BLAZE BAYLEY: Promise And Terror

Der umtriebige Frontmann aus Birmingham mit dem zweiten Studiostreich unter neuem Banner. Düster, druckvoll und ziemlich flott ist er geworden.

Der Name BLAZE BAYLEY wird auch heute noch zuallererst mit einer Band assoziiert – IRON MAIDEN. Das Problem an dieser Prominenz: Die Zeit, in der BLAZE BAYLEY bei der NWOBHM-Legende aktiv war, war weder für diese noch für ihn eine leichte Zeit. Die Alben The X-Factor (1995) und Virtual XI (1998) wurden trotz einiger starker Songs wie Futureal und Man on the edge oder den epischen Krachern Sign of the cross und The clansman von den Fans nicht unbedingt mit Kusshand aufgenommen, und auch die Stimme von BLAZE BAYLEY wurde eher geduldet als ihr gehuldigt. Dazu möchte ich aber hier mit Ausdruck alle Nörgler darauf hinweisen, dass Blaze eine Stimme mit Charakter besitzt, eine Stimme, die man aus hunderten heraus zu identifizieren vermag.

Der Rest ist Geschichte… BLAZE BAYLEY und IRON MAIDEN gingen nach nur fünf Jahren Zusammenarbeit wieder getrennte Wege, BRUCE DICKINSON kehrte ins Boot der eisernen Jungfrauen zurück und BLAZE BAYLEY formierte eine eigene Combo unter dem Namen BLAZE. Während dieser Phase von 2000 bis 2004 entstanden die durchaus wohlwollend aufgenommenen Studioalben Silicon Messiah, Tenth Dimension und Blood And Belief,sowie der Livemitschnitt As Live As It Gets. Danach wurde es wieder drei Jährchen still um den ex-WOLFSBANE-Fronter, ehe mit The Man Who Would Not Die die Band BLAZE BAYLEY (als Hinweis auf ein komplett neues Line-Up) ins Leben gerufen wurde. Danach folgte mit The Night That Will Not Die wiederum ein Livealbum und mit Promise And Terror liegt nun das zweite Studioalbum der jungen Formation vor.

Bei der stilistischen Ausrichtung bleibt bei dem aus Birmingam stammenden Frontmann allerdings alles beim Alten. Ehrlicher Heavy Metal mit traditionellen Trademarks, einem kleinen Portiönchen Eiserne-Jungfrauen-Einfluss, in einem druckvollen, zeitgemäßen Soundgewand ist nach wie vor zu erwarten. Zwei Aspekte sind aber auffällig: Zum einen geben Blaze und Team auf Promise And Terror vor allem in der ersten Hälfte ordentlich Gas. Der Opener Watching the night sky, das prügelnde Madness and sorrow und das quirlige Faceless – alles überholspurtauglich.
Außerdem agiert die Band in ziemlich düsteren Gefilden, was vor allem im zweiten, tempotechnisch gedrosselteren Abschnitt des Albums sehr deutlich zum Vorschein kommt. Intensität und Energie gehen dadurch aber nicht verloren. Das lange Zeit akustisch gehaltene Surrounded by sadness oder aber der Rausschmeißer Comfortable in darkness verbreiten eine sehr drückende, melancholische Stimmung im Raum. Blaze verarbeitet auf diesem Album augenscheinlich und verständlicherweise den Tod seiner Frau Debbie (R.I.P.) im Jahr 2008. Letting go of the world klingt dann aber, ebenso wie die gesamte erste Halbzeit, wie eine Kampfansage, wie eine Trotzreaktion, dass sich BLAZE BAYLEY trotz aller Widrigkeiten und Schicksalsschläge nicht unterkriegen lässt.

Sowohl in seinem Privatleben als auch in seiner Musikerkarriere musste er immer wieder ziemlich heftige Dämpfer einstecken. Aber Blaze jammert nicht, er verarbeitet, er steht immer wieder auf. BLAZE BAYLEY ist ein wahrer Kämpfer! Und allein das macht den Briten sehr, sehr sympathisch. Promise And Terror ist alles in allem ein durchaus facettenreiches, intensives Scheibchen, das vor allem Anhänger von purem, wuchtigem Heavy Metal mit traditioneller Schlagseite interessieren und ansprechen wird. Als meine persönlichen Faves haben sich Madness and sorrow und Letting go of the world hervor getan. Insgesamt und mit explizit objektiver Sichtweise will ich aber behaupten, dass sich der Zweitling von BLAZE BAYLEY insgesamt kompakt auf gehobenerem Niveau präsentiert. Da bleibt mir nur noch eins hinzufügen: Weiter so Blaze!

Veröffentlichungstermin: 01.02.2010

Spielzeit: 55:36 Min.

Line-Up:
Gesang: Blaze Bayley
Gitarre: Nico Bermudez
Jay Walsh
Bass: David Bermudez
Schlagzeug: Larry Paterson

Produziert von BLAZE BAYLEY
Label: Blaze Bayley Recordings

Homepage: http://www.blazebayley.net

MySpace: http://www.myspace.com/blazebayley

Tracklist:
1.Watching the night sky
2.Madness and sorrow
3.1633
4.God of speed
5.City of bones
6.Faceless
7.Time to dare
8.Surrounded by sadness
9.The trace of things that have no words
10.Letting go of the world
11.Comfortable in darkness