörenswertes und vor allem eigenwilliges Album geworden, welches man als Genre-Fan auf jeden Fall gehört haben sollte.

Veröffentlichungsdatum: 28.05.2021

Spielzeit: 38:07

Line Up:
Johnny Halladay – vocals
James Kirn – lead guitars
Pierson Roe – guitars, bass, synth
Kay Hamacher – rhythm guitars
Ryan Haley – drums

Produziert von: BLAZON RITE & Will Mellor

Label: Gates Of Hell Records

Facebook: https://www.facebook.com/blazonriteofficial
Bandcamp: https://blazonrite.bandcamp.com/

BLAZON RITE “Endless Halls Of Golden Totem” Tracklist

1. Legends of Time and Eidolon
2. Put Down Your Steel (Only for the Night)
3. The Executioners Woe – Video bei YouTube
4. Endless Halls of Golden Totem – Audio bei YouTube
5. Alchemist’s Brute
6. The Night Watchmen of Starfall Tower
7. Consumed by Glory Light
8. Into Shores of Blood