BENEATH THE MASSACRE: Fearmonger

BENEATH THE MASSACRE: Fearmonger

Ob wir denn unbedingt mittags bohren müssten, fragte uns neulich der energisch klingelnde Nachbar. Selbstverständlich entschuldigten wir uns höflich und mit eisernem Pokerface, bevor wir in unser Büro zurückkehrten und doch lieber die Kopfhörer aufsetzten. Das sind eben die Schattenseiten dieser modernen und klinisch sterilen Volldampf-Produktionen. Das Positive: Nicht das kleinste Detail geht uns verloren, wenn BENEATH THE MASSACRE loslegen. Ob waghalsige Soli oder Highspeed-Frickeleien – alles findet seinen Weg durch die unermüdliche Doublebass und die geradezu wahnsinnigen Blast Beats.

Nur organisch ist auf „Fearmonger“ kaum etwas. Eine halbe Stunde fliegt uns höchst technischer und höchst lebloser Death Metal um die Ohren, der mit vereinzelten Breakdowns („Hidden In Plain Sight“; „Of Gods And Machines“) auch mal im Deathcore fischt. Die Riffs sind solide, markante Hooks fehlen inmitten des auditiven Massakers aber völlig. Manchmal meinen wir, einen Song wiederzuerkennen – „Treacherous“ hat ein leicht morbides Solo und öffnet mit einem herrlich verspulten Instrumental-Inferno -, verlieren uns dann aber allzu schnell wieder in der Gleichförmigkeit, die BENEATH THE MASSACRE zu schaffen macht. Immerhin: Zwischendrin gibt es coole Momente wie das letzte Drittel von „Autonomous Mind“, wo die Musiker durchaus effektiv eine digitale Sphäre simulieren.

Es ist schwer, das hyperaktive „Fearmonger“ nebenbei laufen zu lassen

„Fearmonger“ benötigt eigentlich konzentrierte Aufmerksamkeit, kann diese aber mit seiner unerbittlichen Reizüberflutung und ohne jegliche Spannungskurve selten länger als drei Minuten am Stück einfordern. Gleichzeitig ist es schwer, diese grundsolide, aber hyperaktive Platte einfach nur nebenbei laufen zu lassen. Zum einen, weil die pfeilschnellen Leadgitarren inmitten des Death Metal-Geballers einfach an uns vorbeirauschen würden und zum anderen, weil dann unser Nachbar ob der mörderischen Blast Beats nur wieder auf die Idee kommen könnte, wir würden zur Mittagszeit wahllos Löcher in die Wand bohren.

Veröffentlichungstermin: 28.02.2020

Spielzeit: 29:56

Line-Up:

Elliot Desgagnés – Vocals
Christopher Bradley – Guitars
Dennis Bradley – Bass
Anthony Barone – Drums

Produziert von Christian Donaldson

Label: Century Media

Facebook: https://www.facebook.com/BeneaththeMassacreband/

BENEATH THE MASSACRE “Fearmonger” Tracklist

1. Rise of the Fearmonger (2:36) (Video bei YouTube)
2. Hidden in Plain Sight (3:28)
3. Of Gods and Machines (2:59)
4. Treacherous (2:22) (Video bei YouTube)
5. „Autonomous Mind“ (Audio bei Spotify)
6. Return to Medusa (2:45)
7. Bottom Feeders (2:41)
8. Absurd Hero (3:05)
9. Flickering Light (3:15)
10. Bitterest End (3:31)

Florian Schaffer
Genres: Black Metal, Death Metal, Melodic Death Metal, Metalcore, Post Metal, Progressive, Rock, Thrash Metal.